Freitag, 10. April 2009
Temperatur 14°C um 07:00 h früh, 7/8 bewölkt.
Nach dem Frühstück lässt Erich den ganzen Wassertank aus, spült durch und füllt frisches Trinkwasser ein. Auch Plastikkanister und Flaschen werden mit Trinkwasser gefüllt, damit wir wieder für ein paar Tage genug haben. Abfahrt Tafraoute gegen 09:00 h.

Wir fahren auf der R106 nach NW durch das Tal der Ammeln, einem Berberstamm mit besonderer Tradition. Überall sieht man terrassenförmig angelegte Felder, auf denen Weizen wächst, dazwischen Arganienbäume, Kakteen, Palmen und in den Oueds (Wadis) wächst Gemüse. Es geht bergauf über den Anti-Atlas, die Weitsicht ist dunstig. In Igherm biegen wir auf die R109 ab, der höchste Pass ist 1826 m, es geht viele Kurven entlang wieder bergab.
Was gerade hier auf dieser Strecke besonders auffällt, sind die bettelnden Kinder, die immer „Bonbon" schreien und mitten auf der Straße stehen, damit man stehen bleibt. Auch junge Mütter mit Kindern sind dabei, die wollen „trikot" (Pullover) oder „Creme" oder „argent pour manger" (Geld fürs Essen). Eine greift sogar beim Fenster herein und will meinen Kugelschreiber haben, der auf der Ablage liegt, dabei sehe ich ihre lackierten Fingernägel … Nirgends bisher ist die Bettelei so extrem gewesen.
Bei Taroudannt erreichen wir dann die Flussebene des Oued Souss. Ab hier folgen wir 45 km lang der N10 nach Osten. In Berhil ist laut Reiseführer die letzte Tankstelle vor dem Pass über den hohen Atlas: wir fahren an drei Tankstellen vorbei - alle gesperrt (der Freitag ist in Marokko ein Feiertag), am Ortsende finden wir dann endlich eine offene Tankstelle.

Tanken: bei km 116.030Gesamtdistanz 430 km
47,73 l à DH 7,34 =
DH 350 Ø 11,10 l/100 km

Außerhalb Berhil beginnt die Straße R203. Es ist 13:30 h, wir legen eine Mittagspause ein. Nach Speis und Trank ist Erich wieder voller Tatendrang und nimmt die Serpentinen zum Hohen Atlas in Angriff.

Auf 45 km steigt die Straße von ca. 600 m auf 2200 m an. Die Steigungen sind nicht so schlimm, aber Schlaglöcher, Felsbrocken auf der Fahrbahn und der ungesicherte Seitenrand nach unten lässt mich als Beifahrer manchmal den Atem anhalten. Glücklicherweise ist wenig Verkehr, so dass die Asphalt­spur meist uns alleine gehört.
Hinter Tizi-n-Test erreichen wir gegen 15:30 h den höchsten Punkt mit 2208 m. Hier ist ein kleiner Campingplatz. Es ist zu kühl und windig, nach Marrakesch sind es noch 140 km, wir fahren weiter.

Es geht talwärts neben einem Bach, die Straße sieht von oben wie eine Schlange aus. Es ist schade, man kann diese Kurven nicht so richtig in einem Foto festhalten. Ab 1800 m Höhe wachsen wieder die Palmen neben dem Bach, die Arganienbäume tragen wieder Früchte, neben der Straße blüht ein dottergelber Blumenteppich.

Hinter Asni weitet sich das Tal, der Bach wird zu einem breiten Fluss, der dann in einen großen See übergeht.

Ein zweiter See liegt in der Nähe, und der Sage nach entstanden die beiden Seen aus den Tränen eines unglücklichen Liebespaares, die von verschiedenen Stämmen waren und nicht heiraten durften, weil die Stämme verfeindet waren (wie das Lied von den zwei Königskindern …)

Die Weiterfahrt geht durch eine tiefe Schlucht, dann kommen wir zu einer Karawanserei am Fluss, wo Pferde und Kamele im Wasser getränkt werden. Beim Fotografieren kommen ein paar Händler mit diversen Steinen zu mir. Ich kaufe eine komplette Kobalt-Druse.

Um 18:00 h kommen wir vom Südosten nach Marrakesch. Abendliche Stoßzeit in einer Millionen­stadt, und der Campingplatz liegt 10 km außerhalb des Zentrums im Nordwesten. Erich bleibt cool im Gewühl und Stau. Um 19:00 h sind wir am Ziel, es ist jetzt dunkel.

An CP „Le Relais de Marrakech" bei km 116.223 km Tagesdistanz: 405 km
N 31° 42.408' W 007° 50.407'
Samstag, 11. April 2009
Nach einem Gespräch mit unseren deutschen Nachbarn am Campingplatz beschließen wir, anstatt um 60 DH mit dem Taxi in die Innenstadt zu fahren, unseren WoMo-Stellplatz in die Innenstadt zu verlegen. Ca. 500 m neben der großen Moschee gibt es einen ummauerten Parkplatz, auf dem man für ein WoMo pro Übernachtung 50 DH bezahlt. Dort fahren wir gegen 10:30 hin.

An Parkplatz in Marrakech bei km 116.238 km Tagesdistanz: 15 km
N 31° 37.444' W 007° 59.770'
Wir marschieren unternehmungslustig in die Medina, besichtigen die Moschee (von außen), eine Palmenallee mit Pferdekutschen, die auf Fahrgäste warten: die Pferde haben unter dem Schweif eine Art Planensack, der die Pferdeäpfel auffängt! Dann kommen wir auf den Platz der Geköpften mit Gauklern, Musikanten, Schlangenbeschwörern mit Flöten, Märchenerzählern und Wasserverkäufern.

Anschließend machen wir eine endlose Wanderung durch die Souks. Ich kaufe allerhand Kleinigkeiten ein, Erich wird von den Händlern „Ali Baba" genannt, wir trinken frisch gepressten Orangensaft und wandern weiter. Wir sehen in Käfigen lebende Schildkröten und Leguane - die Marokkaner kaufen die als Haustiere, dann lebende Schnecken in großen Bottichen - die sind zum Verzehr bestimmt. Die Schafe-Hälften sind in Plastik gewickelt, so dass keine Insekten darauf landen können.
Am Abend hat sich die Atmosphäre total verändert - bei den Erzählern stehen Lampen am Boden, nur die erste Reihe des Zuhörerkreises ist beleuchtet, alle anderen Personen stehen im Dunkeln. Interessant ist es, die Miene der Erzähler zu sehen, die Gebärden und Gesten zu verfolgen - wenn man die Sprache nicht versteht, ist es wie Pantomime.

In einem anderen Kreis wird Musik gemacht: ein Banjo, ein Trommler und ein dritter Mann klappert mit der qarqaba (eine Art Kastagnetten aus Metall), das Publikum singt dazu.

Im Hintergrund spielt ohne Beleuchtung ein einzelner älterer Berber auf einer rustikalen Hajhuj (eine Art Leier mit nur 2 Saiten) und möchte damit ein paar Dirham verdienen. Weil mich das Instrument interessiert, lasse ich mich mit ihm fotografieren und er lässt mich auf dem Instrument ein paar Töne spielen - lustig! Zum Abschied spielt er noch eine richtig flotte, rhythmische Weise, die zum Tanzen verleitet …

Auf der anderen Seite des Platzes sind (ca. 150) Stände mit allem möglichen zum Essen. Man kann sich hinsetzen und es sich schmecken lassen. Wir beginnen mit Suppe, dazu gibt es leicht süßliches Gebäck. An einem anderen Stand essen die Einheimischen sichtlich mit Genuss gekochte Schnecken, die sie mit einem Zahnstocher aus dem Gehäuse holen und am Schluss trinken sie den Sud aus. Bei einem anderen Stand gibt es Crevetten und gebackenen Fisch, dazu verschiedene Salate, Oliven und Soßen, darunter auch Harrissa-Soße. Zum Tunken ist pro Person auch ein ganzes Fladenbrot dabei. An anderen Ständen sieht man Schafsköpfe liegen und das Schaffleisch köchelt in großen Töpfen.

Müde, satt und zufrieden wandern wir gegen 22:00 h durch die Gaukler wieder retour, schauen noch zu, wie auf einem Teppich ein kleines Kegelspiel aufgebaut ist und gegen bare Münze (1 DH pro Wurf) 2 Kegel mit einem Fußball umgeworfen werden sollen. Am Rande des Spektakels ist bereits der Straßendienst dabei, alle Abfälle zu entsorgen.

Zurück im WoMo lasse ich die vielfältigen Eindrücke des Tages noch einmal Revue passieren und freue mich, dass ich all das sehen und erleben durfte.
Sonntag, 12. April 2009
Gegen 09:00 h brechen wir vom Stellplatz auf zu den Menara-Gärten im Westen von Marrakesch. Wir wandern zwischen kunstvoll bewässerten Olivenhainen, gesäumt von Palmenalleen, bis zum Palais und dem Wasserbecken. Hier gibt es auch einen Geocache - gefunden!

Ich möchte unbedingt noch das Palais Royal im Süden der Medina sehen. Wir finden den im Stadtplan eingezeichneten Parkplatz nicht, fahren hinter einer Pferdedroschke nach, bis die Straße zu schmal fürs WoMo wird. Die Marokkaner sind sehr hilfsbereit und so drehen wir um, bekommen noch den Hinweis für die richtige Ausfahrtsroute, lassen das Palais Royal „links liegen" und verlassen diese faszinierende Stadt auf dem Weg nach Ouarzazate. An der Ausfahrtsstraße fallen uns die vielen Polizeiautos und LKW-Ansammlungen auf den Parkplätzen vor der Stadt auf.

Zuerst geht es etwa 50 km durch die fruchtbare Ebene, dann steigt die Straße langsam aber stetig an, die Serpentinen beginnen, es sind fast keine LKW unterwegs, der Straßenzustand ist einiger­maßen gut. Hier werden immer wieder Mineralien angeboten, ich kenne mich aber zu wenig aus und kaufe statt „Edelsteinen" lieber Morcheln, die hier auch angeboten werden: ein Sackerl mit ca. 500 g kostet zuerst 200 DH, beim nächsten Händler nur 100 DH, der lässt sich auf 50 DH herunter handeln - gekauft! Die Passhöhe erreichen wir bei Tizi-n-Tichkla mit 2260 m.

Nun geht es wieder bergab nach Südosten. Es fällt auf, dass die Nordseite des Hohen Atlas viel grüner ist als die Südseite: an den Nordhängen wachsen immer wieder Kiefern, Birken und Arganienbäume, auch im Gestein wachsen zumindest niedrige Büschel von Disteln und blühende Pflanzen mit ziemlich haarig-stacheligen Stängeln. Im Süden dagegen wächst auf dem rosarot bis rotbraunen Gestein fast nichts, es ist eine richtige Steinwüste. Die Winderosion hat oft seltsame Gebilde geschaffen. Man kann nicht alles fotografieren ….

Gerade hier gibt es extrem viele Mineralienhändler entlang der Route. Ich glaube, wenn jemand Steine sammelt, kann er selber auf die Suche gehen und wird fündig.
In den Oueds ist Waschtag: Man sieht Frauen in den Rinnsalen waschen, die gewaschene Wäsche wird zum Trocknen entweder auf die Steine aufgebreitet oder auf die Büsche neben dem Wasser gehängt.

Das Land wird flach, wir nähern uns Ouarzazate. Die Umgebung und einige Gebäude dienten als Kulisse für manche Wüstenfilme der Atlas-Studios und Bibelverfilmungen von Leo Kirch, so fahren wir z.B. an einer Mauer mit ägyptischen Motiven vorbei.

Um 16:00 h erreichen wir den Campingplatz Municipal: 54 DH inkl. Strom
N30°55.357', W06°53.192'
An CP bei 116.456 kmTagesdistanz: 218 km

Neben uns steht ein nettes französisches Ehepaar mit einer wunderschönen Katze, in deren Stammbaum eine Siam-Katze war. Wir plaudern viel, ich putze und schneide dabei die Morcheln, dann verziehe ich mich ins WoMo zum Kochen: Morchelsoße mit Hörnchen - mmmh!

Montag, 13. April 2009
Weckruf durch Gugsi um 6:45 h (daheim ist es ja schon ¾ 9 h!) - wo finde ich die Drucker-CD?

Es geht alles schön langsam: aufstehen, Kaffee und „Pensionistenfrühstück", Duschen, WoMo aufräumen und Fliegen erschlagen, duschen, entsorgen, Frischwasser tanken, bezahlen, um 10:00 h sind wir unterwegs.

Wir suchen zuerst eine Tankstelle, also zurück ins Stadtzentrum, eine Tankstelle ist gesperrt, die nächste auch, weiter gegen Osten, dann hält uns die Polizei auf - auf der Hauptstraße findet eine Demo statt. Also retour, wir hoffen in unserer Reiserichtung Diesel zu bekommen. Wieder zwei Tankstellen, die KEINEN DIESEL haben
à siehe Foto! Auf unsere Frage „Warum?" erhalte ich als Antwort ein französisches Wort, das so ähnlich wie „guerre = Krieg" klingt, vielleicht ein Streik? Wir sollen bis zur nächsten Ortschaft fahren, vielleicht …. Nur 45 km …. In Skoura gibt es auch keinen Diesel! Laut unserem Tankanzeiger können wir inkl. Reserve noch max. 100 km fahren und Erich hat zuunterst im Kofferraum noch 5 l österreichischen Diesel im Reservekanister.
Plötzlich, im Dorf El Goumt, sieht Erich eine winzige Tankstelle, bei der sich die Autos „anstellen", auch ein Laster ist dabei. Die Aufschrift ist nur in Arabisch, aber wir bekommen Diesel!!!
Für die Tankstellensuche haben wir insgesamt 101 km zurück gelegt!

Tanken: bei km 116.557Gesamtdistanz 527 km
59,77 l à DH 7,39 =
DH 441,77 Ø 11,10 l/100 km

Enorm, wie so ein Erfolgserlebnis beflügeln kann! Wir fahren noch wenige km bis Boumalne Dades, wo wir in die Dades-Schlucht abbiegen. Hier ist die Gegend der Kasbahs (Lehmburgen), alte und neue neben- und übereinander. Faszinierend sind einerseits die rotbraunen Felsen neben der Straße und auf der anderen Seite 20 m tiefer unten das Oued des Dades-Flusses mit seinen vielen Palmen, Gemüsefeldern, alles ist üppig grün. Wir fahren ca. 35 km nach hinten in die Schlucht, dann bleiben wir bei einem Restaurant stehen, aus dem heraus es nach Essen duftet.

Auf einer Terrasse neben dem Gebirgsbach sitzen wir und genießen eine Mittagspause mit original marokkanischer Kost: gemischter Salat mit gekochten Eiern, frisches Fladenbrot, als Hauptspeise einen Eintopf mit Gemüse und klein geschnittenem Lammfleisch, hinterher noch eine Nachspeise mit kleinen Tortenstückchen, dazu Melonenstücke und Orangenscheiben, alles absolut appetitlich und schmackhaft. Dazu trinken wir Mineralwasser.
Wir fahren aus der Dades-Schlucht wieder hinaus, dann noch 49 km weiter bis Tinerhir und dann zum Beginn der nächsten, der Todra-Schlucht. Am Campingplatz Le Soleil übernachten wir für 70 DH inkl. Strom. Perfekter Campingplatz, gehört zum Hotel, mit Swimmingpool, 2 Waschmaschinen, Trinkwasser aus dem Wasserhahn, saubere geflieste Duschen und Toiletten, alles perfekt.

An CP um 16:00 h bei 116.694 kmTagesdistanz: 238 km
N31°32.856', W05°35.351'
Dienstag, 14. April 2009
Ab Campingplatz um 09:00 h. Wir wollen in die Todra-Schlucht, bevor der große Touristenstrom hinkommt. Nach wenigen km wird das Oued enger, die Felsen rücken links und rechts zusammen und lassen nur einen schmalen Streifen für den Bach und die Straße übrig.

Nach ca. 7 km steht ein Hotel, dort beginnen auch die Stände mit Textilien und Schmuck. Jeder Händler versucht, das drei- bis vierfache des Wertes herauszuschlagen, damit sein Gewinn größer wird. Es stellt sich heraus, dass unsere Taktik, etwa ein Viertel des verlangten Preises zu bieten und dann minimal zu erhöhen, immer noch ein Geschäft für den Händler ist, sonst würde er nicht darauf eingehen.

Nach einigen Fotos, auch von einer Berberin, die mit einer Spindel Ziegenwolle spinnt, fahren wir weiter nach hinten bis zur Auberge Le Festival ca. 21 km tief in der Schlucht.
Dort gibt es einen Geocache genannt „Todra Gorge", 320 m Luftlinie neben der Straße. Diese Distanz ist doch ein Klacks - denken wir! Wir stapfen schön langsam bergauf, wie wir es von daheim gewohnt sind, hören plötzlich einen Esel schreien und hinter dem nächsten Felsblock ist in einer Mulde ein Berberzelt mit Einfriedung. Zwei Kinder kommen und wollen „Dirham", ich will „Foto", aber das wollen sie nicht. Wir steigen weiter bergan, bis unser Navy unter einer fast senkrechten Wand nur mehr 2 m Distanz anzeigt. Wir suchen alle möglichen Verstecke im Umkreis von 20 m links und rechts ab, dann komme ich auf die glorreiche Idee, diese Wand von hinten zu umgehen und - siehe da - 30 m höher steckt in einer Felsspalte in 1706 m Höhe eine rechteckige Militärdose. Darin sind ein Log, drei Travelbugs und sonstiger Kleinkram. Der letzte Eintrag hat kein Datum, der vorletzte stammt vom 12. Februar 2009. Ich verewige mich, hinterlasse eine Geocoin, nehme die TBs mit und dann steigen wir wieder bergab zu unserem WoMo auf 1580 m. Dabei treffen wir die Bewohnerin des Berberzeltes, sie hat leere Kanister auf den Esel gebunden und erzählt, sie geht jetzt Wasser holen. Sie lässt sich mit mir fotografieren und ich gebe ihr einige DH.

Erich will die Schlucht weiter hinten auch noch erkunden. Am Straßenrand steht ein junger Mann mit zwei Taschen und will offensichtlich mitgenommen werden. Erich bleibt stehen, wir nehmen ihn mit und es stellt sich heraus, es ist ein junger Lehrer, der nach einem Kursus auf der Uni wieder zurück in die Dorfschule nach Ait-Hani will. Bis dorthin sind es 17 km und wir bringen ihn bis zu seinem Haus. Er hat sogar einen Computer, er spricht Französisch und Englisch, daneben natürlich Arabisch und seine Berber-Muttersprache - mit einem Wort, ein intelligenter und gebildeter Mann. Seine Schüler sind aus der Umgebung zusammen gelaufen und wollen alle einen „stylo". Wir tauschen noch E-Mail Adressen aus und dann fahren wir wieder zurück zur Todra-Schlucht.

Dort ist inzwischen (15:00 h) der große Touristenrummel, gut einen Kilometer lang stehen überall die Händler neben der staubigen Piste, Autos, Allradfahrzeuge Autobusse und Fußgänger machen das Weiterkommen schwierig.

Wir kommen wieder zum Campingplatz Le Soleil und übernachten dort, kurz vor Tinerhir.
An CP um 16:00 h bei 116.781 kmTagesdistanz: 87 km
N31°32.856', W05°35.351'


Mittwoch, 15. April 2009
In der Nacht schlafe ich schlecht wegen der Schmerzen in meiner Schulter, ich liege lange wach, höre um 03:45 h den Muezzin rufen und nochmals um 4:30 h. Dann döse ich wieder ein, bis um 7:00 h Erich aufsteht. Es ist besser, am Morgen zu fahren und in der Nachmittagshitze bereits am Ziel zu sein.

Hinter Tinerhir ist die Gegend absolut flach und steinig. Trotzdem findet man immer wieder winzige Blüten und die Dornbüsche haben kleine grüne Blätter. In der kleinsten Senke - oft nur 1 m unter Straßenniveau - wachsen neben fingerdünnen Rinnsalen Palmen und Arganiensträucher.

Wieder einmal sehen wir ein Schild „Achtung Kamele" und kurz dahinter ist neben der Straße eine ganze Berberfamilie mit einigen Kamelen zu sehen. Für das Fotografieren bekommen die Kinder Kugelschreiber.
Wegen der Diesel-Knappheit der letzten Tage (es handelt sich um einen Streik der Transportarbeiter-Gewerkschaft wegen unzumutbarer Strafen der Polizei bei kleinen Vergehen, etc.) wollen wir den Tank noch füllen, bevor wir weiter nach Südosten fahren. In Asrir hat erst die dritte Tankstelle Diesel für uns.

Tanken: bei km 116.844Gesamtdistanz 287 km
17,53 l à DH 7,42 =
DH 130,22 Ø 6,11 l/100 km (Tank nicht ganz voll)

Weiter geht es durch eine absolut ebene Stein- und Sandwüste nach Erfoud - eine Oasenstadt, von hier nach Süden weiter nach Merzouga. Hier sind wir nun schon in der Wüste, es tauchen Warnschilder über Sandverwehungen auf, in einer Distanz von etwa 500 m steigt eine Windhose auf, die den Sand in die Luft wirbelt - schnell die Fenster zu! Es ist heiß, die Luft flimmert. Auf den letzten 20 km fahren wir direkt auf die Sanddünen zu, die Landkarte vermerkt „Erg Chebbi" östlich unserer Route.

Im 13:00 h erreichen wir unser geplantes Tagesziel in Merzouga:
An Campingplatz „Le petit prince" bei 116.694 kmTagesdistanz: 209 km
N 31° 05.868', W 04° 00.395'

Kleiner Platz mit Zaun aus Palmblättern, dahinter ein Rastplatz für Kamele und 5 m weiter beginnen die Sanddünen. Die Idylle wird gekrönt von blitzsauberen Duschen und wunderbar freundlichen Berbern. Gegen 17:00 h brechen die Berber mit einigen Touristen zu einem Kamelritt auf, um 19:00 h sind sie wieder zurück.

Ein junges Paar aus Australien sitzt abends zusammen mit Ibrahim, einem Berber, und wir werden eingeladen „to join the party". Wir haben viel Spaß bis Mitternacht. Im WoMo haben wir inzwischen 100 Fliegen, die wir mit der Methode „Dachluke weit auf, Licht aus und Handtuchwirbel" zum Teil wieder verscheuchen können.

Donnerstag, 16. April 2009
In der Nacht hat es auf 18°C abgekühlt, wir haben gut geschlafen. Am Morgen kommt der Wind aus der Wüste und bläst uns den Sand durch alle Ritzen und vor allem durch die Moskitonetze ins Wohnmobil. Die Fliegen werden bei Sonnenschein wieder aktiv und sind lästig.

Ich sitze vor dem WoMo im Schatten, unterhalte mich mit Ibrahim - der Wüstenwind weht den Sand sogar zwischen die Zähne.

Ansonsten ist heute für uns ein Rasttag. Die letzten Ansichtskarten werden geschrieben, Erich sortiert Fotos zum Reisebericht dazu. Um 14:00 h haben wir 28°C im Schatten.