Die Musiker der CD
Franz Mettauer:
Dudelsack, Gesang, Fußschellen
Mag. Ernst Schmid:
Saugeige, Djembe, Tambourine, Gesang
Mahringer:
Geige, Gesang

 

Inhalt

01. Dantzlied aus dem Mittelalter
02. Unter der Linden
03. Der Gutzkauch
04. Veris dulcis
05. Tempus transit gelidum
06. Es ist ein Schnee gefallen
07. Karascha
08. Ave Nobilis
09. Menuett
10. Kontratanz
11. Hochzeitsstücke
12. Kreistänze
13. Hirtenruf-Hirtenweise-Hirtenstück-Pastorale
14. Bretonisch I.
15. Wiegenlied
16. Leo
17. Bretonisch II.
18. Im Aschenbecher
19. Bretonisch III.

 

Um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen, sei erwähnt, dass der eigenwillige Name der 1995 in dieser Zusammenstellung gegründeten Formation keineswegs darauf abzielt, den geneigten Hörer gleich wieder zu verscheuchen. Die hauptsächlich verwendeten Instrumente Dudelsack, Saugeige und Geige gaben dem Trio seinen Namen, das mit seinem 1999 erschienen Erstlingswerk einen durch und durch traditionellen Streifzug durch die Zeiten unternimmt.

Typisch österreichisch – der böhmische Bock

Der Gründer des oberösterreichischen Ensembles, Franz Mettauer, beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit alter Musik und dem Spiel des für Österreich und Böhmen typischen Dudelsacks, des böhmischen Bocks, welcher bis ins 19. Jahrhundert als fixer Bestandteil unserer Volksmusik gesehen werden darf. Aufgrund dieser Tatsache hebt sich die vorliegende Produktion auch klar von anderen Interpretationen alter Musik ab, da sie bisweilen recht authentischen Zugang über den hauptsächlichen Einsatz von tatsächlich traditionellen Instrumenten findet. Wenn aufgrund aktueller Strömungen in „historischer“ Musik auch gewöhnungsbedürftig, so dürfte der Klang des Bocks aufgrund seiner Konstruktion dem des mittelalterlichen Dudelsacks sehr nahe kommen.

Durch die Zeiten und Regionen

Im Zusammenklang mit Geige, Saugeige und diversen Perkussionsinstrumenten entsteht ein recht buntes Gemisch aus Bildern, die vom Mittelalter über Barock bis hin zu alpiner und bretonischer Volksmusik reichen und für den Hörer kaum Bekanntes bereithalten. Der raue Charme von gekonnt und abwechslungsreich gespielter Bockspfeife und Geige wird dabei vom Gesang des Trios unterstrichen und lässt zwangsläufig Wirtshausstimmung aufkommen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist dabei der Einsatz der afrikanischen Djembe, die sich aufgrund ihrer dominanten Klangeigenschaften zeitweilig nicht ganz harmonisch in das sonst so traditionell gehaltene Klangbild einfügt. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei „Durch die Zeiten“ um eine sehr gelungene Produktion, die all jenen ans Herz gelegt sei, die ihren musikalischen Horizont in Richtung authentischer Volksmusik erweitern und einen Eindruck davon gewinnen wollen, wie es über Jahrhunderte in Wirtshäusern und Bauernstuben zugegangen sein mag, bevor gewisse Mainstream-Fernsehsendungen die Volksmusik zu volksdümmlicher Musik verkommen ließen.

Text [25. 03. 2008 - 18:00 - Max Meßenböck]