Erwähne ich den lieben Augustin oder die Bauernhochzeit von Pieter Bruegel wird sehr schnell klar, der Dudelsack ist keineswegs eine schottische Erfindung. Da es ein altgriechisches Wort für Dudelsack gibt, ist anzunehmen, daß den Griechen dieses Instrument bekannt war. Der römische Schriftsteller Sueton schreibt, Kaiser Nero verstund den Dudelsack gar wohl zu blasen:

Nach meinem Dafürhalten ist der Dudelsack aus dem arabischen Raum, dem Erben des römischen Weltreiches, der ja von der kulturvernichtenden Völkerwanderung unbehelligt blieb, erst durch die Kreuzritter wieder nach Mitteleuropa gekommen und hat bei uns vielfältige Ausformungenerfahren. lch spiele einen böhmischen Bock, eine Nachbildung eines Instrumentes um 1800, das im Musikmuseum in Strakonice zu sehen ist. Der böhmische Bock ist eine klassische germanisch-slawische Sackpfeiffe und zeigt interessante Züge. Die Kuhhömer, die den Ton verstärken sind für diese Art des Dudelsackes typisch, ebenso der Luftsack aus Wolfs- Ziegen- oder Schafsfell, der geschnitzte Ziegenkopf und der bloß einstimmige Bordun, die mitklingende Baßpfeiffe. Dudelsäcke sind sehr stimmungsanfällig, mithin ein Grund, wieso sie der Vergessenheit anheimfielen. Glücklicherweise wird die Luft für die den Ton erzeugenden Aufschlagzungen nicht mehr mit dem Mund in den Sack geblasen, sondern durch einen Blasebalg, welcher den Tongeneratoren mehr Stabilität verleiht und dem Spieler die Möglichkeit bietet, sich selbst durch Gesang zu begleiten, was mehr Farbe in das Spiel bringt, denn der Tonumfang– Naturtöne! - beträgt nur eine None.

Bela Bartok sagt: Each native tune is a model of high artistic perfection. I regard them as so many masterworks in miniature, as I do a Bach fugue, or a Mozart sonata in the world of the larger forms.