Ein Gespräch mit Franz Mettauer über mehr als fünf Jahre Dudelsack&Saugeign&Geign:

„Mein Interesse an alter Musik wurde von Prof. Balduin Sulzer in der Arbeitermittelschule geweckt. Mit ansteckender Begeisterung hat er während des Unterrichtes seine musikgeschichtlichen Theorien durch Hörbeispiele belegt und die gesamte Klasse - Heranwachsende und gestandene Arbeiter - in seinen Bann geschlagen.
Mit meiner simplicianischen Naivität war ich baß erstaunt. Es gab also nicht nur uraltes Gemäuer, romanische und gotische Kirchen, Gemälde von alten Meistern sondern auch die dazugehörende Musik, gespielt von Zeitgenossen, von jetzt lebenden Menschen. 'Da wußte ich, das will ich auch spielen, fand aber zu den zum Kauf angebotenen Instrumenten kein rechtes Vertrauen. Bis ich Rudi Lughofer kennenlernte, der bei einem Lehrertreff mit seiner Bock- & Leiermusik aufspielte. Es ergab sich sogleich ein Fachgespräch und Rudi, Erwecker es Dudelsackspieles in Österreich, erklärte sich bereit, mir einen seiner Böcke zu erkaufen, mir Stunden zu geben und auch kleinere allfällige Reparaturen durchzuführen.
Der Weg zur Gruppe DuSauGe war aber noch weit, denn ein irisches Sprichwort sagt, um Bagpipes spielen zu können, bedarf es 21 Jahre. Sieben Jahre hören (um sich das Liedgut einzuverleiben), sieben Jahre üben, sieben Jahre öffentlich auftreten (um die nötige Routine zu erlangen). Doch öffentlich auftreten wollte ich nie, es genügte mir, daheim bescheiden im stillen Kämmerlein zu üben. Und doch überredete mich Rudi, gelegentlich bei seinen Auftritten auf die Bühne zu klettern und einige Stücke zu spielen.

Eines Tages rief mich der Geschichtsarbeiter Franz Steinmaßl, Gründer des Verlages Edition Geschichte der Heimat, an, er wolle sein jüngst erschienenes Buch „Arsen im Mohnknödel. Kriminalgeschichte des Mühlviertels" im Schwurgerichtssaal des Linzer Landesgerichtes präsentieren, er kenne mich von Rudis Auftritten und meine Dudelsackmusik samt Texten paßten exakt zu seinem Werk. Das war der Beginn meines öffentlichen Auftretens. Alsbald begleitete mich Christine mit ihrer Geige. 1995 rief die Gewerkschaft zur Phantasie auf und lud uns ein, Beiträge zur Arbeiterbewegung für die CD „Gegen das Herzversagen" zu liefern. Wir brauchten dafür noch einen Musiker, der uns abrundet und uns Tiefgang verleiht und fanden ihn in Ernst. In der Folge engagierten uns verschiedene Dichter für ihre Lesungen. Franz Stelzhamers wilder Enkel Hans Kumpfmüller, der Preisträger des Linzer Landestheaters Walter Kohl für seine Performances und Videokunst, Helmut Wittmann für seine Märchenroas ...

Und immer wieder haben uns die Zuhörer gefragt, ja gibts denn von euch keine Tonträger? So haben wir uns entschlossen, ins Tonstudio zu gehen und unsere „Erste" zu produzieren...“