Als ich im Mai 1994 mit meiner Frau durch Rom
spazierte, kamen wir zufällig bei einer kleinen Galerie vorbei, wo mir sofort,
für meine Begriffe wunderschöne, vor allem aber mit kraftvollen
Farben gemalte Natur- und Landschaftsbilder in die Augen stachen. Die eher
kleinen Bilder der Künstlerin Rossana Agostini waren auch von den natürlichen
Motiven wie Wald, Bäume, Vögel, Blumen, etc. sehr ansprechend und begeisterten
mich außerordentlich. Ich hatte da echt eine Initialzündung erfahren. Wäre das
Atelier wegen der Mittagpause nicht geschlossen gewesen, hätte ich mir sicher
ein Bild gekauft. Mit dem festen Vorsatz diese Malfarben, nämlich Acryl,
selber zu versuchen fuhren wir - im Umweg über die Toskana - nach Hause.

Die ACRYLFARBEN schätze ich vor allem wegen der grellen Farben, der
Geruchlosigkeit, der schnellen Trocknungszeit (5 - 30 Minuten), der Lichtechtheit, der
Alterungsbeständigkeit und der vielfältigen und unproblematischen Handhabung.
Da als Lösungsmittel nicht Terpentin, wie bei Ölfarben, sondern Wasser benutz
wird, stinkt es nicht wochenlang in der ganzen Wohnung. Ein eigenes Atelier
zahlt sich für die paar Bilder die ich im Jahr male nicht aus.
Die Farbstoffe, die Pigmente, sind die gleichen wie bei Öl- und
Aquarellfarben. Der Unterschied zu diesen besteht in den Bindemitteln und
Lösungsmitteln. Während in Ölfarben das Leinöl, das aus den Samenkörnern
des Flachses ausgepresst wird, zur Bindung dient, ist es bei Aquarellfarben
Gummi arabicum, Dextrin oder Tragant. Als Lösungsmittel wird in Ölfarben, wie
schon erwähnt das stinkende Terpentin und in Aquarellfarben, wie bei
Acrylfarben, das Wasser verwendet. Darum kann man Acrylfarben auch in einer
Naß-in-Naß-Technik wie Aquarellfarben verwenden. Mein Stil ist aber eher die
deckende oder pastös-plastische Malweise um die brillianten Farben besser
zum Ausdruck zu bringen.

Schon im Herbst 1994 meldete ich mich zu einem Acryl-Malkurs bei Frau Renate
MORAN, einer
in Linz bekannten Künstlerin, an. Das erste Malthema war
möglichst ein Stilleben mit Obst.
Da ich aber das Malen nicht lernen wollte um Bilder zu malen, die ich nicht
wollte,
beendete ich
auch bald die begonnenen Bilder und
den Kurs vorzeitig, da Frau Moran auf abstrakte
Themen drängte und meine gegenständliche Malerei als unkünstlerisch abtat.
Meine nächsten, zuhause gemalten Bilder entsprachen dann jenen
Motiven, wie sie meinem Geschmack von Kunst entsprachen, sehr naturalistisch und
gegenständlich. Bald wendete ich mich meinem eigentlichen Ziel zu, nämlich
Schmetterlingsbilder zu malen.

Da ich schon einen Morpho helena besaß, wurde dieser mein erstes wirklich
interessantes Motiv und ein für den Anfang m.E. ganz passables Bild, mein
insgesamt viertes Werk (Nov. 94), das ich noch etwas überarbeitet, bei mir an
der Wohnzimmerwand hängen habe.
Dieses und alle späteren Bilder (s.u.) entstanden alle jeweils innerhalb von
drei Abenden, länger brauchte ich für keines. Das ist der Vorteil der schnell
trocknenden Farben.

Mein bisher letztes Werk , es entstand Anfang Jänner 1999, ist eine
Hymne
auf die Parnassier Zentralasiens, die bis über 5.500 m hoch fliegen. Die
drei Berge hinten sind die heiligsten Berge Indiens und Tibets:
>links der SHIVLING, 6.543 m hoch, er steht
im Garhwal Himal Nord-Indiens
und ist dem Gott SHIVA geweiht;
>Mitte der NANDA DEVI, 7.816 m, im Garhwal-Himal, Nord-Indien, der höchste
Berg Indiens wird als göttliche NANDA verehrt;
>rechts der Götterthron "KAILASH" oder "Kang Rinpoche"
genannt, schon in West-Tibet gelegen, 6.656 m hoch, gilt als der heiligste
Berg der Erde, da er von 3 Religionen verehrt wird, den Hindus, den
Buddhisten und den Böngos.
Die Parnassier-Falter im Bild anklicken, wenn Sie
eine Vergrößerung sehen wollen: