Stifter Häuslbräu
Ing. Erich Gramer: 3321 Ardagger Stift
Am 3.1.2003 suche ich mit
meinen treuen Bierreisebegleitern Ernst Eibensteiner und Karl Mitterer den in
Moosbach zum österreichischen Staatsmeister gekürten Heimbrauer Ing. Erich
Gramer auf. Der Name der Brauerei rührt davon her, dass das Bier in einem im
Keller gelegenen „Häusl“ (bestehend aus Klosett, Brause und Waschbecken)
gebraut wird und in Ardagger ein Stift gelegen ist. Erich ist pensionierter
Berufsschullehrer für Tischler und sehe ich hier die erste Brauerei, bei der
alle Geräte, soweit möglich, aus Holz angefertigt sind. Holzkonstruktionen
ziehen sich durch die ganze Brauerei und ist beispielsweise der Läuterbottich
mit einer gegrateten Holzverbindung angefertigt, wobei am Boden noch ein
aufgeschlitztes gewundenes Kupferrohr mit schräg eingeschlitzten Abflusslöchern
angebracht ist. Deckel, Stativ für Flaschentrocknung, eine mit Styropor
isolierte Transportkiste sowie Tragerl sind natürlich auch aus Holz. Als
Sudpfanne dienen 2 gleichzeitig elektrisch beheizte Einkochtöpfe mit je 30
Liter (für 14 Rexgläser), wobei händisch mit dem hölzernen Braupaddel umgerührt
werden muss. Die Würze wird in ein Plastikgefäß geleert, mit einem Holzwagerl
zum Kellerraum geführt und wird die Tonne dann mit einem Seilzug in eine Tiefkühlruhe
gehievt, wo die Gärung 7-9 Tage dauert. Der Staatsmeister hat bisher bereits 70
Sude gebraut und dürfen wir, nachdem er uns die Herstellung des Bieres
eindrucksvoll demonstriert hat, die gesamte Palette der vorrätigen Biere
verkosten. Da Erich Versuche mit einer Nottingham Hefe getätigt hat und die
Hefe verwertet werden musste, sind diesmal außer einem Bier alle obergärig.
Wir trinken ein vollmundiges untergäriges Bier und einen Bierversuch mit 18%
Weizenmalz, der süffig und fruchtig schmeckt sowie einen dunklen Weizenbock.
Erich ist sehr experimentierfreudig und verkosten wir auch ein obergäriges
Bier, bei dem eine Leutschacher Hopfendolde bei der Abfüllung in die Flasche
gegeben wurde. Dieses Bier trifft voll meinem Geschmack, da der Hopfen voll zur
Geltung kommt und muss ich Erich hiezu sehr gratulieren. Zu guter Letzt
verkosten wir noch ein Gewürzbier, das mit Ingwer, Zimtstangen, Gewürznelken
und Orangenschalen eingebraut wurde, das mir auch sehr mundet. Wir stellen fest,
dass Erich zu Recht den Staatsmeistertitel der Heimbrauer in Moosbach bekommen
hat, da alle Biere ausgezeichnet munden. Es ist sehr schade, dass Erich das Bier
nur für den Haustrunk braut und dieses nicht verkauft wird.

In der Brauerei dominiert Holz, unten der Läuterbottich.


Seilzug für die Beförderung der Würze in die Kühltruhe.


Verkostung mit Staatsmeistertrophäe auf dem Tisch.

Leutschacher Hopfendolde im Staatsmeisterbier.