Urige Wirtshäuser
A) Inn- und Hausruckviertel
Gasthof
und Kohlenhandlung Ernst Kottbauer:
Riedau
Der Eingang in die Gaststube erfolgt über das etwas verrußte Büro der Kohlenhandlung. Im Büro steht ein uralter Tresor, der seinesgleichen sucht. Erwähnt werden müssen auch die alten Schreibtische. Die Gaststube besteht aus uraltem Bretterboden, dunkler Holzvertafelung sowie ebenso dunkler geschnitzter Anrichte neben der alten Schank. Der Wirt hat sich jedes Mal über unsere Einkehr gefreut und uns sehr nett bewirtet. Leider gibt es das Wirtshaus nicht mehr.

Gaststube Kottbauer
Wirtshaus
des Karl Berer: Frauschereck
9, St. Johann am Walde
Die
Gaststube besteht aus einem Holzboden, dunkler Holzdecke sowie natürlich einem
Kachelofen. Aus der uralten Schank rinnt Zipfer, das in einem alten zwölfeckigen
Zipfer-Krug mit wenig Kohlensäure aufgetragen wird. Neben der Schank steht ein
alter Resopaltisch, auf dem die alkoholfreien Getränke stehen, die dann ohne Kühlung
ausgeschenkt werden. Bei einem der ersten Besuche isst Peter ein Kübelspeckbrot.
Der alte Wirt in seiner geflickten alten blauen Arbeitshose strahlt eine Ruhe
aus, die dieses Wirtshaus zu einem meiner Lieblingslokale macht. Dazu passt auch
die betagte Wirtin mit ihrer Schürze.
Eines
der urigsten Bauernwirtshäuser, die ich kenne. Eine alte Eingangstüre führt
uns in ein Vorhaus mit alter Klingel und dann in die Gaststube, deren
Einrichtung sicher seit den letzten 50 Jahren nicht mehr verändert wurde.
Schiffboden, Doppel- und Rundumbänke , alte Tische, schmiedeeisene
Fensterverzierungen, alte Kugellampen sowie eine bereits lustige Stammtischrunde
schaffen die gemütliche Atmosphäre eines Bauernwirtshauses. Die uralte Wirtin
zapft temperiertes Zipfer Märzen mit wenig Kohlensäure, sodaß ich drei Halbe
trinken muß. Zu essen gibt es Dürre sowie Brezen. Ein altes Bild der
stillgelegten Brauerei Mattighofen hängt in der Mitte der Gaststube. Als ich
den Stammtisch fotografiere, macht auch der anwesende Bürgermeister ein Foto
von mir. Da offensichtlich wenig Fremde in das Dorf kommen, knipst der Bürgermeister
auch mein neben dem Misthaufen parkendes Auto.

Stammtisch Riefler
Gasthaus
und Trafik Anna Wachter: 4881
Straß im Attergau, Powang 8.
Dieses
Gasthaus ist eines der urigsten und beschaulichsten Gasthäuser, die ich kenne.
Es handelt sich um ein 400 Jahre altes Holzhaus, in dem innen in den letzten
Jahrzehnten nichts verändert wurde. In der Nähe stehen noch einige weitere
Holzhäuser, eines davon hat ein Ingenieur um 400.000 Schilling als
Wochenendhaus gekauft. Als ich am 4.8.2001 einkehre, begrüßen mich die ca. 50
jährige Wirtin und deren 82 Jahre alte Mutter, die zusammen ohne Mann das
abgelegene Gasthaus bewirtschaften. Die Beschaulichkeit des Alltags ist einfach
spürbar und bestätigen ca. 10 Katzen, dass das Haus heimelig ist. Im Vorhaus
liegt ein Bretterboden, während in der Gaststube ein rotbräunlicher
Schiffboden verlegt wurde. Kleine alte Fenster mit Eisengitter, alte Tische und
Sessel passen zu der niedrigen Stube. Der Holztram ist verputzt, wurde aber
einmal freigelegt und war dann zu sehen, dass er nicht geschnitzt ist. Beide
Wirtinnen haben wegen des Holzhauses große Angst vor Gewittern und stehen bei
der Nacht daher sofort auf. Die Wirtinnen und der Nachbar meinen, dass vor 20
Jahren in der Gegend noch viel los war und die deutschen Touristen mit dem
Gummiwagen vorgefahren und stark gezecht haben. Heute habe der Tourismus in der
Gegend stark nachgelassen und kommen kaum mehr deutsche Gäste in das abgelegene
Gasthaus. Da das Wirtshaus so urig ist, trinke ich zusammen mit Beate 4 Halbe
und ein Seidel Zipfer Märzen. Vor dem Haus steht ein wunderschöner alter mächtiger
Kastanienbaum, zu dem der 10jährige Nachbarssohn allerdings meint, dass er
gestutzt gehört, da der Kranfahrer Walter immer nur schwer durchkommt. Bei der
Einkehr unterhalte ich mich auch mit dem anwesenden Nachbarn, der geschichtlich
sehr informiert ist und dessen Bauernhaus zum Teil auch aus Holz besteht. Dieses
Gasthaus reihe ich unter die ersten zehn und hat mir den Tipp mein
Arbeitskollege Helmut Böckl gegeben, dessen Tante in der Nähe wohnt.
Gasthaus
Georg Berrer/ Wirt in Arnberg am Kobernaußer Walde Nr.10, südl.
v. Mettmach
Das
Schnaitl Bier wird noch in Biergläsern der Schloßbrauerei Riegerting
gezapft. Der Wirt verkauft mir gerne ein solches Seidel-Glas um 20
Schilling. Das Halbe-Glas nehme ich nicht, da dieses bereits sehr abgegriffen
ist, da die Stammgäste sichtlich nur Halbe trinken. Unser geduldiger Chauffeur
Hartmut bestellt einen Verlängerten, der als Kaffee vom Ofen serviert wird
wobei laut Hartmut die Verlängerung zutrifft. Unter den Stammgästen neben dem
Kachelofen sitzt ein jugendlicher Mann aus Schneegattern, der laut Wirt bei der
Heimfahrt bereits 3 Mal mit dem Traktor verunglückt ist, diesmal aber Gott sei
Dank einen Chauffeur hat. Er hält Gumpi wegen seines schwarzen Hemdes mit
Stehkragen für einen Pfarrer, woraufhin ihm Gumpi seinen Segen erteilt. Ende
Juli 2000 kehre ich mit Hans Trauner ein, dessen Frau ein paar Häuser weiter
geboren wurde. Der Wirt berichtet, dass in vergangenen Zeiten ein Gast öfters während
des 12.00 Uhr Läutens einen "5-Maßigen" (10 l Krug) getrunken hat,
aber auch früh verstorben sei. Es wird weiters übereinstimmend überliefert,
dass das Höhnharter Bier halbdunkel und bitter war, weshalb es erst nach
einigen Halben gemundet hat.
Essigwurst
Paula / Gasthaus Niederstraßer:
Auerbach, Höring Nr. 6; Pächter Franziska Netztaler
Die
Speisekarte des Spezialitätenrestaurants Essigwurst Paula weist 5 Varianten von
Essigwurst auf sowie Knacker mit oder ohne Senf. Scheiterhaufen und Dampfnudeln
gibt es nur auf Vorbestellung.

In der
Gaststube hängt ein altes Bild der Mattighofener Brauerei, ebenso wie ein
Bierzapf-Diplom, wonach Paula der ehrenvolle Titel "Bierzapfmeister"
verliehen wurde. Paula teilt mit, daß sie bei Ablegung der Prüfung im Jahr
1988 wenig Zeit hatte und deshalb bei der Preisverleihung nicht mehr anwesend
war; trotzdem habe sie die Urkunde und einen 6er Träger Urtyp erhalten. Das
Zipfer Märzen wird im Vorhaus gezapft und in denselben alten Zipfer Krügen wie
in Frauschereck serviert. Auf
unserer Doppelbank nimmt ein Einheimischer mit seinem 8-jährigen Sohn Platz und verzehren sie zu zweit zwei Essigwürste
und 6 Semmeln, fünf Semmeln davon der Sohn, der auch den Essig mit der Semmel
aufsaugt. Wir essen eine Essigwurst mit viel würfeligem und eine mit wenig
Zwiebel. Unser Nachbar bestätigt, daß die Essigwurst Paula weitum bekannt ist
und er gerne hier einkehrt. Beate trinkt einen Russischen Tee mit Zitrone, der S
15,-- kostet.
Am
23.10.1998 kehre ich erneut allein ein und werde von den einheimischen Gästen
sofort an den Stammtisch gebeten. Um 14.30 ist Paula anwesend und übergibt
gerade den Dienst an die ankommende Pächterin Fanni, die sonst in der
Fleischerei Weilhartner in Mattighofen arbeitet. Paula hilft immer vormittags
aus. Der Prokurist "Andi" Franz Schinwald der Firma BWT-AG aus Mondsee
ist anwesend und liefert sich mit Paula heftige Dispute, sodaß sie immer
"die Flucht ergreifen" will. Der Prokurist erklärt die Gaststätte
als sein Lieblingslokal und zahlt mir sofort einen Liter Bier aus Freude, da
auch ich dieses abgelegene Gasthaus gezielt aufsuche. Ein paar Tage später ruft
er mich in der Firma an und fragt, wann ich endlich wieder bei der Paula
einkehre.
Leider Samstag und Dienstag
gesperrt und
leider umgebaut.

Gaststube Essigwurst Paula
Gasthaus
Linecker/Wirt z`Butting: Breitenberg 9, Maria-Schmolln. Auf
Straße zw. Höhnhart und Uttendorf.
Als
wir am 11.11.2000 einkehren finden wir eine uralte Gaststube mit Schiffboden,
gelb gestrichenen Doppelbänken und Sesseln aus dem Jahr 1937 vor. Auf einem der
alten Sessel ist ein Namensschild eines Gastes angebracht. Laut Altwirtin
brannte am Peterstag dieses Jahres um 23.00 Uhr das Holzhaus bis auf den Grund
ab und konnten nur 3 Stühle, Kruzifix, Gitarre und 2 Wilderer-Bilder gerettet
werden. Die Stuckatur am Plafond wurde leider zwischenzeitig durch eine gewöhnliche
Holzdecke ersetzt. Didi bewundert auch den alten Kachelofen, die vielen Geweihe
und natürlich das Wilderer-Bild oberhalb der Schank. Der Name Butting kommt
davon, dass ein Vorbesitzer Buttinger geheißen hat. Dieses Wirtshaus ist auch
durch den Stammtisch der Huster bekannt, der anno 7.10.1989 gegründet wurde.
Toni wirft einen Blick in das Stammtischbuch, was bei dem 14jährigen Wirtssohn
einen Entsetzensschrei hervorruft, da niemand hineinschauen dürfe. Der
Wirtssohn meint, "wenn die Huster z`am Gleschn, dann rennan die Weiba, weil
dann schlederts". Huster ist ein spezielles Mixgetränk der Wirtes Ferdl,
welches sehr stark ist. Auf einer Wand der alten Gaststube sind 300 Sparkästen
des Sparvereins Butting angebracht, von dennen 260 besetzt sind, darunter auch
Linzer. Zu erwähnen ist auch, dass an das alte Gebäude ein Zubau angebaut
wurde, in dem sich ein Saal befindet. In diesem Saal stehen Biertische und hängt
sehr viel Schnaitl Werbung neben Heiligenbilder nach italienischem Muster.
Wirt
z` Graben
Ferdinand Finsterer: 4982 Kirchdorf am Inn, Graben 5
Am 8.5.2004 kehre ich mit Toni Wimmer in dieses alte Wirtshaus ein, dass als solches von außen nur durch einen Kastanienbaum erkenntlich ist. Die geräumige Wirtsstube ist urig mit alten Holztischen und Bänken eingerichtet und seit den 60iger Jahren unverändert, die vorletzte Änderung war vor dem Krieg. Aufgesperrt wird um 15.00 Uhr und erscheinen pünktlich die Stammgäste, großteils Pensionisten. Aufgrund unserer Anwesenheit muss ein Tisch hinzu gestellt werden und weisen die Gäste darauf hin, dass die alten Tische sehr praktisch sind, da der Stammtisch ohne Problem schnell verlängert werden kann. Mir fällt auf, dass die Stammgäste untereinander sehr „abhacheln“, insbesondere auf den Schmied gehen alle los, der sich aber zu helfen weiß. Es ist eine Freude dem Innviertler Schmäh am diesem Stammtisch zuzuhören. Uns lassen sie allerdings in Ruhe und lassen sich die Stammgäste bereitwillig abfotografieren, ohne dass ich eine Runde zahlen muss. Laut dem Wirt war die letzte größere Rauferei Mitte 1950. Gezapft wird Raschhofer Bier und verzehre ich auch eine Innviertler Speckknacker, die mir ausgezeichnet mundet. Der Wirt ist angeblich ein ausgezeichneter Schnitzelkoch, wobei er aber nur gelegentlich für Stammgäste auskocht. Einer der Stammgäste war am selben Tag schon wallfahrten und ist es in dieser Gegend für jeden Katholiken Pflicht eine „Mai-Wallfahrt“ zu unternehmen. Bei Verlassen des Wirtshauses kommt auch eine junge Gruppe Jugendlicher zu Fuß mit einem Kreuz an, die durstig einkehren.
Wegen uns wird der Stammtisch verlängert.
Gasthaus
zum Seppnwirt: Besitzer Albert
Lechner, Pächter Josef Pichorner.Schwand im Innkreis Nr. 4. südw. von Braunau
Am
11.11.2000 kehren wir in diesem mächtigen Anwesen ein, das in den letzten
Jahren wenig renoviert wurde. Der Wirt bietet uns gleich das Wirtshaus zur Pacht
an und will auch die Gemeinde das einzige Wirtshaus erhalten. In der riesigen
Gaststube, die früher geteilt war, stehen alte Holztische und Doppelbänke und
ist nur die Schank relativ neu. An der Wand hängen mehrere Bilder, die an die
Spenden zur Fahnenweihe des Krieger- und Veterannenvereins erinneren. Auch ein
altes großes Bild vom Frankenburger Würfelspiel verziert die Gaststube. Der
Saal im ersten Stock ist geteilt, einerseits für die Theaterspieler und
andererseits für sonstige Veranstaltungen, wo auch heute eine standesamtliche
Hochzeit stattfindet. Gezapft wird nach Wunsch Stiegl oder Kaiser.
Gasthaus
Johann Hinterhofer: Oberrothenbuch 2, südw. v. Ranshofen,
Gemeinde Braunau, Nähe Abzweigung Straße Schwand.
Dieses
urige Wirtshaus liegt unscheinbar an der Straße neben dem Inn und ist schwer
nur durch das kleine blaue Zipfer-Schild als Wirtshaus zu erkennen. Schiffboden,
uralte Tische und braun lackierte Bänke sind noch vorhanden. Die Gaststube wird
durch uralte Ring-Lampen beleuchtet. Didi wird es neben dem Kachelofen bald zu
heiß. Die Schank ist durch einen kleinen Vorhang abgetrennt, wir können aber
beim Zapfen des Zipfer hineinsehen. In der Wirtsstube hängen die
Konzessions-Urkunde aus dem Jahr 1957 und die Verschleißbefugnis für öffentliche
Tabaktrafiken aus dem Jahr 1959. Sehr urige alte Wirtsleute, die uns das selbst
gebackene Brot anpreisen. Zu diesem sehr guten Brot esse ich eine Essigwurst,
Toni eine Speckwurst mit Senf.
Gasthaus
Waldwirt/Alois Weinberger: Neukirchen an der Enknach, Lach 2
(Lachforst, Werkstor AMAG Ranshofen 1 km Richtung Neukirchen)
Über
Empfehlung von Alois Ellmer suche ich am 12.4.2001 das alte Gasthaus auf um
nehme am langgezogenen Stammtisch Platz. Das Gasthaus führt Müllner Bräu Bier
in neutralen Krügeln und ist der Waldwirt auch auf der Rückseite des
Bierdeckels der Klosterbrauerei Mülln angeführt. Die Stammgäste neben mir
loben das Bier aus dem Augustinerbräu des Klosters Mülln vor allem, weil es
nicht zu kalt serviert wird. Es schmeckt hier wirklich süffig, allerdings
bekanntlich sehr leicht und malzig. An der Wand hängt ein großes gerahmtes
Werbeplakat der Stechl Brauerei Braunau, die laut Wirtin 1979 stillgelegt wurde.
Die Wirtin gibt das Bild nicht her, obwohl ihr bereits hohe Beträge angeboten
wurden. Daneben ist ein Bild mit den Gefallenen und Heimkehrern angebracht. Im
angeschlossenen kleinen Saal hängt eine Urkunde, mit der Alois Weinberger für
seine Tätigkeiten im Heimatverein gewürdigt wird. Zuerst bedient die betagte
Wirtin und dann ein jüngerer Wirt. Insgesamt ein altes Wirtshaus, in dem weder
außen noch innen in den letzten Jahren Veränderungen vorgenommen wurden und
das aufgrund der alten Wirtin der Bilder urig ist.
Gasthaus Kranewitten Josef Angelbauer: Handenberg, Adenberg 9. Westlich von Handenberg an der Straße
von Straß vor Kölln.
Beim
Besuch am 11.11.2000 ist die in dem Vierkanter gelegene Gaststube noch seit 1960
unverändert. Der Schiffboden ist natürlich noch vorhanden und ist sonst die
Gaststube mit den Resopaltischen eher einfach und spartanisch eingerichtet. Die
Schank befindet sich in der Küche, wo bereits ein Krenfleisch für die Jäger
gekocht wird, die um 16.00 Uhr nach der Treibjagd einkehren werden. Der Wirt und
Bauer konnte an der Treibjagd wegen einer Fußverletzung nicht teilnehmen und
sehen wir auch die Faschen am Fuß. In der Küche sitzt auch der Totengräber,
den wir bereits bei der Ankunft gesehen haben, als er vor dem Wirtshaus Wasser
gelassen hat. Im Hof rinnt aus einem geschlagenen Grander das Wasser. Die
Schwester des Wirtes serviert uns süffiges Zipfer.
Wirt
z´Ernsting/ Ernstinger
Wirtsbräu Fam. Borer vormals Wengler
Das Gasthaus in vierter Generation
ist ein stattliches Haus mit einer urigen Gaststube, in der noch ein alter braun
gestrichener Ladenboden vorhanden ist. Selbstverständlich gibt es noch alte
Tische mit Vergeltsgottleisten und Rundumbänke. Im Vorhaus mit Steinfliesen
steht ein uralter Tisch auf dem eine alte Spielkartenpresse ausgestellt ist.
Die junge Wirtin Justine hat den aus der Schweiz stammenden Ehemann bei der
Arbeit im Sternbräu Salzburg kennen gelernt und hat Stefan bereits im Jahr 2000
zu brauen begonnen. Am 17.5.2008 kehre ich zum wiederholten Mal mit
Bierliebhabern ein und führt uns Stefan durch seine Brauerei. Das Selbstgebraute
schmeckt den Mitreisenden und mir ausgezeichnet. Dienstag
Ruhetag. Tel.: 06278/6325.

In der alten Gaststube mundet das Selbstgebraute.
Wirt
z` Standharting: Walter Raab Gasthaus Zum grünen Baum
Laut
der Pfarraufzeichnung steht an diesem Ort seit über 300 Jahren ein
Einkehrwirtshaus, das jetzige Gebäude ist 100 Jahre alt. Die Wirtin hat 1960
auf das Wirthaus geheiratet und gab es bereits zu dieser Zeit den alten braunen
abgetretenen Holzboden, der mit Büffelbeize versiegelt wird. In der Gaststube
stehen alte Bierbänke mit Mittellehne, uralte Tische und eine besonders schöne
eingebaute Kredenz. Bei meiner ersten Einkehr trinkt der Postler vormittags in
unserer Anwesenheit eine Flasche Zipfer Märzen. Die Brettljause mit
Schweinsbraten mundet sehr gut. Angeblich wurde hier früher auch hervorragendes
Wild gekocht. Toni Wimmer bestellt eine „Luftgeselchte“, die die Wirtin und
der einzige anwesende Gast aber nicht kennen. Bei dem Besuch am 20.10.01 teilt
die Wirtin mit, dass sie nach einem Schlaganfall nicht mehr auskoche und das
Gasthaus demnächst geschlossen werden soll, da die Kinder den Lehrberuf
ergriffen haben. Der 70jährige aber noch rüstige Wirt verneint später eine
baldige Schließung.
Wirt
z` Ebersau: zw. Pramet u. Schildorn südl. Ried
Bei
meinem Zweitbesuch können wir leider in der urigen alten Stube nicht Platz
nehmen, da sie schlecht beheizt ist. Dafür entschädigt aber das gute Essen und
daß der Wirt von Keller Bräu Bier auf Zipfer umgestellt hat.
Höhwirt
/ Wohlfarter:
Wasserdobl Nr. 6; Aspach Richtung Mettmach
Beim
Erstbesuch hält sich der ehemalige Besitzer der Brauerei Aspach Hofmann neben uns am
Jägerstammtisch auf. Von der Wirtin erhalte ich ein altes Bierglas des Hofmann Bräu.
Hier lerne ich auch meinen Bierfreund Hans Trauner aus Mettmach kennen. An einem
Sonntagnachmittag sehe ich durchs Fenster, daß die Altwirtin beim Kachelofen
sitzend schläft, sodaß wir weiterfahren.
Gasthaus
Helga Leeb: nördl. v. Mettmach, Neundling 1 ( Nähe Gügling
)
Stattliches
Haus, in dem die aufgeschlossene und neugierige Wirtin Helga Raab regiert. Die
Gaststube ist nicht allzu urig, da der Boden verfliest ist und nur Resopaltische
sowie der alte Kachelofen Gemütlichkeit erzeugen. Da die Gaststube leer
ist, meint die Wirtin, wir dürften auch am Stammtisch Platz nehmen. Vis a` vis
des Hauses stehen Kastanienbäume, wobei dieser Garten fast nicht mehr betrieben
wird. Die Wirtin freut sich über unseren Besuch, da sie selber früher gerne
Bier- und Wirtshausreisen machte. Da sie nun die alte Mutter und eine Tante
pflegen muß, kommt sie nicht mehr fort.
Bereitwillig
erzählt sie uns alles über die Zubereitung von Kübelspeck, den es nur in den
Gemeinden Mettmach, Aspach, St. Johann und Lohnsburg am Kobernaußerwald gibt.
Dieser Speck stammt von einer Fadlsau ( bei Helga auch vom Frischling ), die
einige Zeit vor der Schlachtung kurz gehalten wird und dann überfüttert wird. Hiedurch bildet sich
eine ca. 10 cm dicke Fettschicht, die gleich nach dem Stechen noch warm in den
vorbereiteten Holzkübel eingelegt wird. Der vorher peinlich sauber gereinigte Kübel
wird dann luftdicht verschlossen und liegt der Speck dann 6 Wochen in der Sur,
bestehend aus Salz und anderen Gewürzen. Später soll der Kübel wegen der
Bakterien nicht zu oft geöffnet werden. Insbesondere zahlt es sich nicht aus,
nur für eine Brettljause den Speck mit einem speziellen Messer zu entnehmen.
Helga hat früher immer etwas mehr Speck entnommen, und sind dann aber
wieder die Gäste ausgeblieben. Aus diesem Grund, und da das Kübelspeck machen
sehr arbeitsintensiv ist, hat Helga keinen mehr.
Gasthaus
Peter: Waldzell
Die
große Wirtsstube in dem riesigen Anwesen hat einen wunderschönen dunkelbraunen
Schiffboden der mit Leinharzöl eingelassen wurde, teilweise aber abgetreten
ist. Auch der herrliche zitronengelbe Kachelofen mit weißer Kuppel ergänzt die
wunderschöne Einrichtung. Auf den gelben Kacheln sind weiße Hirschen
angebracht. Die alten Tramen waren teilweise bereits unter Mauerputz. Für die
Gendarmerie war früher ein kleiner Raum abgetrennt. Dieser Raum war allerdings
oben offen und hat sich daher nicht bewährt, da die übrigen Gäste die Gespräche
der Gendarmen mithören konnten. Als die Mauer abgetragen wurde hat sich ein
Teil der Decke gelöst und ist der Tram zum Vorschein gekommen. In den vis à
vis des Gasthauses gelegen Gebäuden sollte ursprünglich eine Brauerei
untergebracht werden, da tiefe Kellerstollen vorhanden sind. Die Brauerei Zipf
hat den endgültigen Bau der Brauerei jedoch verhindert, indem sie dem Eigentümer
Handelsrechte zugestanden hat. Die nette Wirtin gibt sich als Goldberger-Fan zu
erkennen. So kommuniziert Beate mit der gleichaltrigen Wirtin über das
Privatleben von Andreas Goldberger und den polnischen Pfarrer. Goldberger saß
anläßlich einer Feier bis 6.00 Uhr früh in ihrem Wirtshaus. Als die Wirtin
vor 18 Jahren auf das Haus kam, wurden am Sonntag nach der Frühmesse 15-20
Liter Beuschl verabreicht. Die derzeitig Messordnung verhindert dies. Die Buben
der Wirtin wollen auch Schispringer werden und ist in Waldzell eine 50 Mio.
Schilling teure Anlage geplant, da die alte dem Schotterabbau weichen mußte. Außer
uns kam am Sonntag nachmittags nur ein Einheimischer in das Wirtshaus, der sich
dann im Nebenzimmer das Neujahrsschispringen 1998 anschauen wollte.
Gasthaus
Metzgerwirt/Feichtenschlager: St. Johann am Walde
Wahrscheinlich
die schönsten Doppelbänke, die ich je gesehen habe, da sie zum Teil sehr
verwinkelt sind. Ohne Pflasterboden wäre die Gaststube jedenfalls perfekt urig.
Das süffige Zipfer mit wenig Kohlensäure fließt aus einem an der Wand
angebrachten Zapfhahn direkt aus dem dahinter liegenden Kühlraum. Ausgespeist
wird nur auf Vorbestellung. Ende Juli 2000 suche ich das Wirtshaus erneut auf
und muß feststellen, dass die Einrichtung innen ein wenig adaptiert wurde.
Besonders ins Auge fällt die Attrappe eines grünen Kachelofens, der auf meinem
ersten Foto vom Jänner 1998 fehlt. Bei diesem Kachelofen wurden anstatt
Keramikkacheln Prespanplatten verwendet, die mit Spaxschrauben verbunden wurden.
Auch die Handwärmer wurden auf gleiche Art hergestellt und befestigt.
Burgtaverne
Feitzinger:
Kobernaußen bei Lohnsburg
Lackierte
uralte Holzdecke mit breiten Tramen. Auf meinen besonderen Wunsch serviert mir
der freundliche Wirt hervorragenden weißen Kübelspeck mit Kren. Auch der
Altwirt geht von Tisch zu Tisch und spricht mit den Gästen.
Braugasthof
Zwink Brunhilde und Rudolf
Bleckenwegner: Aspach
So
stelle ich mir eine innviertlerische Gaststube vor: Die dunkle Holzvertäfelung,
der unbehandelte Bretterboden, die klobigen Tische, die Sessel mit den alten
Lederbezügen, die Bänke, die auch das größte Schwergewicht mit Leichtigkeit
aushalten, den prächtigen grünen Kachelofen, das Familienwappen oberhalb des
Stammtisches, die Jagdtrophäen an der Wand, das Bild vom Männergesangsverein
aus anno dazumal, die stierblutgetränkten Tramen am Plafond und das Ticken der
Standuhr. Hier wird das Aspacher Urbräu
gezapft,
das sehr leicht schmeckt und daher auch für Autofahrer geeignet ist. Mein Sammlerfreund Hans Trauner aus Mettmach fühlt sich in diesem schönen Wirtshaus nicht so wohl, weil hauptsächlich Großbauern
hier einkehren.


Die Sessel mit Fohlenhaut im Braugasthof.

Gasthaus
Zur Kaiserlinde:
Polling zw. Ried und Altheim
Holztramdecke, dunkel eingelassener Schiffboden und alter Stammtisch neben Kachelofen sind die Einrichtung dieser typischen urigen Innviertler Gaststube. Das an der dunklen Tramdecke hängende 1,5 Liter fassende Bierhorn eines ungarischen Ochsens hat ein Viehhändler besorgt. Da früher die Feuerwehr daraus getrunken hat, berichtet die Wirtin bei meiner ersten Einkehr, dass das Ansetzen des Horns allerdings nicht sehr einfach sei. Die Altwirtin berichtet weiters entrüstet, dass vor einiger Zeit Gäste das Bierhorn sowie alte Aschenbecher entwenden wollten. Im Nebenzimmer wurden Tramen aus Lärchenholz freigelegt. Als ich die Altwirtin sowohl auf die Schönheit der Gaststube als auch auf das Buch "Wo der Franz sein Bradl ißt" anspreche, ist sie darüber nicht gerade begeistert. Sie wurde nämlich über die Aufnahme in das Buch nicht verständigt. Bei einem Besuch der jungen Wirtin in der Buchhandlung Amadeus in Linz hat nämlich deren Freundin durch Zufall das Wirtshaus im Buch entdeckt. Die Stammtischgäste freuen sich aber, als ich sie samt Einrichtung fotografiere. Da Stiegl gezapft wird, trinke ich ein helles sowie dunkles Weizengold zur Essigwurst. Im August 2011 fahre ich den Römerradweg und freue mich bei der Einkehr, dass die Gaststube unverändert ist. Aufgrund des schönen Wetters sitzen an diesem Sonntag alle Frühschoppengeher unter der Linde.

Gasthaus
Familie Hubert Streif:
Weilbach, Voitshofen 1
Ein Stammgast der Kaiserlinde verrät mir am 20.2.1999 dieses wunderschöne Gasthaus. Bei der Ankunft ist der lange Stammtisch mit ca. 25 Jägern voll besetzt, die hier nach dem Bezirksjägertag zur Jause einkehren, da der Wirt ebenfalls Jäger ist. Laut Didi liegt hier noch ein gepflegter alter Ladenboden, der seinesgleichen sucht. Auch die Doppelbänke sind uralt, ebenso wie etliche schmale alte Tramen, die insgesamt ein herrliches Bild einer alten Gaststube ergeben. Auch die verzierten alten Fliesen im riesigen Vorhaus verschaffen bereits das richtige Entree. Als ich die Wirtin auf die herrliche Einrichtung anspreche, meint sie, dass es im Innviertel nur mehr 3 urige Wirtshäuser gibt, das Gasthaus Zur Kaiserlinde, den Braugasthof Zwink und natürlich das ihre. Sie gibt mir eine Visitenkarte, wonach es Most natur, hausgemachtes Bauernbrot, Bauernjause und Radi gibt. Die Wirtin verweist auch auf den schönen, ruhigen Gastgarten, der auch von Radfahrern gern aufgesucht wird. Ebenso wie die meisten Jäger verzehre ich gemeinsam mit Didi eine Brettljause. Das gut gezapfte Rieder Bier schmeckt unglaublich leicht, sodass ich gleich 3 Halbe trinke. Einer der Jäger spricht uns an, ob wir auf der Reise sind, um Wirtshäuser aufzukaufen. Die zahlreichen Trophäen in der Gaststube stammen vom Wirt und den Vorfahren. In der Gaststube und im kleinen Nebenzimmer, in dem die alte Schank untergebracht ist, liegt ein alter Bretterboden, das ist einer bei dem die Bretter mit Nägel festgemacht sind, im Gegensatz zu einem Schiffboden, der durch Nut und Feder verbunden ist. Toni schmeckt das Rieder Bier aufgrund der Temperatur aber auch das Gulasch ausgezeichnet. Franz Habringer gefällt die 70jährige Vertäfelung, die wegen dem Rauch jeden Monat gereinigt und imprägniert wird. Der Wirt zeigt uns sofort auch den im ersten Stock gelegenen Saal, in dem allerdings kein alter Boden vorhanden ist und in dem Tische und Sessel fehlen.
Gastzimmer Streif
Braugasthof
Mehrnbach
Regina Koller: Mehrnbach Nr. 18
In
Mehrnbach wurde in den Jahren 1868-1902 die Freiherrliche von Venningen`sche
Bierbrauerei betrieben. Dies weiß die Wirtin nicht, da sie glaubt, daß ihr
Braugasthof zur Schloßbrauerei Riegerting gehörte. Die Gaststube hat noch alte
Doppelbänke und eine alte Holztafel, auf der das Riegertinger Pils beworben
wird. Nun jedenfalls wird Schnaitl Bier gezapft.
Gasthaus
Zauner/ Pilstl: neben Gemeindeamt Pram
Die
Wirtin berichtet, daß ihre Musikbox weitum berühmt war; auch die Kalbsbraten
am Sonntag bereits zum Frühschoppen waren begehrt. Alte Bierkrüge aus den
30iger Jahren wurden während der Ami-Besetzung vergraben und sind heute in der
Gaststube angekettet ausgestellt. Bei der Gasthausreise am 23.3.1997 mit Didi und Kaufmann
haben wir dieses Lokal am urigsten empfunden, wahrscheinlich wegen der Dispute
mit den Stammtisch Gästen. Gösser Bier gut gezapft.
Gasthaus
Bramberger Leopold & Sohn: Eggerding
Die
Gaststube wurde leider 1995 neu und hell eingerichtet. Das Nebenzimmer
beherbergt jedoch noch Schätze wie Spieluhr (Wert lt. Didi S 40.000,--),
Ledersessel, bemalte Decke, Kästen und wird auch noch von den Jägern
sporadisch benützt. Die Wirtin trinkt nach eigenen Angaben etliche Halbe gut
gezapftes Baumgartner Märzen und hätte die Gasthausreise gerne mit uns
fortgesetzt. Am 23.10.1998 lese ich in den Kammernachrichten, daß Leopold
Bramberger Konkurs anmelden mußte.
Gasthaus
Wolfsteiner: Stroheim, Wögern 1 v. Stroheim ca. 3 km Richtung Waizenkirchen
Gaststube,
Nebenzimmer und Saal im ersten OG haben noch einen uralten Schiffboden. Die liebe
junge Wirtin hat das Wirtshaus
soeben übernommen und hat für die alte Einrichtung etwas übrig. Aus der alten
Schank rinnt seit vielen Jahren Schlägl Bier. In das Wirtshaus kehren auch
Linzer ein wegen dem guten Bradl, das es aber nur auf Vorbestellung gibt. Der
Karpfenteich neben dem Wirtshaus dient im Winter zur Hälfte dem Stockschießen
und dem Eislaufen. Peter hat im Karpfenteich bereits etliche Male köstlich
schmeckende Karpfen geangelt. Die junge Wirtin liebt urige Wirtshäuser und
bedauert, daß das Wirtshaus Brandner neben dem Schilift den alten Kachelofen
abgerissen hat. Ich kann sie beruhigen, daß dieser Kachelofen nicht verloren
ging, sondern in unserem Haus von Didi neu gesetzt wurde.
Gasthaus
Wendlik: Usting14, Bruck-Waasen südlich Richtung Kallham
Als
wir am späten Sonntag Nachmittag des 23.8.1998 in Usting eintreffen, sehen wir
bereits außen, daß das Haus aus Gaststätte und Gemischtwarenhandlung besteht.
In dem neben der Gaststätte liegenden Kaufhaus gibt es alles, sogar Wäsche,
und ist das Geschäft am Sonntag 17.00 Uhr stark frequentiert. In der Gaststube
stehen abgenützte Resopaltische mit alten ockerbraun gestrichenen Doppelbänken.
Auf den Tischen stehen Körberl mit allerlei Süssigkeiten und Nüssen aus der
Greißlerei. Das Ritter Bräu wird bestens gezapft, sodaß vorbildliche
Trinkringe bleiben, leider schmeckt das Bier aber sehr leicht. Laut Wirtin wird
das Bier durch einen Durchlaufkühler gekühlt und wird aber bewußt wenig
Kohlensäure beigemengt, weshalb das Bier weitum bekannt ist. Die Einladung zum
Grillen mit Kotelett und Würstel können wir nicht mehr annehmen.
Gasthaus
Zeller vulgo Soialoaka:
Ortschaft Sieberer zw. Pfaffing und Fornach
Im
September 98 suche ich dieses idyllisch abgelegen Landgasthaus auf. Am
Stammtisch werden lebhaft die Probleme der gesamten Welt, insbesondere von Rußland,
diskutiert. Es kehren Jäger ein und lehnt ein Gewehr in der Gaststube. Leider
wurde erst vor kurzem innen renoviert und kann ich aber noch erahnen, daß es
hier vorher urig war. Trotzdem schmeckt mir die Brettljause zu Zipfer Märzen.
Gasthaus
Padinger: Fornach, Walligen 1
Am
18.10.2000 kehre ich in diesem abgelegenen Landgasthaus ein und bietet mir der
Wirt sofort einen Platz am Jaga-Stammtisch an.Der Senior-Wirt ist sehr gesprächig
und urig. Neben dem Stammtisch hängt ein Zeitungsausschnitt der OÖN, in dem
der Wirt beim Brotbacken abgebildet ist. Auf dem 40 Jahre alten Backofen kann er
16 große und ein paar kleine Laibe Bauernbrot backen. Bekannt ist das Wirtshaus
auch wegen der Krapfen und Pofesen. Während meiner Anwesenheit bestellen 3 Gäste
einen Fasan für den Staatsfeiertag, den der Junior-Wirt aber erst schießen muß.
Im Gasthaus findet jeden 2. Samstag im Monat ein Musikantenstammtisch mit
Gstanzlsingen statt. Padinger sen. jammert über die viele Stallarbeit und möchte
das Vieh abgeben und nur mehr Säue halten. Die Atmosphäre ist sehr gemütlich
und wird jeder Gast mit Du angeredet.
Wirt
z`Waldkirchen / Eva Perndorfer: Waldkirchen
am Wesen Nr. 27
An
meinem Geburtstag 2000 kehre ich das erste Mal in dieses urige Wirtshaus ein, in
dem nebenbei auch ein Getränkemarkt geführt wird. In der Stube wurden in den
letzten 30 Jahren sicher keine Veränderungen durchgeführt. Es ist noch ein
alter Boden vorhanden, der bereits sehr abgenützt ist; der Tram wurde weiß übermalen
und gibt es auch noch die alten Tische. Ich nehme am runden Resopalstammtisch
Platz und weist die Platte bereits etliche Schrammen und Löcher auf. Ein
betagter Gast fragt mich sogleich, ob ich im Mühlviertel einen Pächter für
das ihm gehörige Gasthaus in Straß bei Alkoven wisse, die Mühlviertler seien
nämlich tüchtige Leute. Ein anderer meint, auch in "Peiba" (Peuerbach)
werde ein Pächter für ein Wirtshaus gesucht. Das Haus in Waldkirchen gehört
der Miniwirtin aus St. Agatha.
Am
24.11.01 begleitet uns Alois Ellmer aus Wesenufer in das Wirtshaus und dürfen
wir nach einiger Zeit am Stammtisch Platz nehmen. Neben dem Stammtisch ist an
der Wand ein hölzener Hirschkopf angebracht, der von den Stammgästen als
Garderobe für Kappen missbraucht wird. Die Gäste berichten, dass dieser
Hirschkopf älter ist, als der 95jährige Gemeindeälteste. Daneben hängt ein
uraltes Schwarz-Weiß-Bild des Schusters, der laut einhelliger Meinung der Gäste
an mehreren Stätten „geschustert“ hat. Der Vizebürgermeister von
Waldkirchen kassiert während unserer Einkehr vom widerwillig zahlenden Alois
Ellmer den ausständigen Mitgliedsbeitrag der Union Wesenufer in Höhe von 150
Schilling. Das auf einem Plakat in der Gaststube angepriesene Fasanessen für nächsten
Tag im Cafe können wir leider nicht wahrnehmen. Der Sohn Thomas ist auch beim
Gugler in Schlögen als Koch angestellt und soll daher ausgezeichnet kochen. Die Wirtin
Eva ist fotoscheu und entfernt sich, was möglich ist, da neben dem Sohn auch
noch der Stammgast Wallner eine Inkassoberechtigung hat. Alois Ellmer warnt den
Wirtssohn, dass nach meiner Einkehr schon oft urige Wirtshäuser geschlossen
wurden, was dem Wirt natürlich nicht gefällt. Leider merke ich erst am
Schluss, dass es neben Stiegl Bier auch Puntigamer gibt.
In der
Nähe der Kirche sehe ich einen Wegweiser zur Bräukapelle und berichten die
Stammgäste, dass diese im Wald auf halben Weg nach Wesenufer liegt. Es gibt dort
auch ein Waser, das gegen Augenleiden hilft.
Felsnwirt z` Kneiding:
Gasthaus Brigitte und Franz Jodlbauer östlich von Schardenberg, Schönbach 9
Der neue Braumeister im
Schmankerlhof Josef Mittermaier macht mich auf dieses urige Wirtshaus
aufmerksam, in dem Baumgartner Bier in einem Felsenkeller gezapft wird. Am
5.7.2003 kehre ich daher in diesem im Herzen des Sauwaldes idyllisch im Kößlbachtal
gelegenen Wirtshaus ein. Wie angekündigt wird das Bier in einem über der Straße
gelegen Felsenkeller natürlich und optimal gekühlt und gezapft. Die Wirtsleute
müssen für jede Halbe die Straße queren und holen das Bier von Frühling bis
September aus dem Naturkeller. Der sympathische Wirt legt Wert darauf, dass das
Bier mit einem ordentlichen Krapfen gezapft wird. Da das Bier so ausgezeichnet
gezapft wird, trinke ich 3 Halbe Baumgartner, eine davon muss mir die Wirtin im
Regen über die Straße tragen. Dem Wirtshaus angeschlossen ist auch eine alte
Ladenkegelbahn, die direkt über dem Bach liegt. Zu erwähnen und sehenswert ist
auch die gegenüber des Wirtshauses gelegene "Auer Kapelle", die 1862
von den Hammerschmiedleuten erbaut wurde und vor kurzem durch den "Verein
zur Erhaltung der Kulturgüter des Kösslbachtales, insbesondere der Ortschaft
Kneiding" restauriert wurde. Insgesamt ist der "Wirt z` Kneiding"
ein uriges Wirtshaus, abgelegen in einem romantischen Tal mit ausgezeichnet
gezapftem Bier. Geöffnet Mo-So 14-24 Uhr, Sa+So ab 10.00 Uhr. Tel.: 07713/6856.

Der nette Wirt Franz zapft mir im Felsenkeller ein Bier mit Krapfen.

Die Wirtin trägt mir das Bier im Regen über die Straße.
Wirt
in der Pfleg
Josefine Grabmayr: 4710 Schlüßlberg, Teternbach 2. In Zentrum Bad Schallerbach
Schönauerstraße in Richtung Wald fahren.
Am 16.2.2002 gelangen wir nach längerem Suchen über nicht asphaltierte Güterwege zu diesem sehr abgelegenen Landwirtshaus. Auf der Anfahrt überqueren bei beginnender Dunkelheit mehrmals Rudel von Rehen und Hasen unseren Weg. Wir nehmen in der Gaststube auf alten hellbraun gestrichenen Doppelbänken und einem Resopal-Tisch Platz. Der daneben stehende Jägerstammtisch ist voll besetzt und steht auf dem Tisch ein 15 Liter Grieskirchner Bierfass, aus dem sich die Gäste das Bier selbst zapfen. Der lustigen Runde wird dann eine große Rein mit Schnitzel aufgetragen und lassen es sich die Jäger gut schmecken. Was sie feiern, verraten sie mir allerdings nicht. Wir bestellen eine Brettljause, zu der Resopal Jausenbretter gereicht werden und die ausgezeichnet schmeckt. Auch die Essigwurst mundet Peter sehr. In der Gaststube ist auch noch ein alter mächtiger Kachelofen vorhanden, neben dem der Stammtisch steht. Die Wirtin ist trotz der Hektik sehr freundlich. Auch vor dem Haus wird im Garten ausgeschenkt und gibt es einen großen Kinderspielplatz.
B
) Mühlviertel:
Gasthaus
Wirtbauer Helga
Bauer: Sandl Nr. 10
Die Gaststube ist noch mit Bretterboden, Doppelbänken und Kachelofen eingerichtet. Am 19.10.1997 entfleuchen Peter und ich aus dem nebeligen Linz und genießen ab Oberrauchenödt einen sonnigen Herbsttag in Sandl. Laut Tankwart ist das Wetter in Sandl so schön, weil hier oben die Leute noch beten. Bei unserem Zweitbesuch erzählt uns die liebe Wirtin Helga Bauer, dass die jetzige Gaststube im Jahr 1949 umgebaut und eingerichtet wurde, was auch auf einem handgeschrieben Dokument zu lesen ist. Die Brettljause ist sehr gut, ein Topfenbrot und die Halbe Freistädter kosten je 27 Schilling. Es kehren nach uns Wanderer ein, die nach Besteigung des "Kuhberges" (Viehberg) ebenfalls jausnen. Die Wirtin berichtet, dass das Buch "Wo der Franz sein Bradl ißt" neben uns schon einige Gäste angelockt hat, obwohl es schon mehr sein könnten. Die Wirtin bestätigt, dass im Mühlviertel durch den frühen Fremdenverkehr nur noch wenig urige Wirtshäuser erhalten sind. Am 16.5.2009 kehre ich mit dem Stammtisch bei der Bierreise nach Weitra wiederum ein genießen das Bier in der wunderschönen Gaststube. Ein Cousin der Wirtin hat das Buch "Das Leben auf dem Land" herausgegeben und das seit 1905 geführte Gasthaus darin mit Bildern ausführlich dokumentiert. Leider ist nur mehr sporadisch geöffnet.

Gasthof Zur deutschen Hand / Wurm: St. Oswald bei Freistadt, Neudorf
7
Am
14.8.1999 suche ich mit Fritz Mitterer und Kollegen dieses sehr urige Gasthaus
auf. Die nette Wirtin hat nichts gegen das Fotografieren und lädt mich gleich
ein, auch die Küche mit dem alten Ofen abzubilden. Allerdings bittet sie
mich, ihr Fotos zu schicken, was bereits viele Gäste versprochen, aber nicht
gehalten haben. In der niedrigen Stube liegt ein alter Holzboden aus dem Jahr
1942 und stammt auch die weitere Einrichtung aus den 40iger Jahren. Der Holztram
wurde weiß übermalt, da er bereits vermorscht ist. Neben dem Stammtisch hängt
eine "Gedenktafel" auf der die aus St. Oswald im 2. Weltkrieg
Gefallenen und Vermißten abgebildet sind. Weiters hängen Geweihe an der Wand,
eines davon von einem Rehbock, den der Vater von RA Erich Kaltenbrunner kurz vor
seinem Tod geschossen hat. Da er gern hier eingekehrt ist, hat er das Geweih im
Wirtshaus aufgehängt. Überhaupt verehrt die Wirtin noch heute den Vater von
Erich als "feinen Mann". Zur Jause nehmen wir kaltes Schweinernes und
Essigwurst um je S 35 sowie ein belegtes Brot um S 25 ein. Die Wirtin berichtet,
daß vor einiger Zeit holländische Star-Anwälte anläßlich eines Biertreffens
bei ihr eingekehrt sind. Bei unserer Einkehr ist nicht angeschlagen und trinken
wir den Freistädter Ratsherrn aus der Flasche. Da es eines der urigsten Wirtshäuser
ist, die ich kenne, danke ich Erich Kaltenbrunner besonders.
Wirtshaus
Pammer: Hirschbach, Guttenbrunn 3
Die
Besonderheit der Einrichtung besteht aus Holztram und alter Uhr. Ich habe hier bereits eine sehr gute Speckjause aus eigener Schlachtung sowie Lammbraten
gegessen. Stefan Obermair/Schanktechnik Hertig hat als Jugendlicher öfter beim
" Hubert z` Guttenbrunn" gezecht, beispielsweise am Vortag des
Muttertages, weshalb der Wirt um 3.00 Uhr zu Bett gegangen ist und die Gäste um
Stricherl gebeten hat. Als er aufgestanden ist, waren die jugendlichen Einkehrer
noch immer anwesend.
Luka Wirt: Sandl, Eben 11
Der urige Wirt bedient uns
bei der ersten Einkehr Anfang der 90er Jahre in Gummistiefeln und schreit
in die Küche: "Menscha richt`s a Jausn her". Das abgelegene Wirtshaus mit einem
Tram aus 1763 wurde damals in einem Wiener Journal als urig
empfohlen. Das Freistädter Bier wurde zu kalt gezapft. Der Lukawirt gesteht mir
allerdings, dass er aus verschiedenen Gründen Freistädter Bier ausschenken muss,
sein Lieblingsbier aber Kaiser Doppelmalz ist, das er auch vom Faß führt.
Bussi
Wirt Ernst Raml: vulgo
Grazerwirt Grüner Baum: Alberndorf, Grasbach Nr. 13
Alte
Einrichtung und Schank mit Linzer- Bier Schild. Beim Drittbesuch erkennt mich
der Wirt trotz vieler Gäste als Brauerei-Mitarbeiter und nimmt sich Zeit. Er
teilt mit, daß er Bier beim Brau-AG Depot Rader in Gallneukirchen und für die
Grieskirchner Brauerei ausgeführt hat. Der Wirt zapft Kaiser Goldquell, daß
seine Gäste sehr schätzen. Vor Jahren hat er eine Umstellung auf Kaiser
Premium wegen seiner bierorientierten Stammgäste abgelehnt, obwohl er von der
Brauerei ein Faß Bier und 3 Kartons Gläser bekommen hätte. Ein im Mühlviertel
übliches Kaiser Märzen würden seine Gäste ebenfalls ablehnen. Aufgrund eines
Preisackerns wird auf dem alten Holzofen ein Häfen mit Gulasch für 30 Gäste
aufgewärmt. Leider wurde der alte Saal im Obergeschoß seit meinem letztem
Besuch ausgebaut. Die Gaststube soll angeblich unverändert urig bleiben.
Gasthaus
Wildbad Annemarie Lestina: Pulgarn Nr. 25 Reichenbachtal
Dipl.-Ing. Gerald Lindner organisiert mit der Landesregierung einen Betriebsausflug zu diesem abgelegenen Wirtshaus und fährt nochmals Mitte Mai 2001 mit mir hin. Das Wildbad liegt idyllisch und finden dort keine Fremden hin. In dem neben einem Bach gelegenen Naturgarten kann man sich selbst die Biertische je nach Sonnenbedürfnis stellen. Auf alten Tafeln an der Hauswand steht, welche Jausen es zu welchen Preisen gibt und erinnert mich der Ausschank sehr an die Keller in Franken. Leider habe ich bei meiner ersten Einkehr keinen Fotoapparat mit. Wer Lust hat, kann die Füße im Bach abkühlen oder sich auf der frisch gemähten Wiese niederlassen. Dieses Wirtshaus ist daher insbesondere wegen dem urigen Garten aufzunehmen und für Radtouren sehr geeignet. Leider geschlossen.
Strass-Häusl
Wirt : Steinstraß Nr.1, zw. Hofkirchen und Lembach, Gemeinde
Putzleinsdorf, Post Pfarrkirchen.
In das Wirtshaus kehren hauptsächlich Baggerfahrer der Firma Mühlberger und Feuerwehrmänner der FF Ollerndorf ein. Am 14.3.1998 ködere ich Johann Gumplmayr als Chauffeur und besuchen wir den Wirt z` Straßhäuseln, da Gefahr besteht, daß das Wirtshaus auch am Samstag nicht mehr aufsperrt. Der Stammtisch ist Punkt 16.00 Uhr fast voll besetzt und trotzdem werden wir angesprochen, wieso wir einen neuen Tisch anfangen. Von den Stammgästen kenne ich einen Postchauffeur aus Irnezedt, der sich lautstark beschwert, daß ihm mein Vater eine Lüge angehängt hat, die er für wahr gehalten hat. In der uralten unveränderten Gaststube fehlt eigentlich nur der Kachelofen, der nur einen Ölofen ersetzt wurde. Der uralte Tram in der niedrigen Stube wurde weiß übermalen was aber Urigkeit keinen Abbruch tut. Da Gumpi fährt, kann ich 4 Halbe Kaiser Märzen genießen. Am 24.4.1999 kehre ich endlich mit meinem Hausherrn Didi bei den neuen Wirtsleuten ein. Am Samstag nachmittag ist das Wirtshaus um 17.00 Uhr voll besetzt und teilt uns die Wirtin mit, daß die alte Tramdecke mittels Sandstrahlen von der Farbe befreit wurde. Es ist nun die Jahreszahl 1807 und der Name des Erbauers am Tramen zu lesen. Leider wurden die Tramen durch das Sandstrahlen etwas beschädigt. Die freundliche und neugierige Wirtin erklärt uns, daß das Haus seit jeher ein Wirtshaus sei, da es an der Salzstraße liegt. Neu ist in der Wirtsstube ein Gußeisenofen a la RIKA, der den alten Ölofen ersetzt. Die Wirtin betont weiters, daß es nur mehr wenige Wirtshäuser dieser urigen Art gibt und deshalb unbedingt die urige Atmosphäre erhalten bleiben soll, wozu ich ihr besonders gratuliere. Am 9.5.1999 setzt sich der Altbauer Huber aus Harrau zu uns und erzählt von urigen Wirtshäusern der Umgebung, wie den Harbach-Wirt oder das Gasthaus Steinwender, die leider zugesperrt haben.
Gasthaus
Reingruber: Oedt
4, Lichtenau im Mühlkreis, Haslach nördl. Richtung Hörleinsödt.
Altes
seit Jahren nicht verändertes Bauernwirtshaus mit altem Wirtehepaar. Doppelbänke,
alte Schank und leider geweißneter Tram. Die
Gaststube ist aufgrund Schneetreiben am 5.April kalt, sodaß die Gäste in der
geheizten Küche Karten spielen.
Wirt
z`Meising/Oberpeilsteiner: Sprinzenstein
Richtung Sarleinsbach, in Lämmersdorf links nach Meising.
Eines der urigsten Mühlviertler Bauernwirtshäuser, die ich kenne. Der Wirt nimmt sich trotz der 26 ha großen Landwirtschaft Zeit und holt uns einen Krug Most aus dem vis à vis gelegenen Troadkasten. Die Bauernjause bestehend aus einer Schnitte Speck, Schweinsbraten, gekochten Fleisch, abgefaulten Topfenkäse und selbstgebackenen Brot schmeckt hervorragend. Der Wirt preßt über 100 Eimer Most im Troadkasten und kostet eine Halbe Most 12 Schilling, das Seidel 8 Schilling, ein Stamperl Korn 10 Schilling und die Brettljause 40 Schilling; ein gekochtes Ei drängt Wirt Albert nachträglich gratis auf. Der Wirt klärt uns über die aktuellen Probleme der Landwirtschaft auf, auch daß das händisch gewendete Heu eine bessere Milchleistung bringt. Er will mir zuerst Schlägl Bier einschenken, da dieses würziger ist; als ich eine Flasche Kaiser Faßtyp verlange, hält er mich für einen Sozialisten, da diese auch das Schlägler Bier verweigern; die Jäger haben früher Gösser getrunken. Kein Sperrtag, da sich sonst die Gäste verlaufen. Der Wirt verweigert auch einen Fernseher, da dieser das Zusammensitzen und das Zusammenreden verhindere.
Am 24.6.01 kehre ich mit Sohn Peter im Zuge einer Radtour durch das Tal der Kleinen Mühl vormittags ein. Ich bestelle eine kalte Jause und wird mir wieder ein Brettl mit Speck, Surbraten und Fleisch sowie ein Schüsserl mit saurem Käse und Topfenkäse serviert. Der „saure Käse“ ist eine Spezialität des Hauses und entsteht, wenn Topfen drei Tage (im Sommer) offen verfault. Zum Jausenbrett wird ein äußerst scharf geschliffenes Messer , jedoch keine Gabel oder Serviette gereicht. Die Jause schmeckt wie bei Muttern und wird auch das Brot selbst gebacken. Wir hören die Säue grunzen und sagt die Wirtin, dass keine Schweine verkauft werden und alles selbst gebraucht wird. Weitere Gäste kommen täglich erst ab 15.00 Uhr, und zwar aus der näheren Umgebung, aber auch viele Besucher aus Deutschland. Deutsche bis aus München aus gehobener Schicht fahren vor allem wegen der deftigen Kost her, die ihnen mehr schmeckt als das „gespitzte“ Essen. Ich gebe der Wirtin aufgrund der vielen Auskunft 15 Schilling Trinkgeld und meint sie „net so viel“. Als wir mit dem Rad weiter fahren weist sie uns eine Abkürzung, die sich aber als morastiger und verwachsener Waldweg neben der Mühl entpuppt. Das Wirtshaus ist ein „Muss“ für Liebhaber deftiger und frischer Bauernkost.

Jause Wirt z`Maising

Einkehr per Rad mit Familie Lindner.
Gasthaus Zur schönen Aussicht / "Winglarin" / Lindorfer:
Dambergschlag nördlich von St. Stefan
Als wir am 10.10.1999 dieses nahe der tschechischen Grenze gelegene Gasthaus aufsuchen, ist von der Aussicht leider nichts zu sehen, da hier dichter Hochnebel herrscht. Christoph Mißbichler bezeichnet diesen als "Wulda (Moldau) Nebel". Stammgäste meinen allerdings, daß es meist umgekehrt sei, hier die Sonne scheine und man auf die Nebeldecke unterhalb blicken kann. "Wingla" ist der Hausname des Bauernhofes, an das das Gasthaus angebaut wurde. Als ich am Sonntag Nachmittag eintreten will, ist die Haustüre versperrt, obwohl ich ein paar Leute im Innern sehe. Wie ich nach der Umkehr wieder vorbei fahre, kommen zwei Männer aus dem Haus, von denen einer sein Bier neben der Gasthaustüre abläßt. Ich frage darauf hin, ob offen sei, und höre, daß die Wirtin die Haustüre wegen dem jungen Hund zusperrt, da dieser immer ausbricht, beispielsweise auf den Misthaufen des Nachbarn bzw. Motorradfahrern nachläuft und dann nicht mehr heimfindet. Ich trinke Gösser Märzen aus der Flasche und fragt mich die Wirtin, ob ich kaltes oder temperiertes Bier will, mehrmals dann auch, ob die Temperatur paßt. Die Wirtin selbst trinkt Pepsi Cola "zur Beruhigung". Der Wirtin fällt unser "Sie" auf und meint sie dazu, daß es ihr im Herzen weh tut, dass wir von einem Stammgast gleich mit "Du" angeredet werden. Letzt Einkehr im November 2009.
Gasthof Zur Linde / Haudum: Helfenberg
Am 10.10.1999 kehre ich zum wiederholten Male ein, fotografiere aber erstmals die an ein Bahnhofrestaurant erinnernde Gaststube. Leider darf ich wegen Beate nicht an dem in der Mitte stehenden grünen Resopaltisch Platz nehmen, sondern muß an einem Ecktisch sitzen. Peter Haudum macht aber ein von Foto von mir, bei dem ich alleine auf diesem Tisch ein Schwechater Zwickl trinke. Mein Freund und Haudum-Stammgast Christoph Mißbichler aus Helfenberg berichtet mir später, dass der Tischler Traxler den Resopaltisch gezimmert hat und deshalb der Sohn Kurt einmal behauptet hat, die Länge mit 2,05 m genau zu wissen. Die anwesenden Stammgäste verlangen sofort eine Überprüfung dieser Behauptung. Als Maßeinheit bietet sich der anwesende amtierende Vizebürgermeister an, der selbst 2,03 m groß ist. Er muß sich daraufhin auf den Tisch legen und wird von allen Anwesenden festgestellt, dass der Tisch tatsächlich geringfügig (2 cm) länger ist. Auf den übrigen kleinen Tischen sind leider Tischdecken aufgelegt. In der riesigen Gaststube dominieren wuchtige schwarze Tramen und Geweihe, die von der Decke hängen. Am 10.10.2009 kehre ich wieder einmal mit meinem Hausherrn Didi und seinem Schulkollegen Bürgermeister Stefan Hölzl ein und jausne ich einen von Peter Haudum selbst geselchten Speck, der ausgezeichnet ist. Peter sticht extra für uns das 1. Fass Kaiser Granat an und spendiert eine Runde Seidl. Der Gasthof Zur Linde ist eines meiner Lieblingswirtshäuser in meinem Heimatbezirk Rohrbach, wo ich gerne ein von Peter perfekt gezapftes Kaiser in der urige Gastube trinke. www.haudum.at

Am langen Tisch mit Christoph und Schwippschwager Karl und Bernadette.

Rasthaus
Pauline Pfleger:
bei Grenzübergang Hanging, Kollerschlag.
Habe
das alte Gasthaus anläßlich eines Tankstops entdeckt und berichtet die alte Wirtin,
dass sie im Juni 1997 anlässlich der Marktfeier der Gemeinde Kollerschlag mit
Gedenken an den Einmarsch der US-Truppen 200 Brettljausen serviert hat. Die
hohen amerikanischen Offiziere und die o.ö. Politiker haben sich bei ihr im
Nebenzimmer wohl gefühlt. Obwohl sie Kaiser führt, serviert sie mir als Seidel
ein Reininghaus Pils, das ihr Gruber aus Aigen liefert. Am 24.11.01 kehre ich
mit Franz Dorninger und Karl Schwendinger nochmals ein und werden wir an diesem
Tag mit Kaiser Märzen aus der Flasche bewirtet. Der Wirt schenkt mir eine alte
Ansichtskarte, auf der neben Hanrieders Geburtshaus auch das Gasthaus, damals
noch als Finanzwach-Kaserne, abgebildet ist. An diese Zeit erinnern noch die Gewölbe
in der Gaststube.
Gasthaus
Lindenmühle/Max Koblmüller / von Einheimischen "Saumühle"
genannt: zw. Kollerschlag und Peilstein,
Gasthaus
und Sägewerk. Der sangesfreudige Wirt freut sich über unseren Besuch und packt
bald die Ziehharmonika aus. Da er aufgrund eines Musikantentreffens übernachtig
ist, läßt er die Arbeit in der Säge und am Feld sein und schickt seinen 15jährigen
Sohn heuen. Die Stammgäste sitzen auf Doppelbänken und trinken Kaiser aus der
Flasche, obwohl das Faßbier tadellos ist. Der Wirt trinkt allerdings wegen der
langen Nacht Pepsi Cola. Als wir das Wirtshaus verlassen läuft er uns zum Auto
nach und spendiert uns eine Runde Pflaumenlikör.
C)
Traunviertel
Gasthaus
Steinkogel Frau
Toni Wimmer : Ebensee, Langwies Nr. 28
An
alter Straße ca. 3 km von Ebensee Richtung Bad Ischl gelegen. Kein Telefon
wegen Ruhe und Kosten. Eines der urigsten Wirtshäuser, die ich kenne. Kein
Bierschild heraußen und nur durch Salettl bzw. Holztische vor Eingang als
Gasthaus erkannt. Die Wirtin sperrt bei der Ersteinkehr wieder hinter uns wieder zu, damit niemand
eindringt. Die Öffnung ist reiner Zufall, da die Wirtin wegen Schlechtwetter für
ihre 18 Kühe nicht heuen kann bzw. nur aufsperrt, wenn sie Lust hat. Gaststätte
in 650 Jahre altem Gewölbe. 60 alte Sessel aus 30 bzw. 50iger Jahre stehen in
angebauter Laube. Auf den alten Sesseln hinterlassen lebende Holzwürme als
Haustiere kleine Haufen, die wir vor Platznahme entfernen. Die Wirtin schaut mit
ihrer ehemaligen Hilfskraft alte Fotos an und zeigt mir dabei alte Rechnungen
der Brauerei Gmunden aus dem Jahr 1957. Angeblich hat sie noch weitere alte
Souvenirs von Gmunden. Sie behauptet auch, daß sie den BBAG General Dr. Brandl
von früher her gut kennt, ebenso wie alle maßgeblichen Aktionäre der alten
Brau AG. Tobias bekommt auf Bestellung Radler ½ l Flasche Kaiser Faßtyp samt
Schartner Bombe und wird von der Wirtin strengstens befragt, ob er schon über
16 Jahre ist, da sie sich nicht strafen lassen will. Die Wirtin ist überhaupt
sehr resolut und beschwert sich, dass alle derzeitigen Kellner unbrauchbar sind. Das alte
originale Plumpsklo befindet sich außerhalb bei der Straße neben der Wagenhütte. Das
Kaltenhausner Kaiser Flaschenbier wird vom Verkaufslager Bad Ischl geliefert. Im
Buch " Auf Sommerfrische in Ebensee" ( leiht mir Wirtin des
Seegasthofes Kletzl ) steht, daß Hermann Bahr von seinem Vater nach einer
enthusiastischen Wagner Rede in Wien an den vermutlichen Arsch der Welt ins Exil
verbannt wurde. Vielleicht rührt von hier der Hausname Antenoasch her. Als ich
das zweite Mal einkehren will, sitzt zwar eine deutsche Familie auf den Tischen
vor dem Haus und erklärt mir aber, daß die Wirtin gerade die Stallarbeit
verrichtet, weshalb wir weiterfahren.
Bericht
Bernhard Holzbauer: Laut seinem Bad Ischler Firmgöd war das Wirtshaus vor allem
wegen der zur Fastenzeit im Schweineschmalz gebackenen Pofesen bekannt.
Gasthof
Rindbachmühle / Familie Humer: Ebensee, Rindbach
Im
Vorhaus läßt bereits eine alte Brau AG Bierleuchte ein uriges Wirtshaus
erahnen, was sich durch eine gemütliche Gaststube bestätigt. Der gesprächige
Wirt serviert mir temperiertes Kaiser Märzen fast ohne Kohlensäure. Als ich
ihn dafür lobe, bestätigt er, daß bei ihm hauptsächlich durstige Holzfäller
und Wanderer einkehren, die eine Halbe auf drei Züge leeren wollen und nur zwei
bis drei Gäste am Tag kälteres Bier wollen. Die wenige Kohlensäure rührt von
einer kurzen Leitung her. Der Wirt erklärt, daß er für sein Bier weitum
bekannt ist. Ich trinke drei Halbe und bestelle dann ein Seidel, worauf der Wirt
meint, daß er nur einen Schnitt hat, der sich dann von einer Halben kaum
unterscheidet. Als Jause ist ein ausgereifter Bierkäse zu empfehlen, ebenso der
frische Braten. Das Klosett ist durch alte Schwingtüren zu betreten und
erinnert an früher. Am 18.10.98 kehre ich mit Didi ein und empfiehlt uns der
Wirt seine hausgemachte Fleischstrudelsuppe, die besonders für Bergsteiger
gekocht wird. Der Wirt ist mit dem ehemaligen Eigentümer des von Didi
erworbenen Wirtshauses "Schnabelluka" in die Schule gegangen.
Gasthaus
Forsthub: Staumauer Klaus Richtung Frauenstein rechts
abzweigen Richtung Molln nach Forsthub.
Eines
der ältesten Gebäude und urigsten Gaststätten, die ich bisher besucht habe.
Bei der Einkehr am 22.5.1999 sehe ich ein uraltes Haus mit einem Turm aus
Holzschindeln. Am Gebäude fällt sofort die bemalte Hauseingangstür mit dem
Adler der Monarchie auf. Über ein altes Gewölbe im Vorhaus kommt man durch
eine alte Gasthauseingangstüre in die Gaststube. Erwähnenswert an dieser Türe
ist besonders das Guckloch, das eine Art Spion darstellt. Anwesend ist nur der
Sohn, der sich auf dem Sofa liegend im Fernsehen das meisterschaftsentscheidende
Spiel Puntigamer Sturm gegen GAK anschaut. Wir müssen ihn durch unsere Fragen
und das Fotografieren allerdings stören. Der Junior weiß wenig über die
Geschichte des Hauses und verweist immer auf seinen nicht anwesenden Vater. Das
über 500 Jahre alte Gebäude ist ein ehemaliges Richterhaus, das unter
Denkmalschutz steht und deswegen Gott sei Dank keine Veränderungen vorgenommen
werden dürfen. In der Gaststube dominiert eine massive schwarze Tramdecke. Die
alten Tische sind ebenfalls sehenswert und ist der Stammtisch dem Feitlklub
reserviert. Franz Dorninger kann mit dem über dem Tisch hängenden Feitl nichts
anfangen und kennt auch das Wort Feitl nicht. Am nicht besetzten
Feitl-Stammtisch liegt ein Bündel 100-Schilling Scheine. Elfi bemerkt so wie
ich, daß daß in der alten Gaststube außer dem relativ neuen Fliesenboden
alles noch alt und perfekt ist. Neben unserem Tisch hängen Krickerl und viele
Fotos vom Eisstockschießen vor dem Haus, das älteste von einer Moarschaft aus
dem Jahr 1954. Franz meint, daß
das Ticken der alten Pendeluhr eine heimelige Atmosphäre erzeugt, ebenso wie
der Hergottswinkel hinter dem Stammtisch. Kaffee und Apfelsaft gespritzt
erhalten wir nicht, wohl bietet uns der Wirtssohn aber Almdudler gespritzt an.
Die Getränke bringt er extra vom Keller über eine alte Stiege. Als ich ein
zweites Kaiser Goldquell bestelle, muß er wieder die Stiege hinuntersteigen.
Beim Heimfahren rechnen wir die Zechne nach, die mit 99 Schilling für 2 Kaiser
Gold, 2 Almdudler und ein Cola sehr niedrig ausgefallen ist.
Gasthaus
Zur Schellnau/Hanusch: Großraming Nr. 17, unten bei Post,
Im
Haus aus dem 16. Jhdt. gelangen wir durch ein wunderschönes Eingangsgewölbe
und eine niedrige Tür mit verziertem granitenem Türstock in die gut erhaltene
Wirtsstube mit Schiffboden, uralten Doppelbänken und Holztramdecke. Die
kleinen, vergitterten Fenster sind genau so geblieben, wie sie schon immer
waren. Das Gösser Bier rinnt aus der Zapfanlage im Vorhaus. Die von Fritz
Mitterer empfohlene Spezialität Knödel haben wir das erste Mal nicht gegessen,
wohl aber eine Brettljause. Allerdings entnehme ich einer Zeitung, daß
"der Hanusch" weit über die Gemeindegrenzen hinaus für seinen Knödeltag
berühmt ist, der jeden Mittwoch angesetzt ist und scharenweise Gäste anlockt.
Oft kommen Leute von weit her um ein Hanusch-Bratl und eine Sausemmel ( Semmerl
mit kalten Schweinernen und Kren ) zu bekommen. Die Wirtin ist erfreut, als ich mich als Interessent für alte Wirtshäuser zu erkennen gebe. Sie
garantiert mir, keine Veränderungen in der Gaststube vorzunehmen. Beim nächsten
Besuch muss ich laut Wirtin den im 1. Stock gelegenen Saal mit alten Tramen
besichtigen. Da Steffi sehr lebhaft ist, bestätigt die Wirtin Didi, dass Buben
am Stammtisch ruhiger sitzen. Beim Zweitbesuch am 12.7.1998 essen wir einen
hervorragenden Schweinsbraten bzw. Kalbsbraten. Als ich den Holzboden lobe, höre
ich, dass die Altwirtin am Vortag den Ladenboden bis 1.00 nachts gereinigt hat,
da unter der Woche viele Handwerker, insbesondere Maurer viel Mörtel in die
Wirtsstube bringen und der Boden dann sehr verdreckt und schmierig wird. Der
Bretterboden wurde auch vor kurzem von deutschen Gästen und einem Bus der O.Ö.
Landesregierung bewundert, die auch die Erhaltung gefordert haben. Der Wirt sagt
mir, dass der Boden nächstes Jahr erneuert wird, wahrscheinlich aber wieder
durch einen Holzboden. Die Tramdecken im ersten Stock wurden abgebeizt und
gefallen mir daher nicht so. Eine der Decken stammt sogar aus Linz.

Gasthof
Bräuhaus Marxrieser auch Gasthaus Zur Ruine u. Holzhandel:
Losenstein Richtung Ruine
Obwohl
mir der aus Ternberg stammende Harald Gregorits dieses alte Brauereiwirtshaus nicht namhaft machte, erkennt
Beate beim Vorbeifahren an der alten Bausubstanz die urige Gaststätte. Als wir
am Neujahrstag 1998 nachmittag als einzige Gäste einkehren, freut sich die
gesprächige Wirtin Charlotte Marxrieser sehr. Sie berichtet, daß auf dem Haus
bis 1913 Bier gebraut wurde und ihre Schwiegereltern 1923 das Wirtshaus erworben
haben. Die Wirtin hat das Haus mehrmals nach Brauerei-Utensililen durchsucht,
wurde aber leider nicht fündig. Die kleine Wirtsstube hat einen alten
Bretterboden mit riesigen Nägeln und hofft die Wirtin, daß er noch lange hält.
Sie erklärt auch sofort, daß ein Bretterboden nur aus angenagelten Brettern
besteht, während bei einem Schiffboden die Bretter mit Nut und Feder verbunden
sind. Frau Marxrieser zapft das temperierte Zipfer im Vorhaus, wobei aber der im
Vorhaus angeschriebene Schankraum nur mehr eine Rumpelkammer ist. Zum Tee
serviert sie vier verschieden Zuckersorten in einem kleinen Körberl. Die Wirtin
erzählt, daß sie einen meiner Vorgänger in der Liegenschaftsabteilung der
Brau AG, Johann Hehenberger persönlich sehr gut kannte und mochte. Sie
berichtet weiters daß Hehenberger als Bierversilber früher mit Chauffeur
gekommen sei und die ganze Gaststube freigehalten hat. Später habe der
Bierversilberer nur mehr ein Getränk pro Gast übernommen. Die Wirtin beschwert
sich auch sehr über die neue 0,5 Promille Regelung, die Landgasthöfe sehr
benachteilige.
D) Linz
Gasthaus
Mitterberger / Karl Gusner
/ vor 1909 "Höglingers Meierei
und Mostschank": Linz, Mitterbergerweg 40
Durch
das Buch "Linz und Urfahr in alten Ansichten" werde ich auf "Höglingers
Meierei und Mostschank auf dem Pöstlingberg" aufmerksam. Meine Recherchen
ergeben, daß es sich hiebei um das Gasthaus Mitterberger handelt. Bei dem
folgenden Pflichtbesuch Mitte November 1997 bestätigt mir der Wirt Karl Gusner,
daß seine Großeltern das Gasthaus 1909 von einem Höglinger erworben haben. Ob
Ahnen von mir von diesem Haus abstammen, kann mir der Wirt nicht beantworten. Im
Buch steht, daß der "Höglinger" ein Ausflugsziel war, besonders
seitdem die Pöstlingbergbahn den langen Fußweg erheblich abkürzte. Diesen
Satz verstehen der Wirt und ich aber nicht. Die jetzige Gaststube befindet sich
in einem Neubau, der auf der alten Ansichtskarte noch nicht zu sehen ist. In der
bestehenden alten Gaststube befindet sich jetzt noch das Extrastüberl. Da die
Gaststätte Stiegl Bier führt, trinken Didi und ich vier Trumer Weizengold samt
Zitrone in Weizenbiergläsern mit alter Etikette. Der Wirt Karl Gusner freut sich,
dass sich jemand nach der Geschichte seines Hauses
erkundigt. Er berichtet, daß das gesamte Gebiet um seine Gaststätte einst ein
Starhemberger Lehen war und er das Wirtshaus vor 20 Jahren übernommen hat. Den
alten Ladenboden hat er bereits zu Beginn aufgrund einer Behördenauflage wegen
Bakterien entfernen müssen. Die Tische und vor allem die kleinen Holzsessel
stammen jedoch noch aus alter Zeit. In dem vergriffenen Zigler Buch sei seine
Gaststätte ebenfalls erwähnt. Der zutrauliche 14 jährige Wirtshund Britta,
von einem Stammgast "Raubtier" genannt, weicht nicht von den Tischen
und frißt sämtliche Jausenabfälle, egal ob süß oder sauer. Didi ißt das
legendäre Käsepotpourri um 40 Schilling, bestehend aus Quargel, Topfenkäse,
Senf und 2 Stück Brot, für daß das Wirtshaus unter den Alturfahranern bekannt
ist. Wie von Rudi Kaufmann vorausgesagt, sitzen am Stammtisch Damen, die Bier
trinken und mit schönen Damen-Bierglas
angenehm und sympathisch auffallen.
Mit Albert Holzbauer bei Karl Gusner

Margret und Christine essen als Silvestermenü Waldviertler und Sardellenringerl.
Kapuzinerkeller: Gerda und Fritz Biermayr, Kapuzinerstraße
In die
urigen Gewölbe kehre ich gerne ein, da dort Manuela Berger als
Aushilfskellnerin arbeitet. Es handelt sich eigentlich um einen Weinkeller,
obwohl der Wirt Biermayr heißt. Den Wirt habe ich allerdings noch nicht zu
Gesicht bekommen. Es gibt Zipfer Urtyp von der Flasche. In dieses versteckte
Lokal kehren sehr viele geldige Linzer Geschäftsleute ein. Anfang Jänner 1999
teilt mir Manuela traurig mit, daß Biermayr das Lokal pensionsbedingt schließt
und sie nur mehr einmal hinkommt, um die Noargerl auszutrinken.
Zum
Goldenen Anker:
F. Pilsl, Hofgasse
Am
12.5.1998 besuche ich dieses urige Wirtshaus mitten in der Altstadt von Linz mit
Albert Holzbauer und Rainer Lichner. Dies ist höchste Zeit, da mein
Arbeitskollege Wilfried Linder 6 Tage vorher bei einem Altstadtbesuch anläßlich
unserer Liegenschaftstagung durch die Fenster späht und spontan feststellt, daß
es sich um ein uriges Wirtshaus handelt. Die Vertafelung ist sehr alt und schön.
Als ich meine Fotos mache, meint der mir vom Sehen bekannte Wirt, daß ich
warten und nach 8 Tagen wiederkommen soll, da saniert wird. Er meint damit aber
nur, daß neu weiß ausgemalt wird. Wir bestellen auf ausdrückliches Verlangen
von Rainer Schlägl Roggen Bier und zwar gleich eine Halbe, das dann bräunlich
süßlich schmeckt; dies umso mehr, da wir vorher beim Zöttl ein Zipfer Urtyp
getrunken haben. Rainer muß uns aus geschäftlichen Gründen bald verlassen und
trinkt sein Bier nicht aus. Später kommt die Wirtin und fragt, ob sie das Bier
kalt stellen soll, da warmes Bier nicht zu trinken ist. Wir klären sie
daraufhin auf, daß uns Rainer verlassen hat. Als nächstes trinke ich ein Schlägl
Kristall, das auch äußerst süßlich schmeckt und Albert daher mundet.
Insgesamt ist dieses Wirtshaus von der Einrichtung her eines der urigsten in der
Linzer Altstadt. Im Mai 1999 steht in der Linzer Zeitung, daß die Gaststätte
330 Jahre Wirtshaus Jubiläum feiert und damit das älteste von Linz ist, dazu
noch 80 Jahre Familienbetrieb. Eine Abordung der Stadt Linz überreicht hiezu
Jubilar Franz Pilsl einen Linz-Geschenkskorb. Laut Hans Bugram wurde hier früher
Bier aus der Schwarzenberg`schen Brauerei Hinterweissenbach ausgeschenkt.
Zur
Stadt Salzburg:
Wiener Straße
Nach
etlichen Versuchen klappt eine Einkehr am 3.10.1998 mit Peter. Eingangstüre und
Vertäfelung sind alt, der Boden leider verfliest. Die Gaststube ist sehr klein
und mittags bummvoll, sodaß viele Gäste wieder gehen müssen, obwohl jeder
Sessel vergeben wird. Im hinteren Bereich bei der Schank gibt es Stehpulte.
Auffallend ist, daß 85 % der Gäste Pensionisten und offensichtlich Stammgäste
sind. Bei vielen Pensionisten wählt die Wirtin auch das Mittagessen aus. Die ältere
Wirtin ist überhaupt eine Frau, wie man sich eine Wirtin vorstellt, nämlich
freundlich, gewandt und flink. In der Speisekarte steht: „Wir waren und
bleiben ein altes Wirtshaus. Wer Pommes frites will, soll in ein Haubenlokal
gehen“. Die gebackene Leber schmeckt hervorragend und wie bei Großmuttern.
Ich bekomme die letzte Portion und erklärt die Wirtin, daß sie wegen des
bevorstehenden Wochenendes nicht zuviel eingekauft hat, weshalb die Leber auch
frisch schmeckt. Das Grieskirchner leicht wird gut gezapft. Öffnungszeiten
Mo-Fr 9.30-22.00, Sa 9.30-14.00.
Cafe
Karner: Ottensheimer Straße
Die aus Wien stammende Wirtin wollte ursprünglich Feber 1999 in Pension gehen, was aber aufgeschoben wurde. Am 6.12.1999 verstirbt leider die Wirtin Klara in der Gaststube an Herzversagen und kurz darauf Herr Karner. Das im Stil der 50iger Jahre eingerichtete Cafe ist unverändert. Lieblingsgast der Wirtin war der strenge Leiter des Hauptzollamtes Linz, Wirklicher Hofrat Dr. Franz Dorninger, der oftmals nach der Rauscher-Sperrstunde um 22.00 Uhr bei ihr einkehrt ist. Sobald der Finanzbeamte bei ihr eintrat, hat die Wirtin die anderen Gäste zurecht gewiesen, da hoher Besuch ins Lokal kam. Franz gefällt vor allem die alte Musikbox, die noch die alten Schlager von dazumals enthält. Vor dem Lokal stand das Auto des Wirtes mit der Nummer "Kitt 1 ". An der Fassade ist ein altes "Kaiser Kurpils" Schild angebracht. Am 10.3.2000 kehre ich mit Christoph Mißbichler ein, um zu sehen, wie der Sohn Ronnie das Lokal weiter führt. Wir werden dann Zeugen eines Vorfalles, der auch in der Kronen Zeitung zu lesen ist. Die Nachbarwirtin Nina Rauscher meint, dass das Cafe Karner im Betrieb bleiben soll, damit ihre Stammgäste aufgrund der frühen Sperrstunde noch anschließend in Alt-Urfahr einkehren können. Bei Gastgartenbetrieb gefällt ihr auch, dass die Hausanschrift "Cafe Karner" rot und das "Santora Espresso"-Schild gelb hinüberleuchten und zum Stadtbild gehören. Am 21.10.2000 berichtet mir Gretl Rauscher aufgeregt, dass Ronnie das Haus verkauft hat und wird tatsächlich das Lokal bald darauf geschlossen. Leider gechlossen.
Gasthaus
Goldenes Schiff / Rauscher: Ottensheimer Straße
Am
14.1.1999 betont der junge Wirt Markus, daß er auf die von der Brauerei gratis
zur Verfügung gestellten Biergläser sehr acht gibt und daß laut Günter die
alten Wirtshaustische noch von der Linzer Brauerei stammen. Dies ist der endgültige
Grund, daß ich mein Stammwirtshaus sofort in diese Aufstellung aufnehme. Da
mich die Tische sehr interessieren kriecht Markus hinter die Tische und sucht
mit der Taschenlampe von Berndi den Inventarhinweis auf die Linzer Brauerei,
wird aber nicht fündig. Ich drohe an, diese Behauptung zu überprüfen und
schlage daraufhin vor, im Inventarverzeichnis der BRAU UNION Österreich
nachzuschauen, was von den jungen Wirtsehegatten und den Stammgästen ( Gerald
und Roswitha Lindner ) ernsthaft geglaubt wird. Nächsten Tag treffe ich meinen
Arbeitskollegen Hans Bugram von der Inventarverwaltung, den ich hinsichtlich der
Tische um Rat bitte. Er meint, natürlich kein Inventarverzeichnis zu haben,
jedoch besitze er privat ein altes Brandeisen, mit dem die Tische wieder als
Eigentum der Brauerei gekennzeichnet werden können. Markus teilt hiezu nur
unter der Bedingung die Zustimmung, daß ihm die Tische nicht weggenommen
werden. Zu bemerken ist, dass das Goldene Schiff seit dem Jahr 1875 besteht und
sich nun schon in der dritten Generation der Familie Rauscher befindet.
E)
Niederösterreich
Gasthaus Gölbl: Dorfstetten nördl. v. Waldhausen.
Auf
der Suche nach Fischteichen und durch den Tipp des Schwagers von Fritz Mitterer
suchen wir am 25.10.1998 den Ort auf und entdecken am Ortsrand Richtung Bärnkopf
dieses Gasthaus durch das "Linzer" Bierschild. Als ich den Wirt auf
die Linzer Biertafel anspreche, berichtet er, daß ihm eine darunter montierte
alte Coca Cola Tafel aus den 60iger Jahren gestohlen wurde, und er auch einen
Diebstahl der Linzer Tafel befürchtet, obwohl diese sehr hoch angebracht ist.
Als wir das Wirtshaus verlassen, kann ich aufgrund der Dunkelheit das Schild
leider nicht mehr fotofgrafieren. Der Wirt berichtet, daß er von St. Nikola,
also aus Oberösterreich beliefert wird und er daher Linzer Bier führen kann.
Dadurch gibt es Kaiser Goldquell, das für den Wirt noch Linzer Bier ist. Er ist
froh dieses Bier ausschenken zu dürfen, im Gegensatz zu allen anderen niederösterreichischen
Wirtin, die nur Kaiser Premium oder Wieselburger Bier erhalten. Auf den
Alkoholgehalt des Bieres angesprochen, meint er daß er auch aufgrund seiner
Stammgäste nicht umstellen kann, auch wenn der Absatz aufgrund der 0,5 Promille
merklich zurückgegangen ist. Die Gaststube ist noch alt eingerichtet und fällt
besonders die alte grüne Malerei auf, was laut Beate eine gemütliche Atmosphäre
schafft. Ich trinke daher 3 temperierte Flaschen Goldquell. Als der zweite Gast
neben uns, ein Milchwagenchauffeur "eine Wurst" bestellt, bekomme auch
ich Appetit auf Braunschweiger mit Senf. Der Milchführer jammert sehr, da für
ihn 0,1 Promille gelten. Da ich das Bier wegen Beate zügig trinken muß, meint
der Wirt, daß ich dieses auf der Heimfahrt auch ablassen muß. Er selbst
jammert, daß der Buschauffeur nach einer Besichtigung der Brauerei Schlägl und
Genuß von 4 Bieren nicht stehen geblieben ist und sich Männer und Frauen erst
nach einiger Zeit im Freien erleichtern konnten. Der Milchführer berichtet, daß
er Biertrebern für seine Stiere in Wieselburg gekauft hat und die
danebenfallenden Trebern den Asphalt aufgefressen haben. Beate vermutet
daraufhin Chemikalien in den Trebern und verlangt, daß Chemiker dem nachgehen.
Ich frage diesbezüglich den Chemiker unseres Labors Helmut Klein, der sich das
nicht erklären kann und vermutet, daß vielleicht der scharfe Urin der Stiere
mitgeholfen hat. Werden Trebern zu lange gelagert, "seideln" sie. Der
Betriebsleiter der Mälzerei Liesing DI Aicher bestätigt mir, daß die Trebern
weitergären und Milchsäure entsteht, die den Asphalt angreifen kann. Auch
Molke ist sehr aggressiv, weswegen in Molkereien Nirosta verwendet werden muß.
Gasthäuser
rund um Wolfsbach:
Besuche
mit Fritz Mitterer und dem Stammtisch des Gasthauses Karan. Mir gefällt, daß
eintretende Gäste alle am Stammtisch sitzenden mit Handschlag begrüßen. Dies
erinnert mich an die Bierreise nach Bayreuth und Kulmbach, wo alle neu
Ankommenden auf die Tische klopfen. Geklopft wird in der Gegend von Wolfsbach
nur, wenn jemand am Tisch sitzt, dem man die Hand nicht geben will.
Es fällt
mir in dieser Gegend weiters angenehm auf, daß sämtliche Wirte Kaiser Bier führen.
In jeder Gaststätte ist der neben dem Stammtisch hängende Brau AG Kalender
nicht zu übersehen.
Gasthaus
Otto Baumgartner in Giebl: südl.
v. Wolfsbach
Bauernwirtshaus
in dem der Sohn mit den Stammgästen Karten spielt. Uralte Doppelbänke und
Schiffboden. Die alte Ladenkegelbahn vis à vis ist leider zugeschneit. Es ist
Brauch, daß die Gäste ihr Bier im Freien vor dem Wirtshaus ablassen. Die Stammgäste trinken
bei unserer Einkehr Kaiser Bockbier, das der Wirt billiger
abverkauft. Es werden manche Streiche überliefert, beispielsweise, daß die
Stammgäste in der Gaststube einen Pfosten auf einen Wirtshaustisch gelegt haben,
damit ein Puch MS 50 auf den Tisch fahren konnte. Der Fahrer hat sehr viel Gas
gegeben, sodaß es in der Stube ganz blau war. Einmal wurde ein Jagdhund an die
Geldlade angebunden und dann Katzen vorbeigelockt, sodaß der Hund prompt mit
der Lade durchging. Am 14.8.1999 kehren wir mit Fritz Mitterer das zweite Mal
ein und fotografiere ich diesmal den Saal im ersten Stock mit dem alten
Bretterboden, in dem noch uralte Tische stehen. Im Saal liegt auch die große
Kaiser Bier Leuchte, die vor dem Haus abmontiert wurde, da sie abzustürzen
drohte. Im Saal hat weiters das Jagd Kosortium Bubendorf in einer
Vitrine ihre Krickerl deponiert, darunter auch welche meines Arbeitskollegen
Willi Lohnecker. Wie bei diesem Gasthaus der Brauch, können wir diesmal das
Bier nicht im Freien ablassen, da die Wirtin Laub kehrt.
Gasthaus
Leopoldine Mayr: Erla Nr. 49, St. Pantaleon, östl. v. Enns;
Eines
der ältesten und urigsten Wirtshäuser, die ich je aufgesucht habe. Die betagte
Schwester der 85jährigen Wirtin serviert uns das bestgezapfte Kaiser unserer
Rundreise. In der Gaststube sind der uralte Boden, Tische und Sessel vorhanden.
Nur der kleine Fernseher paßt nicht zur Einrichtung, gibt uns aber Gelegenheit
den Abfahrtssieg von Schifferer in Garmisch anzuschauen. Der im ersten Stock
gelegene Saal mit mehreren Räumen ist ebenfalls unverändert. Ein altes hölzernes
Podest, grün gestrichene Türen sowie uralte Tische und Sessel lassen erahnen,
welche rauschende Bälle und Hochzeiten hier gefeiert wurden. Fritz kann sich
erinnern, daß er den Saal in seiner Jugendzeit einmal besucht hat. Das WC im
Hof finde ich, indem ich den Spuren im Schnee folge. Bei meinem Zweitbesuch am
21.12.1998 sitzt auch die Altwirtin da, während ihre Schwester die Schweine füttert.
Die Wirtin spricht vielerlei aktuelle Dinge an und sagt immer "ja".
Meinem Chauffeur Hans Bugram schmeckt das Bier sehr, obwohl wir die erste Halbe
vom zu Ende gehenden Faß trinken und erst dann frisch angeschlagen wird. Die
Wirtin meint, daß auf Wunsch sogar ausgekocht wird, was ich aber nicht recht
glaube.
Gasthaus
Schatzöd/Johann Heigl: Konradsheim, Straße Waidhofen
Richtung Maria Neustift
Als
wir am 17.10.1998 längst überfällig einkehren, müssen wir feststellen, daß
seit dem letzten Vorbeifahren die Fenster ausgetauscht und auch der Dachboden
ausgebaut wurde. Die alten Fensterkreuze liegen hinter dem Hof und könnten
billigst erworben werden. Neben der alten Eingangstüre hängt eine Tafel
"Schatzöd Angesiedelt um 1300". Vor dem Gasthaus steht ein alter
Kastanienbaum auf dem eine alte Fanta Tafel angenagelt ist, während die
Biertafel gestohlen wurde. Vom alten Vorhaus weist uns die alte Tafel
"Gastzimmer" in eine wunderschönen alten Raum mit Ladenboden und
einer Tramdecke aus dem Jahr 1760. In diesem Ambiente genießen wir einige
Kaiser Biere und laden auch die junge Wirtin ein, die zuerst den Boden schrubben
wollte und durch unsere Einkehr daran gehindert wird. Sie taut langsam auf und
trinkt aber nur einen kleinen Radler, da es am Vortag länger wurde. Unserem
Mitreisenden "Zwerg" sagt die Wirtin jedenfalls sehr zu. Leider setzt sich die alte Wirtin
nicht zu uns, da sie den Samstag-Putz vornimmt und nur kurze prägnante
Meldungen, wie beispielsweise über den Strompreis, abgibt. Da dem Gasthaus eine
Landwirtschaft angeschlossen ist, steigen meine Mitreisenden danach auf Most um,
der gut sein muß, da sie gleich 2 2-Liter Flaschen trinken. Im Saal finden nur
sporadisch Veranstaltungen statt und kauft mir Fritz dort ein altes Wieselburger
Bierglas. In der Gaststube selbst wird das Bier in neutrale Gläser gezapft, da
diese angeblich billiger sind.
Wirt
z`Empfing: westl. v. Stephanshart, südl. v. Ardagger
Wir treffen erst bei Dunkelheit in Empfing ein und werden in der Gaststube von einem Mann empfangen, von dem wir erst später erfahren, dass er der Bäcker ist. Er serviert uns Kaiser Bier in alten Schwechater Bierkrügen, die Fritz sehr gefallen. Die Gaststube hat einen Ladenboden, Doppelbänke und Resopaltische. Die alte Wirtin betritt die Gaststube anfangs nicht, sondern schaut und meldet immer nur von der Küchentüre heraus. Als Fritz Mitterer Frankfurter Würstel bestellt meint sie, daß sie wegen einem Paar nicht anheizt. Als wir hiernach 5 Paar bestellen, bekommen wir sie aber auch nicht, da sie so viele Würstel nicht daheim hat. Daraufhin bestellen wir eine Runde Wurstsemmeln, die zum Bier gut schmecken. Zwischenzeitig kaufen wir dem Bäcker allerlei "Bacht" ab, darunter einen Allerheiligen Striezel, Brot, und ich komme mit 10 Semmeln nach Hause. Nach einiger Zeit bedient uns dann der vermeintliche Wirtssohn, zu dem ich einen guten Kontakt aufbauen kann.
Als
ich den Postler nach urigen Waidhofener Wirtshäusern mit Schiffboden etc.
frage, meint er solche gibt es nicht, bodenständig sei aber das Gasthaus
Zacharias. Als ich die Gaststube betrete, erwecke ich die Neugier der
Senior-Wirtin, die am Stammtisch einem betagten Gast ein Foto zeigt, an dem er
der noch einzig Überlebende ist. Die Altwirtin freut sich, daß ich die 6 alten
an der Decke hängenden Zunftzeichen fotografiere. Auch der Schiffboden, die
dunkelbraune alte Vertäfelung und die Doppelbänke runden das Bild einer alten
und gemütlichen Wirtsstube mit alter Tradition ab. Die Senior-Wirtin besteht
auch darauf, daß ich die Bauernstube und den alten Einkehr-Stall knipse. Als
die Wirtin bemerkt hat, daß ich die Gaststube verlassen habe, rennt sie mir ins
Vorhaus nach und bedankt sich sehr herzlich für mein Interesse. Die Saumeise
schmeckt frisch und gut, währen das Kraut lauwarm ist.
F)
Salzburg
Krämer Wirt / Ebner: Faistenau 2
Anlässlich der Bierreise unseres Juristenstammtisches zum Bramsau Bräu Faistenau kehren wir am 19.10.2002 über Empfehlung des hiesigen Heimbrauers Martin Klaushofer in diesem Wirtshaus ein. Dieses uralte urige Gasthaus steht in der Nähe der tausendjährigen Linde und ist neben der Kirche das zweitälteste Haus im Ort. Früher hat es als Försterhaus Verwendung gefunden. In dem aus Duftstein erbauten Gebäude liegt in der Gaststube noch ein 80 Jahre alter Bretterboden und stehen darauf uralte einfache Bänke und Tische. Der im Eck stehende Kachelofen ist über 150 Jahre alt. Der gemütliche Wirt zapft uns Stiegl Bier, das die Stammgäste in eigenen alten Stammgläsern mit Deckel trinken. In der Stube hängt unter anderem ein uraltes Bild der Kaiser Schützenjäger. Der Wirt zeigt uns auch eine Urkunde aus dem Jahr 1904, mit der dem Haus bereits die Tabakverschleißerei genehmigt wurde. Eine Besonderheit sind auch die Lampen, die man jede einzeln oben abdrehen kann. Die Aushilfskellnerin berichtet, dass bei allen Hochzeiten rundherum die Bräute in dieses Wirtshaus gestohlen werden und es dann so voll wird, dass sie nicht mehr servieren kann. Es werden dann singend die Tische in die Höhe gehoben, sodass hienach die Decke ganz schwarz von den Kerzen ist. Der über dem Gastzimmer gelegene Saal wurde aufgrund der vielen Kinder in einen Wohnbereich umgewandelt, ebenso dient der eine Gaststubenraum unter der Woche Wohnzwecken. Bei unserer Einkehr gibt es am Nachbartisch ein "probepoltern" der Burschen, das ist hier ein Brauch, damit sie nicht heiraten müssen. Der im Jahr 1999 90jährig verstorbene Altwirt Jakob Ebner ist noch überall präsent und wird von ihm erzählt, das er bis zuletzt Bier gezapft hat. Im Gasthaus wurde früher Guggenthal Bier ausgeschenkt. Die dem Gasthaus angeschlossenen Greißlerei wird in nächster Zeit geschlossen. Mo+Di Sperrtag.

Gasthof Caspar Moser Bräu: 5302 Henndorf am Wallersee, Hauptstraße 61
Bis 1922 wurde hier eine Brauerei betrieben, von der nur mehr der Braugasthof, als eine der ältesten Gaststätten Österreichs übrig geblieben ist. Der neben dem Gasthof gelegene Brauturm wurde bereits vor Jahren abgebrochen und ist auch der am alten Foto zu sehende Balkon abgestürzt. In der denkmalgeschützten Gastube ist die gesamte Holzvertäfelung wunderschön bemalt. Bei den alten Tischen stehen Rundum- und Doppelbänke, bei einem Tisch gefällt mir besonders eine runde Bank, die dem runden Tisch genau angepasst wurde. Der sehr lange Stammtisch steht neben dem urigem Kachelofen. Der Holzboden wurde leider durch Fliesen ersetzt, aber trotzdem ist dies eine der urigsten Gaststuben, die ich kenne. Am 29.9.2002 kehre ich das zweite Mal ein und werde diesmal von einem Pächter sehr freundlich bewirtet. Neben Kaiser Bier gibt es auch ein „Kaiser Karl“ Weizenbier aus Altötting und schenkt mir der Wirt sogar zwei Bügelverschlussflaschen. Beim nächsten Mal will mir der Wirt auch die zwei „Original Carl Zuckmayer Zimmer“ zeigen, die diesmal durch Deutsche belegt sind. Dienstag Ruhetag.

G)
Bayern:
Gasthaus Lanz: Ludwig Hartl Untergriesbach bei Obernzell, Marktplatz 16.
Aufgrund
eines Fernsehfilmes über urige Wirtshäuser im Bayerischen Fernsehen werde ich
auf dieses nicht allzu weit von meinem Heimatmarkt Hofkirchen entfernt liegende
Gasthaus aufmerksam. Im Film wird berichtet, dass die Wirtin ratschend,
strickend oder hinter dem Passauer Bistumsblatt versteckt in der Gaststube
sitzt. Als ich erstmals am Freitag, 22.10.1999, nachmittags einkehre, sitzt nur
ein Pensionist am Stammtisch. Wie im Fernsehen dokumentiert, weist die Gaststube
einen Stubenboden mit breiten Brettern und einen Rüstbaum auf und sind noch die
von Generationen blank gewetzten Bänke vorhanden. Erwähnenswert ist vor allem
die 400 Jahre alte noble Standuhr, die noch funktioniert, bei meiner Einkehr
allerdings „steht“. Die Vertäfelung im Josefinischen Stil aus dem Ende des
18. Jhdts. erzeugt einen Raum voller Wärme und Behaglichkeit. Die alte Wirtin
schaut auch in meiner Anwesenheit mehrmals durch das im Fernsehen gesehene Spähfenster
zur Kirche, obwohl diesmal keine Kirchgeher zu erwarten sind. Ansonsten sagt sie
„hiatz kemmans, d` Mess`is aus“. Sie meint zum Fernsehbericht, dass der Film
bereits vor ca. 4 Jahren gedreht wurde; sie selbst hat sich am Sonntag Abend
keine Zeit genommen, den Film anzuschauen und hat lieber in der Gaststube
bedient. Die Wirtin ist erbost über die Aussage im Film, dass die Schließung
bevorsteht, da auch die angeschlossene Landwirtschaft viel Arbeit in Anspruch
nehme. Die Halbe Bier kostet 3 Mark und meint sie, dass die Bierpreise in Österreich
verrückt seien. Mari kommt selten nach Österreich und weiß aber sofort über Linz,
dass es hier ein Casino gibt. Sie meint zusammen mit dem Stammgast, dass ein
Lehrer aus Griesbach sein Haus in Linz verspielt habe, nun geschieden und nach
"Minga" verzogen sei und beide nicht wissen, wie er nun wohnt und von
was er lebt.
Am
9.6.2001 reise ich mit Franz Dorninger und meinem Schwager Hubert Froschauer
nochmals an. Leider ist „Lanz Mari“ diesmal wegen einer Einladung zu einer
Taufe nicht anwesend. Es bedient uns die Schwiegertochter, die sich sogar freut,
dass ich die urige Gaststube abfotografiere. Aufgrund des Denkmalschutzes haben
die Eigentümer für die Restauration ein Darlehen erhalten. Wir trinken 4 Paulaner Weizen
und kostet ein Weizen diesmal 3,60 Mark.
Am
11.6.2004 kehre ich mit Schwippschwager Karl Schwendinger und
seiner Frau Bernadette ein und sitzt Mari mit einem Pensionisten alleine am
Stammtisch. Sie erkennt uns sogleich als Österreicher und fragt, ob wir bei
diesem schlechten Wetter einen Ausflug machen. Es ist sehr ruhig in der
Gaststube, da der Pensionist kein einziges Wort redet und hört man nur das
laute Ticken der Standuhr. Mari sagt, dass das das Uhrwerk aus Holz ist und
diese noch Holzzahnräder habe. Diesmal ist Mari überhaupt sehr gut aufgelegt
und leutselig und lässt sich ohne große Widerrede fotografieren. Sie meint
sogar, wir sollen am runden Tisch neben der Uhr fürs Foto Platz nehmen und
setzt sie sich neben uns. Sie meint auch, dass die Österreicher weit lustigere
Gäste als die Bayern seien und viele Österreicher bei ihr einkehren. Auch
der Wirt Arthur vom Gasthaus Zur Post in Neustift kehrt regelmäßig bei ihr
ein, weshalb ich überhaupt nicht verstehe, wieso unser Hofkirchner Wirt Kilian
nicht mitfahren wollte. Mari ist überhaupt voll des Lobes über Neustift, auch
deswegen weil es in Untergriesbach keine Musikkapelle gibt und die Neustifter
Musik zu Fronleichnam oder anderen Festen aufspielt und danach bei ihr einkehrt.
Mari fragt uns auch, ob wir an der Fronleichnamsprozession teilgenommen haben
und stehen Birken neben der Eingangstür des Gasthauses. Mari zeigt mir auch das
alte Klavier im Saal, auf dem leider nur selten gespielt wird sowie die Bilder
vieler Ahnen an der Wand des seit 1591 bestehenden Wirtshauses. Der halbe Liter
Paulaner Helles kostet € 1,80 und meint Mari, dass dies genug und die
Bierpreise in Österreich unverschämt seien. Bernadette trinkt einen österreichischen
Rotwein vom Pichler. Mari verweist auch stolz
auf den 29 m hohen Maibaum vor dem Haus und meint auf meine Frage, wer diesen
spendiert habe, „da unsere“ (Sohn) und lädt uns ein, unbedingt am 19. Mai
zum Maibaumsteig`n zu kommen.
Das Gasthaus ist außer Dienstag täglich geöffnet, leider ist Mari verstorben.
Mari und Karl Schwendinger.

Vertäfelung und Guckloch.
Weitere Wirtshäuser auf: www.innviertler-wirtshausroasa.at