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Original-Titel: L'aventure malgache
Deutscher Titel: -
Genre: Propaganda-Kurzfilm, sw
Studio/Produktionsland: GB
Filmjahr: 1944
Filmlänge: 31Min.
Drehbuch: Angus MacPhail
Musik:
Kamera: Günther Krampf
Regie: Alfred Hitchcock
Produzent: Ministry of Information (UK)
Darsteller: The Molière Players
Inhaltsangabe:
Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs spaltet die französische
Bevölkerung Madagaskars in zwei Gruppen. Ein Gruppe leistet Widerstand gegen
die Nationalsozialisten, die zweite Gruppe arrangiert sich mit ihnen.
Ein Schauspieler einer französischen Theatergruppe
(in der Resistance Clarousse genannt), die in
England Propagandastücke aufführt erinnert sich an an diese Zeit. In einer Rückblende
wird er als Rechtsanwalt auf Madagaskar gezeigt, der illegal einen Radiosender
betreibt und im Untergrund gegen die Naziherrschaft kämpft. Die Vichy-Regierung
läßt ihn ins Gefängnis Tananarivo werfen, von den Briten wird er daraus befreit.
Gespräch Alfred Hitchcock/Francois Truffaut 1955/56
(gekürzte Version):
T.: Ich hoffe, es waren nicht die harten Kritiken gegen Lifeboat,
die Sie veranlaßt haben, das Jahr 1944 ganz der Herstellung von zwei kurzen
Propagandafilmen für das britische Informationsministerium zu widmen.
H.: Nein, ich fühlte das Bedürfnis, meinen kleinen Beitrag zu den
allgemeinen Kriegsanstrengungen zu leisten, und für den aktiven Militärdienst
war ich zu alt und zu dick. Wenn ich gar nichts getan hätte, hätte ich mir das
später bestimmt zum Vorwurf gemacht. Ich spürte das Bedürfnis wegzugehen, das
war wichtig für mich, und ich wollte wirklich die Atmosphäre des Krieges spüren.
Wir kamen also mit Selznick überein, unseren nächsten Film nach einem englischen
Roman, The House of Dr. Edrwardes, zu drehen, und ich bin nach England
abgereist. Das war damals gar nicht so einfach. Ich bin in einem Bombenflugzeug
gestartet, auf dem Boden sitzend. Mitten über dem Atlantik mußte das Flugzeug
umkehren, und zwei Tage später bin ich noch einmal gestartet, In London habe ich
meinen Freund Bernstein getroffen, den Leiter der Filmabteilung im britischen
Informationsministerium, und so habe ich zwei kleine Filme gedreht, die den
Leuten der französischen Widerstandsbewegung Tribut zollten.
T.: Ich glaube, einen der beiden Filme habe ich Ende 1944 in Paris gesehen, als
Beiprogramm zu einem Why We Fight-Film.
H.: Das ist sehr gut möglich, denn sie sollten überall in Frankreich gezeigt
werden, wo die Deutschen vertrieben worden waren, damit die Bevölkerung die
Probleme der Résistance begreifen lernte. Der erste Film hieß Bon Voyage.
.....
T.: Ja, genau den Film habe ich gesehen.
H.: Der Film bestand aus vier Rollen, und selbstverständlich hatte ich als
Berater Leute von den Freien Französischen Streitkräften, zum Beispiel den
Schauspieler Claude Dauphin, der uns bei den Dialogen half. Wir schrieben die
Szenen in meinem Zimmer im Hotel Claridge es waren immer eine Menge
französischer Offiziere da, vor allem einer, ein Major oder Oberst Forestier,
der immer etwas einzuwenden hatte. Wir merkten, daß die Leute von den Freien
Franzosen unter sich sehr uneinig waren, und das war dann auch das Thema für der
zweiten Film, Aventure Malgache. Da ging es um einen Typ, einer Franzosen, der
gleichzeitig Schauspieler und Rechtsanwalt war und sich in der Résistance
Clarousse nannte. Er war über sechzig, aber sehr kräftig und kabbelte sich mit
den Freien Franzosen so sehr, daß ihn seine Kameraden in Tananarivo einsperrten.
Als wir mit der Geschichte fertig waren, es war eine wahre Geschichte, von
Clarousse selbst erzählt, gab es wegen des Films Meinungsverschiedenheiten und
ich glaube, er ist nie gezeigt worden.
Quelle: Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? von Francois Truffaut.
Info: Der Film lief auch unter dem Titel " Madagascar
Landing".
Film nach einer wahren Geschichte. Nach der Beendigung
des Films gab es Meinungsverschiedenheiten und Hitchcock meinte, dass er nie im
Kino gezeigt wurde.
Aventure Malgache ist nach Bon Voyage der
zweite Propagandakurzfilm, den Hitchcock als Hommage an die französische
Resistance in französischer Sprache drehte. Noch düsterer als Bon Voyage
wurde er vom britischen Ministry of Information nach wenigen Aufführungen in
Frankreich zurückgezogen.
Preise/Auszeichnungen: -
Literatur: -
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Neuverfilmungen: -
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