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Geboren am 14. August 1899 in der Caroline Street 69, Nottingham, England. |
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Gestorben am 6. Juli 1982 in Bel-Air, Los Angeles, California |
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Schon vor ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit Alfred
Hitchcock als Drehbuch- und Dialogautorin, Regieassistentin, Cutterin,
Skriptgirl und 'Frau für alles' war Alma Reville im Filmbusiness
erfolgreich. Mit 16 Jahren, so erzählt sie in einem Interview 1976, sei sie
bereits Schnittassistentin geworden zunächst bei den Twickenham Studios,
dann bei den Famous Players-Lasky's Studios in London, denn "nur in diesem
Bereich konnte man ohne Berufserfahrung anfangen". Als Alfred Hitchcock zum
Film ging und dort zunächst als Regieassistent und Ausstatter eingesetzt
wurde, war Alma Reville bereits seit vier Jahren in ihrem Beruf anerkannt
und geschätzt - ein Filmprofi, der die verschiedenen Aufgaben Skript,
Schnitt und Continuity perfekt unter einen Hut brachte. Sie gehörte zu den
wenigen ausgewählten Cutterinnen, deren Name im Vorspann ausdrücklich
genannt wurde, und einflußreiche Produzenten und Regisseure sagten ihr eine
große Karriere als Regisseurin voraus. In den 30er und 40er Jahren gehörte Alma Reville zusammen mit dem Kameramann Bernard Knowles, dem Produzenten Michael Balcon und dem Cutter Charles Frend zu jenem Erfolgsteam der British Gaumont, das maßgeblich zum Erfolg von Filmen wie Die 39 Stufen (The 39 Steps) oder Der Geheimagent (The Secret Agent) beitrug. Auch in Hollywood war sie zunächst Hitchcocks engste Mitarbeiterin, die - hinter den Kulissen - an fast allen seinen Filmen beteiligt war. Sie beriet ihn bei der Stoff- und Drehbuchauswahl, kümmerte sich um die Schauspieler, sah sich die ersten Filmmuster an und machte Veränderungsvorschläge. Eine ihrer Stärken lag in der Adaption von Romanen. So war es z.B. ihre Aufgabe, Thornton Wilder's Drehbuchvorlage zu Im Schatten des Zweifels (Shadow of a Doubt, 1943) in eine dem Film angemessene Form zu konvertieren, denn - so Alma Reville selbst - "ich habe eine visuelle Art zu denken". Gelegentlich arbeitete sie bis in die 40er Jahre hinein auch als Drehbuchautorin für andere Regisseure wie Adrian Brunel, Donald Crisp, Henrik Galeen oder Richard Wallace. |
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1921 lernt Alma Reville Alfred Hitchcock kennen und am 2. Dez. 1926 heiratet sie ihn in der St. Patrick's Cathedral in New York City. Am 7. Juli 1928 wird Tochter Patricia Alma ('Pat') geboren. 1958 Krebsoperation Almas. Alma erleidet 1971 einen Schlaganfall. 1975 Zweiter Schlaganfall. Alma stirbt im Juli 1983 in Bel Air. |
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Alma Lucy Reville war nur einige Tage später als Hitchcock geboren - am 14. August 1899. Am Wochenende und während der Schulferien nahm die Mutter Alma mit ins Kino. Das war etwa zur selben Zeit, als sich im East End Alfred Hitchcock auf dieselbe Weise unterhielt. Almas Interesse am Kino entwickelte sich allerdings schneller als seines: Die Studios der London Film Company lagen nur ein paar Minuten mit dem Fahrrad von Almas Haus entfernt. Alma fuhr dorthin, um den Schauspielern bei kurzen Szenen, die im Freien gedreht wurden, zuzusehen. Sie entwickelte einen solchen Enthusiasmus für das Kino, daß ihr Vater ihr nach der Schule über einen Nachbarn eine Stellung in einem Filmschneideraum verschaffte. "Das war damals die einzige Möglichkeit", sagte Alma, "ohne Erfahrung im Film anzufangen." 1921, während sie als Cutterin und Scriptgirl arbeitete, lernte sie Hitchcock kennen. Ihre Verlobungszeit dauerte wesentlich länger, als das heuzutage üblich ist, Sie heirateten erst im Dez. 1926... Alma Reville galt bereits als eine der wenigen brillanten Cutterinnen und Drehbuchautorinnen Englands, und Alfred Hitchcock war im Jahr 1926 bereits das Film-Wunderkind. Bei Alma - und offensichtlich nur bei Alma - begann Hitchcock etwas von dem angeborenen Mißtrauen zu verlieren... Alma war lebendiger. Manchmal brüskierte sie Menschen, wenn sie ein schnelles Urteil abgab, sei es über die Fähigkeit einer Person oder über deren Charakter. Ihre Direktheit und ihre Bereitschaft, alle möglichen Verantwortungen zu übernehmen, bewunderte Hitchcock. Sie hatte andauernd gute Ratschläge für ihn und seine Zukunft parat. So schien der Herbst des Jahres 1926 der geeignete Zeitpunkt, sich mit Heiratsplänen zu befassen. Von September bis Oktober absolvierte Alma Reville den Kurs, der für ihren Übertritt zum römisch-katholischen Glauben notwendig war... Nachdem Alma neu getauft war, konnte man zur Hochzeit schreiten, die am Donnerstag, dem 2. Dezember, stattfand... In der Heiratsurkunde tauchte als Berufsbezeichnung für Hitchcock 'Filmregisseur' auf. Merkwürdigerweise steht bei Alma 'ohne Beruf'. Auf Gäste und Freunde der Jungverheirateten könnte das Paar etwas merkwürdig gewirkt haben. Hitchcock... Neben ihm stand seine Braut wie ein kleines Vögelchen, noch nicht einmal einen Meter fünfzig groß und weniger als hundert Pfund schwer. Alma Reville war lebhaft und intelligent, und sie gehörte zusammen mit... zu den wenigen Cutterinnen, die im Kino der 20er Jahre namentlich in Filmtiteln genannt wurde... Michael Balcon war nicht der einzige, der glaubte, daß Alma eines Tages auch als Regisseurin Karriere machen konnte. Bis 1929 schrieb sie noch gelegentlich Drehbücher für andere Filmemacher; später arbeitete sie nur noch für Hitchcock. "Ich war nie schrecklich ambitioniert", sagte sie Jahre später. Und die nächsten 50 Jahre konzentrierte sie auch all ihre Energie darauf, ihren Ehemann zu ermutigen und zu beschützen. Wer mit den beiden je gearbeitet hatte, bemerkte, daß die beiden wirklich wie Bruder und Schwester miteinander umgingen. In Geschäftsangelegenheiten konnte aus der kleinen Alma aber auch ein giftiger kleiner Wachhund werden. Was Menschen anbetraf, war sie viel cleverer als Hitchcock und ach viel härter... - ich glaube nicht, daß zwischen den beiden die große Leidenschaft herrschte. Und um die Wahrheit zu sagen, sie hatte die Hose an. Die Tochter wurde am Samstag, dem 7. Juli 1928, im Schlafzimmer der Cromwell Road 153 geboren... Das Kind wurde auf den Namen Patricia Alma getauft... Auszüge aus "Alfred Hitchcock - Die dunkle Seite des Genies" von Donald Spoto |
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