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Original-Titel: Mr. and Mrs. Smith

Deutscher Titel: Mr. and Mrs. Smith

Genre: Liebeskomödie, sw

Studio/Produktionsland: RKO Studios. USA

Filmjahr: 1941

Filmlänge: 95 Min.

Drehbuch: Norman Krasna

Musik: Edward Ward, Roy Webb

Kamera: Harry Stradling

Regie: Alfred Hitchcock

Produzent: Harry E. Edington

Darsteller: Carole Lombard (Anne Krausheimer/Smith), Robert Montgomery (David Smith), Gene Raymond (Jeff Custer), Jack Carson (Chuck Benson), Philip Mervale (Mr. Custer), Lucile Watson (Mrs. Custer), William Tracy (Sammy), Charles Halton (Mr. Harry Deever)), Ester Dale (Fr. Krausheimer), Emma Dunn (Martha), Betty Compson (Gertie), Patricia Farr (Gloria), Adele Pearce (Lily), Ernie Alexander (Page, Bellhop), Murray Alper (Harold, Taxifahrer), Pamela Blake (Lily), Alec Craig (Thomas), William Edmunds (Inhaber/Proprietor of Lucy's), Frank Mills (Taxifahrer), Robert Emmett Keane (Laden-Manager), Jack Gardner (Lift-Boy), Ralph Sanford (Laden-Checker), Georgia Carroll (Mädchen), Francis Compton (Mr. Flugle), Ralph Dunn (Cop).

Inhaltsangabe: Mr. Smith ist Rechtsanwalt, seit drei Jahren unter der Haube und hat mit seiner Gattin ein Abkommen geschlossen: Sobald der Haussegen schief hängt, wird das Zimmer erst verlassen, wenn man sich versöhnt hat. Dies führt dazu, daß er an manchen Wochentagen nicht ins Büro kommen kann. Eine andere Regel erlaubt einmal pro Monat eine Frage, auf die der andere in jedem Fall ehrlich antworten muß. Als Ann David fragt, ob er, wenn er sich heute noch einmal entscheiden könnte, sie immer noch heiraten würde, und dieser grundehrlich "Nein" antwortet, weil man als Ehemann doch bekanntlich seine individuelle Freiheit einbüßt, hängt der Haussegen etwas schiefer als sonst. Dann erhält er von einem Mitarbeiter des Standesamts eine unverhoffte Nachricht: Aufgrund eines Formfehlers, der mit einer Eingemeindung zu tun hat, sind sämtliche ab einem bestimmten Zeitraum geschlossenen Ehen leider ungültig. Auch Mr. und Mrs. Smith sind davon betroffen. Mrs. Smith reagiert, indem sie Mr. Smith des Hauses verweist, ihren Mädchennamen wieder annimmt und keinen schrägen Zug ausläßt, um ihn eifersüchtig zu machen. So gibt sie vor, Davids Sozius Jeff heiraten zu wollen, und fährt mit ihm in den Wintersport. David fährt hinterher, sie bringen sich im Urlaub gegenseitig auf die Palme, bis sie sich am Ende zum zweiten Mal das Jawort geben.

Gespräch Alfred Hitchcock/Francois Truffaut 1955/56 (gekürzte Version):
T.: Nach Foreign Correspondent haben Sie 1941 einen Film gedreht, der in Ihrer Karriere eine Ausnahme bildet, weil es die einzige amerikanische Komödie ist, die Sie gedreht haben: Mr. and Mrs. Smith. Das ist die klassische Geschichte von dem Paar, das sich gerade scheiden lassen will, sich gegenseitig beobachtet, Eifersüchteleien hingibt und schließlich wieder versöhnt.
H.: Der Film entstand aus meiner Freundschaft mit Carol Lombard, die damals mit Clark Gable verheiratet war. Sie fragte mich: »Würden Sie einen Film mit mir machen?« Ich weiß nicht, weshalb ich angenommen habe. ich habe mich mehr oder weniger an das Drehbuch von Norman Krasna gehalten. Da ich die Art von Leuten nicht verstand, die in dem Film gezeigt wurden, habe ich die Szenen fotografiert, wie sie geschrieben waren.
Ein paar Jahre, bevor ich nach Hollywood kam, wurde ein Ausspruch von mir kolportiert: Alle Schauspieler sind Vieh. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, weshalb und bei welcher Gelegenheit ich das gesagt habe ..... Weshalb erzähle ich Ihnen das eigentlich?
T.: Sie sind von Ihrem berühmten Ausspruch darauf gekommen: Alle Schauspieler sind Vieh.
H.: Ah ja, richtig. Als ich am ersten Drehtag von Mr. and Mrs. Smith ins Atelier kam, hatte Carol Lombard einen Käfig mit drei Abteilungen aufstellen lassen, mit drei lebendigen Kühen drin, und jede trug ein Schild um den Hals mit einem Namen: Carol Lombard, Robert Montgomery und Gene Raymond. Mein Ausspruch war wirklich eine Verallgemeinerung, und Carol Lombard hat mir darauf diese spektakuläre Antwort gegeben, mit einem Witz geantwortet. Ich glaube, eigentlich war sie in dieser Sache meiner Meinung.
Quelle: Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? von Francois Truffaut.

Info: Der Film entstand aus einer Freundschaft zwischen Hitchcock und Carol Lombard, die damals mit Clark Gable verheiratet war. Das Drehbuch stammt von Norman Krasna, einem Zeilenschinder der untersten Garnitur, doch gelang es Hitchcock, es so hinzubiegen, daß es aufgeht. 

Hitchcocks untypischster Film, eine klassische Screwball-Comedy ohne jegliche Zutat von Suspense und Mystery. Wie Hitchcock selbst bekannte, konnte er sich weder in die Akteure noch in den Plot hineinversetzen, deshalb filmte er einfach das Drehbuch so ab wie es vorlag. Nichtsdestoweniger ist Mr. and Mrs. Smith ein flüssig inszeniertes und ambitioniert gespieltes Stück Vergnügen.

RKO Pictures sicherte sich im November 1939 die Rechte an einem Originaldrehbuch von Norman Krasna, der aber noch keinen Titel für sein Drehbuch hatte und so lief das Projekt zeitweise unter verschiedenen Arbeitstiteln (unter anderem Who Was That Lady I Seen You With?, And So To Wed, Here We Go Again!, The Lady Said No!, That Was My Wife!, Temporarily Yours und Slightly Married) bis sich das Studio schließlich für Mr. and Mrs. Smith entschied.

Für die männliche Hauptrolle des Mr. Smith versuchten Lombard und Hitchcock zunächst erfolglos, Cary Grant zu gewinnen. Nach einer Reihe von Absagen durch weitere Filmstars wie Frederic March und George Brent wurde eine Woche vor Drehbeginn Robert Montgomery für die Rolle verpflichtet. Seine Gage überstieg sogar die von Hitchcock – mit 110.000 US-Dollar pro Woche erhielt er 40.000 Dollar mehr.

Die Dreharbeiten liefen vom 5. September bis zum 2. November 1940. Die Szene in der ein Gespräch mit Gene Raymond durch die Geräusche einer Toilette erschwert wird bereitete dem Studio Sorgen. Der Hays Code war sehr streng in Bezug auf die Darstellung von Toiletten und deren Geräusche. Um eine mögliche Zensur zu umgehen verzerrte Hitchcock das Spülgeräusch so sehr, dass man es auch für das Geräusch einer Dampfheizung halten könnte.

Lombard erlaubte sich am ersten Drehtag einen Scherz mit Hitchcock (der selber oft Scherze mit Schauspielern und anderen Mitarbeitern spielte) - sie ließ drei Kühe ins Studio kommen und hängte ihnen Schilder mit den Namen der drei Hauptdarsteller um. Damit beantwortete sie das berühmte Zitat von Hitchcock, nach dem alle Schauspieler Vieh sind.

Der Film wurde vom Publikum begeistert aufgenommen. Am 30. Dezember 1940 wurde er von einem Testpublikum in New Rochelle, New York unter die besten Filme des Jahres gewählt. Nach seiner Premiere am 20. Januar 1941 in der Radio City Music Hall von New York City waren die Vorstellungen die ersten neun Tage ausverkauft.

Die Zeitschrift Look schrieb über den Film: „Das Erstaunliche an diesem Film liegt darin, daß Hitchcock dieselbe Strategie angewendet hat, die sonst seine Melodramen, die einem das Blut gefrieren lassen, kennzeichnet [...] Hier sind sie wieder, seine unverwechselbaren Markenzeichen – dieselbe lässige Art, dasselbe Hals-über-kopf-finale, dieselbe Sehweise, die aus den Augenwinkeln zu kommen scheint, dieselbe Regie, die wie Nicht-Regie wirkt. Auch der Effekt ist unterm Strich derselbe: noch ein Hitchcock-Hit.“(Lit.: Spoto, 1999, S. 278)

Bauten: Van Nest Polglase, Lawrence P. Williams, Executive Producer: Harry Edington, Prod.-Firma: RKO-Radio Pictures, Inc., Produzent: Harry Edington, Schnitt: William Hamilton, Spezialeffekte: Vernon L. Walker.

Preise/Auszeichnungen: -

Literatur: -

Videos

Neuverfilmungen: -

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Dokumentation: Mr. Hitchcock meets the Smiths