Alfred Hitchcock erzählt Francois Truffaut über seine Schulzeit folgendes:  
     
  Hitchcock: Ich kam sehr früh ins Internat, zu den Jesuiten, ins St. Ignatius College in London. Meine Familie war katholisch, in England ist das schon etwas Exzentrisches. Wahrscheinlich hat sich in dieser Zeit bei den Jesuiten mein Angstgefühl so stark entwickelt. Moralische Angst, die Angst, mit dem Bösen in Berührung zu kommen. Ich habe immer versucht, ihm aus dem Weg zu gehen. Warum? Vielleicht aus physischer Furcht. Ich hatte Angst vor körperlicher Züchtigung. Und es gab die Prügelstrafe. Ich glaube, es gibt sie bei den Jesuiten noch heute. Mit einem sehr harten Gummiknüppel. Man wurde nicht einfach so geschlagen, es war wie ein Urteil, das vollstreckt wurde. Man wurde nach Schulschluß zum Pater bestellt. Er schrieb dann feierlich den Namen in ein Buch und dazu die Art der Strafe. Und den ganzen Tag lebt man unter dem Druck der Erwartung.

Truffaut: Ich habe gelesen, Sie seien ein ziemlich mittelmäßiger Schüler gewesen, nur in Geografie besonders gut.

Hitchcock: Ich war meist so unter den ersten vier oder fünf meiner Klasse. Ich bin nie Erster gewesen, und Zweiter auch nur ein- oder zweimal, öfter Vierter oder Fünfter. Ich sei zu zerstreut, hieß es.

Truffaut: Damals wollten Sie doch Ingenieur werden, nicht?

Hitchcock: Alle kleinen Jungen werden gefragt, was sie mal werden wollen, wenn sie groß sind. ich rechne es mir zur Ehre an, daß ich nie gesagt habe: Polizist. Ich habe gesagt Ingenieur. Meine Eltern haben das ernstgenommen und mich auf eine Spezialschule geschickt, die School of Engeneering and Navigation, da habe ich Mechanik, Elektrizitätslehre, Akustik und Navigation studiert.
 
     
  Quelle: Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? von Francois Truffaut.