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Original-Titel: The Ring

Deutscher Titel: Der Weltmeister/Eines starken Mannes Liebe

Genre: Drama, sw

Studio/Produktionsland: British International Pictures. England

Filmjahr: 1927

Filmlänge: 72 Min.

Drehbuch: Alfred Hitchcock, Alma Reville

Musik: keine (Stummfilm)

Kamera: John J. Cox

Regie: Alfred Hitchcock

Produzent: John Maxwell

Darsteller: Carl Brisson ('One-Round' Jack Sanders), Lillian Hall-Davies (Mabel/Nelly), Ian Hunter (Bob Corby), Forrester Harvey (Harry), Harry Terry (Showman), Gordon Harker (Jack's Trainer), Billy Wells (Boxer), Tom Helmore, Charles Farrel (Second), Brandy Walker (Spectator), Clare Greet (Fortune Teller).

Inhaltsangabe: Das Leben von Jahrmarktsboxern: Bob, australischer Meister im Schwergewicht, verliebt sich spontan in Nelly, die an der Kasse einer Boxerbude arbeitet. Sie ist mit "One-Round" Jack verlobt, einem Kirmesboxer, gegen den kein Amateur mehr als eine Runde übersteht. Bob meldet sich zum Kampf, besiegt Jack und kassiert das Preisgeld. Er flirtet mit Nelly, schenkt ihr ein Armband. Jack und Nelly heiraten, doch Nelly zieht es hinter Jacks Rücken zu Bob. Jack trainiert verbissen und wird schließlich ein bekannter Profi. Trotzdem verliert er seine Frau an Bob. Es kommt der Tag, an dem Jack gegen Bob in der Albert Hall antritt. Als Nelly während des Kampfes auftaucht und sieht, wie er sich schindet, feuert sie ihn an, bis er gewinnt.

Gespräch Hitchcock/Truffaut 1955/56:
T.: Ihren nächsten Film, "The Ring", habe ich öfter gesehen. Das ist kein Suspense-Film, er hat überhaupt nichts zu tun mit Verbrechen. Man könnte ihn eine dramatische Komödie nennen. Er handelt von zwei Boxern, die in dieselbe Frau verliebt sind. Ich mag ihn sehr gerne.
H.: Das war ein wirklich interessanter Film. Ich würde sagen, daß "The Ring" nach "The Lodger" der zweite Hitchcockfilm war. Er war voller Neuerungen, und ich kann mich erinnern, wie es bei einer ziemlich schwierigen Montage während der Premiere Beifall gab. Das passierte mir damals zum erstenmal. Es gab eine Menge Dinge, die man heute nicht mehr machen würde. Zum Beispiel ein kleines Fest am Abend nach der Boxveranstaltung. Champagner wird in Gläser gegossen, man sieht ihn deutlich sprudeln, jedes einzelne Bläschen. Ein Toast wird ausgebracht auf die Heldin, da merkt man, daß sie überhaupt nicht da ist, sie ist mit einem anderen Mann weggegangen. Danach sprudelt der Champagner nicht mehr. Wir waren damals sehr stark in solchen kleinen visuellen Ideen, die manchmal so subtil waren, daß die Leute sie gar nicht bemerkten.
Erinnern Sie sich, der Film beginnt auf einem Jahrmarkt, am Stand eines Boxers, der von Carl Brisson gespielt wurde und der in der Geschichte "One-Round Jack" hieß.
T.: Weil er seine Gegner immer schon in der ersten Runde K. o. schlug.
H.: Genau. Und in der Menge bemerkt man einen Mann, einen Australier, der von Ian Hunter gespielt wurde. Er sieht sich den Marktschreier an, der ruft: "Treten Sie näher! Kommen Sie herein! Hier amüsieren Sie sich!" Der Schreier, der vor der Bude stand, warf von Zeit zu Zeit einen Blick über die Schulter, um zu sehen, wie der Kampf lief. Man sah die Freiwilligen, die in die Bude gingen und wieder herauskamen mit schmerzverzerrtem Gesicht das Kinn hielten, bis zu dem Augenblick, bis zu dem Augenblick, als Ian Hunter hineingeht. Die Helfer in der Bude machten Witze, als sie ihn sahen, sie hielten es nicht mal für nötig, seinen Mantel aufzuhängen, sie behielten ihn gleich in der Hand, weil sie sicher waren, der Typ würde die Runde nicht überstehen. Der Kampf begann, und man sah, wie sich der Gesichtausdruck der Helfer veränderte. Dann ging die Kamera auf den Anreißer, der den beiden zuschaut. Ich muß dazu noch sagen, daß man den Zuschauern die Zahl der Runden ansagte, indem man ein Schild mit der entsprechenden Ziffer aushängte. Nach der ersten Runde Nimmt der Schreier das erste Schild, das alt und dreckig ist, und steckt das zweite raus, das brandneu ist, weil es wegen One-Round Jacks toller Kondition bisher nie gebraucht wurde.
T.: Das war eine gute Idee. Es gab noch eine ganze Reihe anderer visueller und symbolischer Erfindungen in diesem Film. Der ganze Film war eine Ehebruchsgeschichte, gespickt mit Hinweisen auf die Erbsünde. Ich erinnere mich auch der häufigen Verwendung eines Armbands, das eine Schlange darstellt.
H.: Ich muß sagen, daß die Kritik das damals auch alles gesehen hat und der Film ein Achtungserfolg war, aber kein kommerzieller. Mit dem Film habe ich verschiedene Verfahren eingeführt, die danach in allgemeinen Gebrauch übergingen. Zum Beispiel, um den Aufstieg des Boxers zu zeigen, zeigte ich zuerst ein großes Plakat auf der Straße, sein Name steht unten auf dem Plakat. Dann merkt man, es ist Sommer, sein Name wird größer und steigt auf dem Plakat nach oben. Dann ist es Herbst, undsoweiter. Ich habe das ganz genau gemacht, mit blühenden Bäumen für den Frühling, undsoweiter.
Quelle: Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? von Francois Truffaut.

Info: Ein frühes Meisterwerk Hitchcocks aus seiner Stummfilmperiode. Zugleich melodramatische Dreiecksgeschichte, Komödie und realistische Milieustudie. Der Film war ein Achtungserfolg, aber kein kommerzieller.

Preise/Auszeichnungen: -

Literatur: -

Videos

Video "Τhe Ring" 1/9 (10:00)
Video "Τhe Ring" 2/9 (10:00)
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Neuverfilmungen: -

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