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Geboren am 4. September 1862 - gestorben am 12. Dezember 1914.

... bis schließlich William, Alfreds späterer Vater, den Gemüsehandel führte. Nach 1880 betrieb er den Handel aus einem Laden in Forest Gate, das zum Distrikt West Ham, Essex, gehörte.

Im Alter von vierundzwanzig heiratete William Hitchcock Emma Jane Whelan. Sie war ein Jahr jünger als er.

Der Vater arbeitete vom frühen Morgen bis zum späten Abend im Laden. Zusammen mit zwei bis drei Angestellten packte er mehrmals täglich frische Waren aus und verkaufte sie im Einzelhandel an Kunden aus Leytonstone oder ließ sie als Großhändler nach Covent Garden weiterschaffen.

William Hitchcock sen. war, glaubt man seinem jüngsten Sohn, ein typischer Cockney-Kaufmann, der sowohl im Leben als auch beim häuslichen Speiseplan auf Disziplin, Ordnung und Einfachheit bestand. Wie streng Alfred erzogen wurde und auch die Ambivalenz seiner Gefühle gegenüber dieser Erziehung zeigte die Geschichte von der Zelle in der Polizeiwache, die er jahrzehntelang der Presse, Kollegen, Autoren und Schauspielern erzählte. Wenn Hitchcocks Erzählung stimmt, dann muß sein Vater einen schon merkwürdigen Hang zur Grausamkeit gehabt haben, ganz egal, um welches Vergehen des Sohnes es damals ging. 

Der Vater hatte Alfred aufgrund seiner nervösen Härte nie sehr nahegestanden. Sein Tod muß aber eine verheerenden Eindruck auf den sensiblen Fünfzehnjährigen gemacht haben. Das wäre nur zu leicht zu verstehen, denn Alfred fürchtete ihn, mochte ihn nicht und könnte sehr leicht die typische Fantasie eines einsamen Kindes gehabt haben: dem strengen und repressiven Vater den Tod zu wünschen. 

Auszüge aus "Alfred Hitchcock - Die dunkle Seite des Genies" von Donald Spoto


Taylor zitiert Menschen, die Hitchcocks Vater kannten. Sie behaupteten, "er sei im Grunde ein freundlicher, ziemlich gefühlsbetonter Mann gewesen, der unter rätselhaftem Zwang gestanden habe, seine Gefühle unentwegt zu unterdrücken, mit der Folge, daß er an verschiedenen bohrenden Schmerzzuständen erkennbar nervösen Ursprungs, wie Pickeln und Karbunkeln, litt."

Auszüge aus "Alfred Hitchcock - Der Meister der Angst" von Ronald M. Hahn/Rolf Giesen


William Hitchcock war damals schon seit längerem krank. Zeit seines Lebens hatte er an nervlich bedingten Schmerzzuständen gelitten. Eine Nierenentzündung, herbeigeführt durch einen Abszeß im Unterleib, führte schließlich zum Tod am 12. Dezember 1914.

Auszüge aus "Alfred Hitchcock" von Bernhard Jendricke


Truffaut: ... Das einzige, was ich über Ihre Kindheit weiß, ist die Geschichte auf der Polizeiwache. Ist das eine wahre Geschichte?

Hitchcock: Ja, ich war vielleicht vier oder fünf Jahre alt. Mein Vater gab mir einen Brief und schickte mich damit zur Polizei. Der Wachmeister hat ihn gelesen und mich für fünf oder zehn Minuten in eine Zelle gesperrt. Dazu sagte er: " So machen wir das mit bösen Buben".

Truffaut: Was hatten Sie angestellt?

Hitchcock: Keine Ahnung. Mein Vater nannte mich immer sein "Lämmlein ohne Flecken". Wirklich, ich hatte keine Ahnung, was ich angestellt hatte.

Truffaut: Ihr Vater war wohl sehr streng?

Hitchcock: Er war ein leicht erregbarer Mann...

Auszug aus "Mr. Hitchcock wie haben Sie das gemacht? von Francois Truffaut