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Original-Titel: Waltzes from Vienna

Deutscher Titel: -

Genre/Produktionsland: Komödie/Musical, sw

Studio: Tom Arnold/GaumontBritish. England

Filmjahr: 1933

Filmlänge: 80 Min.

Drehbuch: Alma Reville nach einem Roman von Guy Bolzon

Musik: Johann Strauß sen., Johann Strauß jun.

Kamera: Glen MacWilliams

Regie: Alfred Hitchcock

Produzent: Tom Arnold

Darsteller: Jessie Metthew (Rasi), Esmond Knight (Schani Strauss, Sohn), Frank Vosper (der Prinz), Fay Compton (Gräfin Helga v. Stahl), Edmund Gwenn (Johann Strauß, Vater), Robert Hale (Ebezeder), Hindle Edgar (Leopold), Marcus Barron (Dexter), Sybil Grove (Madame Fouchett), Charles Heslop (Diener), Betty Huntley-Wright (Zofe), Frank Vosper (Graf Gustav v. Stahl).

Inhaltsangabe: Johann Strauß Sohn wird von seinem Vater gezwungen, anstatt Musik zu machen, in einer Bäckerei zu arbeiten. Dort verliebt er sich in Resi. Als eine attraktive und reiche Baronin Strauß bittet, ihr einen Walzer zu komponieren, willigt er ein, obwohl Resi eifersüchtig ist. Er komponiert den Donauwalzer, bleibt seiner Resi aber treu.

Gespräch Alfred Hitchcock/Francois Truffaut 1955/56:
T.: Wir sind jetzt im Jahr 1933. Es ging Ihnen da nicht besonders gut. Ich nehme an, sonst hätten Sie Waltzes from Vienna nie gedreht.
H.: Das war ein Musical ohne Musik. Ganz billig. Es hatte überhaupt nichts mit meiner sonstigen Arbeit zu tun. Es stimmt, damals hatte ich einen sehr schlechten Ruf, aber zum Glück wußte ich das nicht. Das hatte nichts mit Eitelkeit zu tun, ich war einfach innerlich überzeugt, ein Filmregisseur zu sein. Ich habe mir nie gesagt: Mit dir ist es aus, deine Karriere geht bergab. Und doch, von außen gesehen, für die anderen, war es das.
Ich war sehr enttäuscht gewesen über den Mißerfolg von Rich and Strange, und Number Seventeen war wirklich ein schlampig gemachter Film. Ich hatte nicht gut überlegt, was ich eigentlich vorhatte. Nach dieser Zeit habe ich gelernt, sehr kritisch gegen mich selbst zu sein, Abstand zu nehmen, um meine getane Arbeit zu beurteilen, einen zweiten Blick darauf zu werfen. Und vor allem, mich nie wieder auf ein Projekt einzulassen, mit dem ich mich nicht innerlich wohlfühlte. Wenn man sich wirklich in einem Projekt zuhause fühlt, dann wird auch etwas Gutes herauskommen. Das ist, wie wenn Sie sich darauf vorbereiten, ein Haus zu bauen. Zuerst muß man sich das innere Gerüst vorstellen. Ich spreche nicht vom Bau der Geschichte, ich spreche vom Konzept des Films. Wenn das Konzept gut ist, dann wird daraus etwas werden. Der Film kann etwas besser oder etwas schlechter werden, aber das Konzept ist richtig. Mein Irrtum bei Rich and Strange war, daß ich mich nicht vorher vergewissert hatte, ob die beiden Hauptdarsteller dem Publikum und auch der Kritik zusagten. Bei einer solchen Geschichte konnte ich mir einfach keine mittelmäßige Besetzung erlauben.
Es war in dieser Zeit, als es mit mir bergab ging, da kam eines Tages Michael Balcon im Studio vorbei. Ich drehte gerade Waltzes from Vienna. Er hatte mich zum Regisseur gemacht, und ich nehme an, daß er damals wirklich enttäuscht war von mir. Trotzdem fragte er mich: »Was machen Sie nach diesem Film?« Ich sagte: »Ich habe noch ein Drehbuch in der Schublade, es ist schon etwas älter.« Das Drehbuch hat ihm gefallen, und er wollte es kaufen. Darauf bin ich zu John Maxwell, meinem alten Produzenten, gegangen und habe ihm das Drehbuch für zweihundertfünfzig Pfund in Gold abgekauft. Dann habe ich es der neuen Gaumont British, deren Direktor Michael Baicon war, für fünfhundert Pfund weiterverkauft. Aber ich schämte mich so über diesen Gewinn von hundert Prozent, daß ich das Geld dem Bildhauer Joseph Epstein gegeben habe. Er sollte eine Büste von Michael Balcon machen, die habe ich ihm dann hinterher geschenkt.
T.: Und das war das Drehbuch von The Man Who Knew Too Much?
H.: Genau. Ausgangspunkt war die Geschichte von Bulldog Drummond, die ich mit Charles Bennett und einem Journalisten namens D. B. Wyndham-Lewis, der die Dialoge schrieb, adaptiert hatte. Michael Balcon kommt das Verdienst zu, daß er mich erst als Regisseur lanciert hat und dann ein zweites Mal hat debütieren lassen. Verständlicherweise glaubte er, Besitzansprüche auf mich zu haben, deshalb war er später auch so wütend, daß ich nach Hollywood ging.
Ehe wir uns The Man Who Knew Too Much vornehmen, möchte ich Ihnen etwas sagen. Was immer Ihnen auch im Verlauf Ihrer Karriere zustößt, Ihr Talent ist immer da. Mein Niedergang in den dreißiger Jahren war nur scheinbar. ich habe Waltzes from Vienne gedreht, der rniserabel war. Aber in The Man Who Knerv Too Much, dessen Drehbuch vor Waftzes from Vienna fertig war, zeigt sich das Talent, schon bevor der Film gedreht wurde.
Quelle: Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht? von Francois Truffaut.

Info: Eine romantische Komödie, die nicht nur wenig Musik enthält, sondern auch wenig Hitchcock. Der Film lief auch unter dem Titel "Strauss' Great Waltz". Weder die zeitgenössischen Kritiker noch spätere Hitchcock-Experten ließen ein gutes Haar an "Waltzes From Vienna", der offensichtlich keine der Qualitäten von Victor Savilles frühem englischen Musical "Evergreen" aufweist", das den Vergleich mit amerikanischen Musicals der dreißiger Jahre nicht zu scheuen braucht. Mag aber auch sein, daß "Waltzes From Vienna" so fernab von Hitchcocks anderen Filmen liegt, daß man ihn schon deshalb ungerecht beurteilt.

Preise/Auszeichnungen: -

Literatur: -

Videos

Neuverfilmungen: -

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