Kurzbericht Brevet 600 Km 2010 

Samstag, 11. Juni 2010


Distanz: 601 km

Höhenmeter: ca 5500 km

Wetterlage: Samstag sonnig - bis heiss (36,9 Grad max.) - abends schweres Gewitter

                  Sonntag bewölkt/sonnig, ab 1800 Uhr Regen (angenehme Temperatur) 

Organisator: AUDAX Randonneurs Austria

                      Ferdinand Jung 

                      34 Teilnehmer angemeldet - 31 am Start - 26 Finisher davon 1 Frau

 

Bericht Ferdinand Jung: 

Endlich war es soweit. Erstmals waren die Wettervoraussagen anders als bei den bisherigen 4 Brevets dieses Jahres und wir konnten auch entsprechend der Anmeldungen planen. Tatsächlich war dann auch am Samstag um 07.00 Uhr bereits am Start Sonnenschein und es erwarteten uns angenehme, bis fast tropische Temperaturen.

Fast pünktlich konnte ich nach Ausgabe der Startunterlagen und meiner obligatorischen Begrüßungsansprache mit Informationen für den Weg um 07.00 Uhr starten. 31 Starter aus mehreren Bundesländern, sowie Deutschland und unseren Brevet Stammgast Tamas aus Ungarn, der selbstverständlich wieder mit dem Rad von Budapest herradelte, eröffnen.

 

Zwei Drittel der Teilnehmer hatten geplant bei der Kontrollstelle in Michelnbach, 318 km, Hotelgasthaus Messerer, zu nächtigen und in den frühen Morgenstunden weiterzuradeln. Der Rest beabsichtigte ohne luxuriöse Schlafstelle, so zügig als möglich durchzufahren. Doch es sollte wetterbedingt auch für sie, insbesondere für die schnelleren Fahrer der "Durchfahrer" anders werden. 

Die Strecke hatte ich bis zu km 318 markiert, zusätzlich aber auch das Roadbook neu überarbeitet. Auch die  50 km von der letzten Kontrollstelle in Losenstein bis zum Ziel markierte ich. Somit sollte unnötige Wegsucherei erspart bleiben. Ebenfalls gab es eine überarbeitete GPS-Datei für die Navis.

Die Strecke blieb zum Vorjahr bis auf Änderungen von einigen Kontrollstellen, bis km 500 (Palfau)  unverändert. Auf Wunsch habe ich den Anstieg nach Hollenstein und Maria Neustift herausgenommen. Somit waren nur mehr ca 5500 Höhenmeter zu bewältigen.

Ich denke, dass es insgesamt sicher eine schöne 600er Brevetstrecke ist, die vieles zu bieten hat und von der Schwierigkeit her  für jeden der gut trainiert, erfolgreich zu meistern ist. Meist liegt es ja nicht an der Streckenführung, sondern an einem selber, wenn man nicht erfolgreich finischt. Man hat ja für einen 600er 40 Stunden Zeit. Es ist neben dem Können reine Kopfsache und Selbstüberwindung.

Auch die geplante Nächtigung beim Gasthaus Messerer (317 km) mit Gepäcktransport dahin, trägt zur leichteren Bewältigung des 600 km Brevets teil. Es hat auch einen gewissen Sicherheitsaspekt hinsichtlich einer der Nachtfahrt, die dadurch großteils entfällt. 

Jedenfalls gut gelaunt fuhren wir vom Start in Haid/Ansfelden in Richtung Fahrradweg neben der Traun und Donau nach Abwinden.

Gleich nach 1 km gelang es uns, die Spitzengruppe um Stindl Tom, Zima Harry ua eindeutig abzuhängen. Was war mit denen los? Waren sie etwa am Vorabend am Weinfest in Haid? Nein, sie übersahen den Weg neben der Bahnlinie zum Traunradwanderweg  und wählten vorerst den falschen Weg Richtung Umfahrung Haid.

Erst nach 10km,  bei der Traunbrücke in Linz (das übrige Feld war beisammen) konnten uns die sechs Fahrer wieder einholen. Im Gusental angekommen bildeten sich dann mehre Gruppen, da es in Richtung Reichenau leicht bergauf ging. Über Schenkenfelden, Reichenthal, Summerau fuhren wir  zur neu eingeplanten Kontrollstelle.

 

1. Kontrollstelle bei km 77 in Rainbach (Fleischhauerei KITZMÜLLER am Marktplatz),

 wo jeder die Möglichkeit hatte einen Imbiss zu sich zu nehmen. Auch durften wir dort Wasser tanken.

Über ein paar Hügeln nach Sandl, Karlstift kam dann ein angenehmeres, flaches Teilstück, leider mit einer kurzen Baustelle ohne Asphalt.

Dennoch war es hier möglich mit hoher Geschwindigkeit zu fahren.

 

2. Kontrollstelle/Labestelle bei km 148 in Langegg.

Edith kochte hier für alle Teilnehmer Spaghetti. Danke, aber auch an Silvia, die uns dort die Garage zur Verfügung stellte, sowie an Werner und Thomas, die bei der Bewirtung mithalfen.

Natürlich kam dort "Spindlers" (*1) Spähtrupp (*2) als erster an. Dem folgten dann weitere Gruppen, siehe Fotos.

 

 

 

Ich machte mich mit einer größeren Truppe auf den Weg, die bereits beim 400er zusammen fuhr. Es war mittlerweile schon  heiß geworden, als wir nach einer halbstündigen Essenspause gegen 13.30 Uhr wegfuhren und uns entlang der tschechischen Grenze in Richtung Horn schlugen.

Auf dem Weg hielten wir bei einem Ortbrunnen an und einige von uns nahmen ein Bad darin. Wir hatten ja Temperaturen um 36 - 37 Grad.

Ich empfand die Hitze aufgrund des Fahrtwindes während der Fahrt nicht so tragisch. Leider hatten Michael und Josef große Problem mit der Hitze und sie gaben auf diesem Teilstück auf. 

In Oberndorf bei Raabs kehrten wir nach einer kurzen Bergwertung bei der Avantitankstelle ein. Kurt nahm wieder ein Vollbad mit dem Wasserschlauch. Es dürfte sein drittes Bad gewesen sein. Er entwickelte sich vom "Patschnpicka" (*3) zum "Vollduscher" (*4).  

Über eine von mir eine Woche zuvor markierte Umleitung Richtung Aigen, Irnfritz Bahnhof, fuhren wir durch das Tafatal nach Horn.

Übrigens für jenen unbekümmerten Youngstar, der dort nicht wusste, wo er fahren sollte, da der GPS-Track diese Umleitung nicht beinhaltete.

1. Habe ich dort einen Pfeil zur Umleitung markiert

2. Es war ein Umleitungsschild Richtung Horn angebracht. Also wer Roadbook lesen kann, sieht auch am Roadbook, das es Richtung Horn geht. Umleitungen könnten aber auch nicht immer berücksichtigt werden, denn diese sind oft auch kurzfristig. Ich versuche immer die Strecke kurz vorher abzufahren, um zu wissen kann man jetzt bei einer Baustelle durchfahren oder ist die Umleitung zu nehmen.

Aus diesem Grunde habe ich auch einen Pfeil zur Umleitung angebracht, weil ich wusste, dass die Baustelle nicht befahrbar war.

3. Kontrollstelle in Horn Pizzeria Milano km 235.     

Meine Gruppe ohne Michael und Josef kam dort um 16:50 Uhr an. Wir rasteten im Gastgarten. Ich selbst genehmigte mir ein Bier und eine Pizza.

Nach ca einer halben Stunde fuhren wir an der Rosenburg vorbei, weiter durch das Kamptal, den bekannten Weinort Langenlois ließen wir leider rechts liegen. Auf dem Weg über Grafenwörth zeichnete sich in der Ferne bereits ein Gewitter ab. Wir schafften es bis nach Bierbaum, wo wir an einem Gasthaus anhielten und das aufziehende Gewitter abwarteten. Wir mussten aber lange warten. Ein Weiterfahren war für einige Zeit aussichtslos. Wir nahmen es gelassen und nutzten die nicht geplante Rast um für das leibliche Wohl zu sorgen. Erwähnenswert ist, dass unser ältester Teilnehmer, Willi Birkelbauer ein Runde Bier spendete. Danke!!!.    

 

4. Kontrollstelle Hotel-Gasthaus Messerer in Michelndorf  km 317.

 

Nach 2100 Uhr kamen wir dort an. Wir erfuhren, dass auch jene "Schnelleren" die durchfahren wollten, auch ein Zimmer nahmen.

Eine Weiterfahrt Richtung Kalte Kuchl, Mariazell wäre zum Zeitpunkt ihres Ankommens sehr riskant gewesen.

Jedenfalls duschten wir uns und richteten uns über das Abendessen. Dass zu diesem Zeitpunkt laufende WM-Fussballspielwar eher unbedeutend für uns. Meine Gruppe vereinbarte, dass wir am Morgen um 04.30 Uhr starten wollen. Spindlers Truppe blieb bei der Startzeit um 05.30 Uhr. Später erfuhr ich aber, dass einige bereits um 03.00 Uhr aufstanden und starteten. 

Danke dem Wirt, dass er für alle schon ab 0300 Uhr das Frühstück bereit gestellt hat.

Wir kamen dann um ca 04.40 Uhr weg, da wir noch auf Michael Gfrerer von den 2Rad-Choten, der vorerst auch vorhatte durchzufahren, warteten.

Die Temperaturen waren angenehm und es sollte an diesem Tag nicht so heiß wie am Vortag werden. Im Gegenteil, es war manchmal sogar etwas kühl, da es bis Mittag eher bewölkt blieb und immer nur kurz die Sonne zu sehen war.

Wir fuhren eigentlich sehr flott dahin, bis plötzlich aufeinmal unser "Patschnpicka" fehlte. Keiner wusste warum er weg war. Pierre, der fliegende Holländer, konnte ihn telefonisch erreichen. Was war los mit ihm????? Was glaubt ihr??????

 

Er war wieder am "Patschnpicka"    

Ich fuhr dann etwa 3 km bis Furth zurück und war ihm dabei behilflich. Ich schimpfte ihn auch, weil er niemand sagte was los war und sich die ganze Truppe Sorgen machte. Wir verloren also unnötige Zeit. Nachdem der Defekt behoben war, schlossen wir wieder auf die wartende Gruppe auf und  machten uns auf den Weg zur Kalten Kuchl. Dort wollten wir eigentlich eine Rastpause einlegen und ein zweites Mal frühstücken. Leider war die "Kalte Kuchl" mehr als kalt bzw noch gar nicht geöffnet. Wir fuhren ohne Pause weiter.

 

5. Kontrollstelle Mariazell - frei wählbar km 429 

Das Gasthaus Himmelreich in Mariazell wählten wir wieder als Kontrollstelle. Hier trafen wir auf die 2 deutschen Randonneure Bernd EIBISBERGER und Gerhard HOFER, die folglich auch wieder vor uns wegfuhren.

Nach der Einkehr fuhren wir wieder gemeinsam in einem sehr flotten Tempo Richtung Guswerk und Wildalpen weiter. Auf halbe Strecke schlossen wir auf Bernd und Gerhard. Wir überholten auch das Münchner Pärchen Manja und Lorenz NIEMÖLLER und den Deutschösterreicher Michal WIENINGER, die die Nacht durchfuhren. 

6. Kontrollstelle OMV-Tankstelle, Inhaber Johann STRAUSS in Göstling  km 512

Zu diesem Zeitpunkt war ein warmes Leberkäsesemmerl bei der OMV-Tankstelle gefragt. Wir machten hier eine längere Rast.

Anschließend traten wir wieder Richtung Hollenstein und Weyer kräftig in die Pedale, um das ersehnte Ziel bald möglichst zu erreichen.  

 

7. Kontrollstelle AVANTI Tankstelle - Inhaberin Anita ARTHOFER  km 543. 

Hier war die letzte Rast und Zwischenkontrolle angesagt. Unsere Gruppe war abgesehen von Kurt noch immer beisammen.

Es war jeden längstens klar, dass dies auch so bleiben sollte. Es wurde auch immer wieder diszipliniert gewartet und die Gruppe zusammengehalten.

Die letzten 57 km fuhren wir wieder in einem sehr hohen Tempo und kamen um 16.45 Uhr ins Ziel. Wir waren alle sehr glücklich und freuten uns über unseren absolvierten 600 km Brevet. Im Tennisbuffett ließen wir uns die von der Brevetmutter Edith gekocht Spaghetti wieder gut munden. Wir hatten uns alle ein gutes Bier verdient.

Gut dass wir nicht zu sehr trödelten, denn 1 Stunde nach unserer Ankunft gab es wieder ein heftiges Gewitter.

Es war wieder ein gelungener Brevet ohne Unfälle. 

Erfreulich, dass auch 2010 wieder sehr viele Superrandonneure (erfolgreiche Absolventern aller 4 Brevets) gab.

 

Fremdworterklärung:

*1 = Der Name Spindler kommt aus dem Weinbergerischen und bedeutet auf jugoslawisch STINDL.

*2 = Spähtrupp beim Militär geläufig, sind jene, die auskundschaften und als erster überall sind.

*3 = Patschn bedeutet auf hochdeutsch Platten, Reifenpanne

        picka bedeutet picken, Platten bzw Reifenpanne beheben (Ich verlieh im diesen ehrenwerten Titel, da er beim 400er pausenlos   "Patschnpickte". Er hatte Reifen mit desolater Lauffläche drauf und musste sich welche kaufen. 

*4 = Vollduscher - einer der nicht nur Hände und Gesicht wäscht - Ganzkörperbad

 


Fotos Picasa Webalbum

Ergebnisliste.htm

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