Brevet Reglement


Reglement von Brevets Randonneurs Mondiaux (200 bis 1000km)


Artikel 1

Der Audax Club Parisien hat einzig und allein die weltweit geltende Vollmacht Brevets anzuerkennen. Alle seit 1921 weltweit abgehaltenen Brevets sind chronologische unter ihrer Anerkennungsnummer (Homologation) registriert worden. (In Österreich werden seit 1994 Brevets veranstaltet).


Artikel 2
Die Brevets (Prüfungen) stehen allen Fahrradfahrern offen, gleich ob sie Mitglied eines Clubs, einer Vereinigung oder Verbandes sind. Minderjährige werden unter der Auflage zugelassen, dass sie eine elterliche Einwilligung vorlegen, die den Audax Club Parisien und die veranstaltenden Organisationen von jeder Verantwortung und Haftung entbindet. Außerdem muss ein ärztliches Attest, weniger als 6 Monate alt, vorgelegt werden. Alle Fahrräder sind zugelassen, die ausschließlich mit Muskelkraft fortbewegt werden.


Artikel 3
Zur Durchführung eines Brevets muss jeder Teilnehmer eine Anmeldung ausfüllen und eine Gebühr entrichten, deren Höhe der Organisator festlegt.

Artikel 4
Jeder Teilnehmer muss Haftpflicht versichert sein, sei es über einen Verband oder durch eigene, private Versicherung. Der Teilnehmer muss anerkennen, dass der Organisator nicht haftbar ist für eventuelle Schäden (durch Sturz, Diebstahl etc.).  

Artikel 5
Für jeden Teilnehmer gilt, dass er sich auf einer persönlichen Ausfahrt befindet, er muss die StVO ebenso beachten wie jede offizielle Ausschilderung. Weder der ACP noch organisierende Vereinigungen können in irgendeiner Weise für Unfälle verantwortlich gemacht werden, die bei einem Brevet eintreten können.

Artikel 6
Bei Nachtfahrten sind die Räder mit einer fest angebrachten Front- und Rückbeleuchtung auszustatten, die dauernd eingeschaltet sein müssen. Die Organisatoren verweigern jedem Teilnehmer den Start, dessen Beleuchtung nicht regelgerecht ist. Jeder Teilnehmer ist verpflichtet, das Licht bei einbrechender Dunkelheit einzuschalten. Nachts werden helle Bekleidung und reflektierende Armbinden empfohlen, während das Tragen reflektierende Sicherheitsbänder oder -weste vorgeschrieben ist. Jede festgestellte Zuwiderhandlung führt zur Nicht - Anerkennung des Brevets.


Artikel 7
Jeder Randonneur muss selbst für alles vorsorgen, was die Durchführung seines Brevets verlangt. Keinerlei Service durch Trainer, Pfleger, Begleitfahrzeug ist auf der Route außerhalb der Kontrollpunkte gestattet (Geheimkontrolle ist möglich). Bei den jeweiligen vorher vom Veranstalter festgelegten Kontrollstellen ist Betreuung erlaubt.Teilnehmer, die dem zuwider handeln werden ohne Widerruf ausgeschlossen. Jeder Teilnehmer hat im Auftreten und Haltung korrekt zu sein.


Artikel 8
Am Start erhält jeder Teilnehmer eine Streckenkarte bzw Routenplan, auf dem eine bestimmte Zahl von Kontrollstellen eingetragen sind, an denen der Teilnehmer die Streckenkarte stempeln lassen muss. Die Organisatoren können ebenso eine oder mehrere Geheimkontrollen vorsehen. Der Teilnehmer hat die Strecke einzuhalten, die er am Start erhält.

Artikel 9
Ist vom Organisator in einem Ort keine bestimmte Kontrollstelle vorgegeben, so muss der Randonneur den Kontrollpunkt selber auswählen und die Brevetkarte  abstempeln lassen (mit Namen des Händlers, der Tankstelle etc...). Falls auch dies unmöglich sein sollte (Nachfahrt), dann ist eine Postkarte an den verantwortlichen Organisator zu senden (mit Angabe von Ort, Tag und Zeit der Durchfahrt, mit Namen, Vornamen, Club). Zudem ist im vorgesehenen Kontrollfeld der Streckenkarte "CP" einzutragen, der Tag und die Zeit der Postaufgabe. Bei jeder Kontrolle ist die Uhrzeit einzutragen, sowie bei Brevets über mehr als 24 Stunden auch der Tag.

Das Fehlen eines Stempels, einer Uhrzeit oder der Verlust der Karte (egal nach welcher Entfernung) ziehen die Nicht - Anerkennung des Brevets nach sich. Jeder Teilnehmer hat seine Streckenkarte persönlich zu kontrollieren.

Artikel 10
Die für jedes Brevet vorgegebenen Zeiten hängen von der Länge ab:
13:30h (200 km), 20h (300 km), 27h (400 km), 40h (600 km) 75h (1000 km).
Die Ankunft bei jeder Kontrollstelle muss zwischen der Öffnungs- und Schließzeit des Punktes liegen, die auf der Streckenkarte ausgewiesen ist. Der Randonneur muss die zwischenliegenden Zeitabschnitte beachten, um die Anerkennung seines Brevets nicht zu gefährden, selbst wenn dieses insgesamt innerhalb der Zeitgrenze gefahren ist.
Artikel 

Artikel 11
Jeder Betrug zieht den Ausschluß des Teilnehmers von allen Organisationen des ACP aus. 


Artikel 12
Bei der Ankunft muss jeder Teilnehmer seine Karte unterschrieben dem Organisator übergeben. Nach der Homologation wird sie zurückgegeben. Bei Verlust des Dokuments wird kein Duplikat ausgestellt. Da diese Brevets keine Wettfahrten darstellen, gibt es auch keine Klassifizierung. Teilnehmer, deren Brevet homologisiert wurde, können eine spezielle Medaille erwerben, müssen dies jedoch ausdrücklich verlangen. Der Betrag ist bei Übergabe der Streckenkarte am Ziel zu entrichten.


Artikel 13
Die Medaillen, die ein erfolgreiches Brevet belegen sind verbronzt (200 km), silberfarben (300 km), silber/goldfarben (400 km), goldfarben (600 km) und silbern (1000 km). Das Design wird prinzipiell im Jahr nach PBP geändert. Der Preis der Medaillen wird durch die Organisatoren der Brevets bekanntgegeben.

Super Randonneur: Eine Auszeichnung, die an Randonneure vergeben wird, die innerhalb des gleichen Jahres die Serie 200, 300, 400 und 600 km Brevets erfolgreich gefahren sind. Eine Medaille (PBP-Jahrgang) über diese Auszeichnung erhält der Randonneur, der sie beim Organisator der Brevets beantragt. Dazu muss er ihm seine Brevet - Nummern angeben und den Betrag der Medaille bezahlen.


Artikel 14
Ein Brevet kann weder ganz noch teilweise gleichzeitig mit einer anderen Kilometerprüfung (Langstreckenfahrt) durchgeführt werden.

Artikel 15
Mit der Teilnahme an einem Brevet und seinem Start erkennt der Teilnehmer uneingeschränkt die vorliegenden Regeln an. Jede Klage oder Reklamation, gleich welchen Anlasses, ist schriftlich und innerhalb von 48 Stunden den Organisatoren einzureichen. Diese prüfen sie und reichen sie mit ihrer Stellungnahme an die Komission des Randonneurs des ACP zur Prüfung und anschließender Entscheidung weiter.


Artikel 16

Das Comite Directeur des ACP regelt den vorgelegten Fall ebenso wie Streitigkeiten, die die vorliegende Regelung vernachlässigt hätte.
Ein Widerspruch dagegen ist ausgeschlossen.

Superrandonneur:

Auf Antrag beim Veranstalter zB Audax Randonneurs Austria, kann jener Randonneur, der innerhalb eines Jahres eine Brevetserie von 200km, 300km, 400km und 600 km erfolgreich absolviert hat, die Superrandonneursmedaille beantragen. 

Randonneur 5000:

Im Jahre 1961 hat der AUDAX CLUB PARISIEN eine Auszeichnung geschaffen, die allen Randonneuren verliehen wird, die auf ACP-Veranstaltungen eine Strecke von 5.000 km zurückgelegt haben. Diese Auszeichnung hat die Bezeichnung ,, RANDONNEUR 5000 " und wird in Form einer Medaille überreicht. Diese ist in der Reihenfolge der Ausstellung nummeriert und trägt den eingravierten Namen der Person und das Jahr. Als Jahr gilt das Datum der letzten Veranstaltung, die für den Erhalt der Medaille gefahren wurde.
Bewerber muss innerhalb von exakt vier Jahren gefahren sein:

1. Die Brevet - Serie der Randonneurs Mondiaux, d.h. 200, 300, 400, 600,1.000 km, 

2. Einmal Paris - Brest - Paris (1.200 km) oder einen anderen gleichwertigen Randonneurs -

3. Eine ( homologisierte ) Flèche Vèlocio oder  vergleichbarer Flèche

4. Eine entsprechende Anzahl  Brevets Randonneurs Mondiaux bis 5000 km erreicht sind. 

Was heisst eigentlich ein Randonneur?"


Das Wort kommt aus dem Französischen und bedeutet "Wanderer". Eine mögliche Definition im Radsportlichen Zusammenhang könnte lauten:


Ein verwegener und robuster Radfahrer mit großen Enthusiasmus und Durchhaltevermögen, der insbesondere versucht, die von ACP anerkannten Langstreckenbewerbe (wie z.B. PBP) innerhalb einer festen Zeitvorgabe erfolgreich zu absolvieren. In der Regel sind diese Bewerbe keine Rennen. Randonneure sind bekannt für ihre grosse Kameradschaft untereinander.

 

 

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