Flechè Allemagne 2008


Vorbericht

Am 1. Mai 2008 ist es wieder soweit. Eines kann im Vorfeld schon sicher gesagt werden, dass es 2008 zu einem Teilnehmerrekord kommen wird. Es werden nun auch erstmals österreichische Mannschaften bei einem internationalen Flechè an den Start gehen. Bisher waren es nur einzelne österreichische Fahrer wie Johann LEITL und Ferdinand JUNG, die bei deutschen Mannschaften beteiligt waren und gemeinsam mit ihren deutschen Randonneursfreunden freuen durften unter dem Beifall der Zuschauer das letzte steile Stück (zum Teil das Fahrrad schiebend) auf die Burg Wartburg an der Eisenach zu bewältigen.  Das Flechè Allemagne wird alle zwei Jahre immer am 1. Mai ausgetragen.

Ab dem Jahre 2009 wird auch ein Flechè Autriche geplant, welches ebenfalls alle 2 Jahre von Randonneurs Austria organisiert wird, sofern sich ein entsprechendes Interesse von mehreren Mannschaften abzeichnet. Zielort der Sternfahrt wird voraussichtlich ein Ort in Oberösterreich oder Salzburg sein.

Österreichische Randonneurs-Mannschaften Flechè Allemagne 2008:

Team Rand. Austria I:

 

 

Günther PRIEßNER       Ferdinand JUNG (Kapitän)     Josef BÖCK             Thomas STINDL      Hermann WEINBERGER  

 

Bericht des Teamkapitäns Ferdinand JUNG über das Flechè Allemagne 2008:

Die Vorbereitungen für das Fleche :

Schon im Jänner 2008 stand fest, dass wir Fünf das Flechè Allemagne 2008 bestreiten werden. Als Teamkapitän suchte ich die weiteren Teammitglieder nicht nur nach ihrer Stärke, sondern auch des Wissens über ihre guten Teamfähigkeiten aus. Ausschlaggebend für die Teamzusammenstellung war aber unser freundschaftliches Verhältnis zueinander. Dieses freundschaftliche Verhältnis war auch in der Folgezeit die Basis für unseren Sieg gegen die Uhr und Bewältigung der vorgegebenen Strecke. Ich nehme es vorweg. Wir hatten wirklich sehr viel Spaß miteinander, der "Häkel" lief im Team, aber auch der Zusammenhalt war gigantisch.  

Beim Randonneurstreffen in Tauplitz wurden Nägel mit Köpfe gemacht und ich erhielt die Zusagen der anderen vier Teammitgliedern, die von Anfang an eigentlich von meiner Idee am Flechè Allemagne teilzunehmen begeistert waren. Somit war es für mich an der Zeit eine Route auszuarbeiten. Erklärend für jene, die mit dem Flechè - Reglement nicht vertraut sind, sei kurz gesagt: 

Das Team muss aus mindestens 3 und maximal 5 Fahrer/innen bestehen. Drei Starter des Teams müssen innerhalb von 24 Stunden ankommen, um in die Wertung zu kommen.. Es ist kein Staffelbewerb. Alle Teammitglieder müssen ohne Begleitfahrzeug auf der Strecke sein. Den Organisatoren muss eine Strecke von mindestens 360 km gemeldet werden. Es müssen Kontrollstellen eingebaut sein, falls eine Abkürzung möglich wäre.

Start: 1. Mai 2008 um 09.00 Uhr, jedes Teams von einem anderen Ort. Die Startzeit muss genau eingehalten und von jemand bestätigt sein.

Ziel: für alle Teams auf der Wartburg bei Eisenach nach 24 Stunden um 09.00 Uhr des 2. Mai.

Jeder der uns kennt weiß, dass jedes einzelne Teammitglied sehr leistungsorientiert ist und schon an sehr vielen Randonneursbewerben wie den Brevets, Paris-Brest-Paris etc, aber auch an 24-Stundenrennen, Marathons und dergleichen teilgenommen haben. Immerhin mit Hermann WEINBERGER, dem 24-Stunden Einzelfahrer Sieger von Grieskirchen (2006), Thomas STINDL dem mehrfachen Stockerlplatzfahrer bei 24-Stundenrennen und diversen Langdistanzveranstaltungen, aber auch mit Josef BÖCK, Günther PRIEßNER und meiner Wenigkeit, die ja auch schon sehr viele gute Platzierungen bei 24 Stundenrennen, sei es in Schötz, Grieskirchen, Kainachtaltrophy, Kraftwerktrophy, Bern-Bodensee-Bern, erreicht haben, für viele von Anfang an eine "Gmahte Wiesn"! Dazu möchte ich nochmals anmerken, was nützt es gute Fahrer in einen Teams zu haben - gute Freunde muss man sein - zueinander stehen (wie in einer Ehe in guten und schlechten Zeiten) und das war in diesem Team einfach perfekt. Aber nun wieder zurück zum Thema.

Mein Plan war es folglich von unserem Brevet Startort Haid/Ansfelden zu starten. Kurz vor meinem Gran Canaria Trainingslager erhielt ich von Hermann Weinberger einen Radroutenplaner, der auch die Höhenmeter beinhaltete. Ich bastelte und tüftelte nach dem Training Abend für Abend an unserer geplanten Route und versuchte immer wieder, die von mir so innig geliebten Hügeln zu umgehen. Ich war so von dieser Flechè - Routenplanung in den Bann gezogen, dass ich völlig auf das Nachtleben von Maspalomas, Playa del Ingles und anderen aus vorhergegangenen GC-Aufenthalten bekannte Orte vergaß und davon unbehelligt mit der Route Haid/Ansfelden - Wartburg an der Eisenach 557 km und 4.300 Hm auf dem Laptop im Gepäck zurück nach Österreich kehrte. Diese Route schickte ich folglich dem Veranstalter und sie wurde auch samt der Kontrollstellen genehmigt. Leider konnten wir folglich die ausgearbeitete Route nicht entsprechend auf dem Garmin von Hermann übertragen. 

Am 8.3.2008 war es soweit. Unser erstes Treffen zur Besichtigung der Strecke mit dem Rad war geplant. Wir wollten mit dem Auto nach Regenstauf (oberhalb von Regensburg), um von dort nach Bad Rodach zu radeln.. Doch daraus wurde vorerst nichts. Beim Verladen meines Rades um 05.30 Uhr fiel gemeiner Weise die Heckklappe von meines VW-Bus mit dem montierten Radträger ohne Rücksicht auf meinen noch dort befindlichen rechten Zeigefinger zu, beschädigte diesen für viele Tätigkeiten wichtigen Teil meiner Hand. Gott sei Dank konnte das vordere Glied (offener Bruch) im AKH Linz gerettet werden.

Streckenbesichtigung 11.4.2008 - 13.4.2008

Nach diesem blöden Missgeschick verabredeten wir uns erneut und wir fuhren die gesamt Strecke von 557 km aufgeteilt auf drei Etappen.  Nachdem beim Flechè selbst kein Begleitauto erlaubt ist, kamen wir auf die Idee bei den Kontrollstellen in Regenstauf und in Bad Rodach Depots einzurichten, um im Bedarfsfalle frische Dressen, Nahrungsmittel zur Verfügung zu haben. Bedanken möchte ich mich hier an dieser Stelle bei der Familie Furtner, die uns bereits beim Abfahren der Strecke mit Abendessen, Nächtigung und Frühstück verwöhnte. Sie organisierten auch die Kontrollstelle beim Flechè.  Nach telefonischer Vorankündigung standen die Nudeln bereits am Tisch. Ohne sich lange aufhalten zu müssen konnten wir unsere Fahrt mit vollem Magen und aufgefüllten Trinkflaschen fortsetzen. 

Übrigens Helmut Furtner, ehemaliger Kommisario bei der Kripo Regensburg, zuletzt Leiter der Mordabteilung, nun im wohlverdienten Ruhestand, lernte ich im Jahre 1989, bei einem der schrecklichsten Verbrechen der Kriminalgeschichte Bayerns kennen. Es ging um einen vierfachen Mord in Laaber, wo zwei österreichische Gefängnisausbrecher bei einem Überfall in einem Gasthaus ein Blutbad anrichteten und auf ihrer weiteren Flucht noch weitere gemeine und Familien zerstörende Verbrechen ausübten. Einer der Täter wurde Tage später erschossen. Vom zweiten überlebenden Täter, der alles auf seinen Komplizen schob, konnten wir Tage später gemeinsam durch die Vernehmung in der Justizanstalt Straubing ein für das Verfahren wertvolles Geständnis bekommen, welches die Wahrheit über dieses schreckliche  Verbrechen an das Tageslicht brachte.

1. Tag - 235 km Haid/Ansfelden - Eitlbrunn/Regenstauf

2. Tag - 211 km Eitlbrunn - Bad Rodach

3. Tag - 111 km Bad Rodach - Wartburg ad Eisenach

 Thomas, Josef, Günther und ich fuhren um 08.30 vom Musikheim in Haid, Weberstraße 33 weg. Hermann konnte leider nicht gleich von Beginn an dabei sein, da er am Freitag nicht frei bekam. Es wurde vereinbart, dass er mit meiner Frau im Auto nachkomme und auf der Strecke dann bei der Tour einsteige. Trotz schlechterer Wetterprognosen hatten wir viel Sonne und keinen einzigen Tropfen Regen auf der Strecke von Haid, Eferding über die B 129 nach Passau und weiter über Winzer, Deggendorf, Wörth, Bach nach Regensburg. Wir harmonierten sehr gut und waren auch vom Wind begünstigt, so dass wir schon Nahe Regensburg waren als Hermann und Edith sich mit dem Auto auf den Weg machten. Von Regensburg weg entlang der Regen waren es weniger als 20 km und nur mehr ein für mich sehr lästiger Hügel von Regenstauf über das Kühltal in den Ortsteil Eitlbrunn bei unserm Zwischenstopp bzw geplanten Kontrollstelle zu bewältigen. Wir kamen auch weit früher bei meinen Freunden Hannelore und Helmut an. Der Ofen im Keller war schon eingeheizt und wir konnten uns bei einem bereit gestellten Bier, aufwärmen. Aus der Küche verbreitete sich der Duft von Spaghetti .Nachdem wird uns gestärkt hatten, besprachen wir auch die Versorgungsstrategie über unser Eintreffen beim Flechè Allemagne.

In der Nacht herrschte ein kräftiger Sturm und die Straßen waren noch nass, als wir nach dem Frühstück weiter über Kallmünz, Amberg, Auerbach, Burgkunstadt nach Bad Rodach fuhren, wo ich im Hotel "Alte Molkerei" Zimmer für uns reserviert hatte. Wir trafen dort äußerst freundliche Leute unter der Hotelleitung von Thomas Vinzelberg an. Die Zimmer waren gut ausgestattet und das Frühstück war überaus reichhaltig. Am Abend aßen wir im gegenüberliegenden Gasthaus Rösler Stuben, welches von Christian und Nicole geführt wird. Dieses Gasthaus und auch die Hotelpension können wir jedem, der mal in Bad Rodach Zwischenstation macht, wärmstens empfehlen www.hotel.altemolkerei.de

Mit den beiden netten Wirtsleuten vereinbarten wir für das Flechè eine Kontrollstelle und erhielten auch die Erlaubnis Sachen zu deponieren.

Am dritten Tag waren ja nur mehr 111 km mit dem Rad zu bewältigen, dafür aber noch die lange Rückreise mit dem Auto von Eisenach nach Haid. 

Über Anraten des Veranstalters sollte ich die 0700 Uhr Kontrolle, die ziemlich weit weg vom Ziel in Wasungen eingeplant war, weiter nach vorne verlegen. Daher stieg ich in Wasungen in den VW-Bus zu und suchte gemeinsam mit meiner Frau Edith nach einer geeigneten Kontrollstelle, die ich folglich in einer AVIA Tankstelle bzw. einem daneben befindlichen Bistro, welches schon um 06.00 Uhr öffnet, fand. Dadurch entging mir der eigentlich der sehr schwierige hügelige Teil zwischen Meiningen und Eisenach, der mir folglich beim Flechè bald zum Verhängnis wurde.

Meine Teamkollegen waren dann fast schneller als wir auf der Burg als wir mit dem Auto nach der Suche nach einer geeigneten Kontrollstelle. Kurz vor unserer Rückfahrt nach Österreich begann es zu regnen. Wir hatten zum Glück drei Tage lang beim Radeln keinen Tropfen Regen abzubekommen.

Das Fazit aus unserer Streckenbesichtigungstour war, dass es wichtig ist, die Strecke kennen zu lernen, um eventuell auch noch Änderungen vornehmen zu können,s ich dabei noch besser kennen zu lernen, um über die Stärken und Schwächen seiner Teamkollegen Bescheid zu wissen,. sich nicht auf ein Navigationsgerät bei der Streckenführung zu verlassen (es sei denn die Strecke wurde von einem Profi eingegeben), sondern auch die Landkarte mitzuführen, um die Richtigkeit des Verlaufes jederzeit kontrollieren zu können. Natürlich sollte hier lobend erwähnt werden, dass es sich Thomas nicht nehmen ließ die einzelnen Streckenabschnitte als Windschattengeber zu fungieren. Diesen Part übernahm er auch folglich gemeinsam mit Hermann beim Flechè Allemagne. 

Vorwort zum tatsächlichen Start:

Leider betrübten mich zwei Sachen vor dem Start sehr. Josef BÖCK rief mich am Vortag an, dass er aufgrund eines grippalen Infektes nicht starten könne. Es war sehr schade für ihn, daß er mit so einem tollen Team nicht an den Start gehen zu können. Auch wurde nun die Aufgabe für uns schwieriger mit einen Mann weniger, denn es war kurzfristig kein geeigneter Ersatz für ihn fanden.

Die  zweite Sache war, dass ich Ende Februar den zuständigen Politikern der Stadtgemeinde Ansfelden schrieb. Ich wollte unsere Teilnahme am Bewerb einem guten Zweck widmen, um eventuell Bedürftigen der Gemeinde Ansfelden helfen zu können. Es fährt nicht jeden Tag eine kleinere Personengruppe 557 km mit 4.300 Hm in 24 Stunden und ich denke, es ist schon eine außergewöhnliche Leistung. Der Plan wäre gewesen durch Sponsorengelder, die gefahrenen Teamkilometer in Geld umzurechnen und den daraus erzielten Erlös zu spenden

Weiters ist ja bekanntlich am 1. Mai immer ein Aufmarsch und wir hätten bei Kombinierung unseres Starts mit dem Maiaufmarsch entsprechendes Publikum und einen würdigen Rahmen, vorher aber auch nachher bei einer eventuellen Sponsorengeschichte gehabt.

Leider wurde daraus nicht. Aus mir noch immer unbekannten Gründen hatten die Stadtväter keine Interesse unsere sportliche Herausforderung entsprechen zu vermarkten. So standen wir unbeachtet am 1. Mai 2008, 09.00 vor dem Musikheim  in Haid/Ansfelden für das Startfoto für das Flechè Allemagne parat. Ich fühlte mich im Stich gelassen, in der Meinung doch schon einiges für die Stadtgemeinde getan zu haben.

   

Start zum Fleche Allemange am 1. Mai 2008, 09.00 Uhr: 

Kurz vor dem Start versammelte sich unser Team, leider war Josef B. aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei, vor dem Musikheim der Trachtenkapelle Haid. Der Musikobmann betätigte mit einem Stempel und seiner Unterschrift, dass wir auch tatsächlich vom angegebenen Startort und regelgerecht und 09.00 Uhr starteten. 

Wir zündeten von Beginn an unsere Turbos und gaben Vollgas. Da wir sowieso auf einen Fahrer verzichten mussten begleitete uns mein Sohn Manuel bis nach Passau. Er ist ja selbst ein exzellenter Rennradfahrer. Wir konnten ihn leider nicht überreden als Ersatz für Josef im Team einzuspringen. Er erklärte sich jedoch dazu bereit uns bis Passau zu unterstützen und ein paar Fotos zu schießen. Dies sind dann auch die einzigen Fotos während der Fahrt. Wir hatten einfach darauf vergessen weitere Fotos während unserem Rennen gegen die Uhr zu machen..

Der erste Teil unserer Strecke war bis Regensburg, abgesehen von einem ca. 2 km langen lästigen Hügel auf der B 129 bei. Haibach, eher eben.  Diesen Umstand wollten wir auch nützen und am Anfang schnell fahren und nachher nachlassen. Aber dass mit dem Nachlassen kann man eh nicht so bewusst steuern. Es kommst von selbst. Wichtig war es einen Zeitbonus für die bei der Routenplanung vorgenommenen Zeiten bei den jeweiligen Ortdurchfahrten zu gewinnen. Durch unsere rasante Fahrt erarbeiteten wir auch mehr als 1 Stunde Vorsprung bis zu unserer ersten Kontrollstelle in Eitlbrunn/Regenstauf bei den Furtners. Bis auf einen "Platten" bei Hermanns Hinterrad kamen wir problemlos  auf unserem ersten Streckenabschnitt der Donau und dann dem Regenfluß entlang in rasanter Fahrt mit einem 32er Schnitt bei den Furtners an. Das Essen stand bereits von Hannelore zubereitet auf den Tisch und Helmut hatte wieder seinen Ofen im Wohnkeller angeheizt. Wir konnten uns dort aufwärmen und sogar mit den deponierten Kleidungstücken frische Sachen anziehen. Da wir unser früheres Eintreffen telefonisch voravisierten konnten wir die geplante Pausenzeit von gut einer halben Stunde einigermaßen einhalten und dort auch die technischen Vorbereitungen (Licht) für die Nachtfahrt treffen.

Als wir die Furtners verließen war der Himmel in östlicher Richtung total finster. Wir hatten aber das Glück, dass unsere Strecke nicht in dieses Wetterloch hineinführte. Wir wurden zwar folglich nass, aber nur vom Spritzwasser, welches von Thomas und Hermanns Rädern, die meistens vorne fuhren, nach hinten spritzte. Es musste vor uns ziemlich stark geregnet haben, da die Straßen sehr nass waren. Nach 20 km Fahrt waren die Straßen auch wieder trocken und wir kamen weiter flott voran. Als die Nacht hereinbrach waren unsere vom Spritzwasser nassen Überschuhe längst wieder trocken und aufgrund unserer Superbeleuchtung (Lupine machts möglich) konnten wir im hügeligem Gebiet auch bergab schnell fahren. Es gab lediglich nur mit der am Navi gespeicherten Route, die uns öfters von der Strecke führen wollte, Probleme. Doch durch die eingezeichnete Route auf einer Landkarte konnten wir immer wieder Korrekturen durchführen

Ich würde ja gerne einen abenteuerlichen Bericht oder über etwaigen Qualen bei unserer Fahrt bis nach Bad Rodach zur zweiten Kontrollstelle liefen. Aber es ist uns weder ein Rehbock ins Rad gesprungen, noch hatten wir auf der gesamten Strecke eine gefährliche Situation. (Gott sei Dank! ) Wir waren auch in der Nacht entsprechend gut von hinten und von vorne sichtbar. Es hatte jeder von uns mindestens zwei Rücklichter, eine gut reflektierende Warnweste und auch Reflektoren an den Beinen angebracht. Über etwaige Leiden, die bei solchen Touren auftreten können, werde ich aber nicht wirklich berichten. Jeder weiß im Vorhinein worauf er sich einlässt, also braucht man nachher nicht jammern.

Meine Sorgen für den weiteren Verlauf waren aber eher andere. Die Wirtsleute Christian und Nicole von der Rösler Stuben in Bad Rodach, versprachen uns den Kontrollstempel abzugeben und unsere Vorbeifahrt in der Streckenkontrollkarte zu dokumentieren. Wir rechneten ja so gegen 03.00 Uhr dort anzukommen. Hoffentlich haben sie noch auf und wir bekommen eine warme Suppe. Wir kamen aber doch früher als geplant dort an und dass obwohl wir aufgrund einer Baustelle, aber auch  nach einem Kapitänsirritation, mindestens 10 km Umweg in Kauf nehmen mussten (wir hatten schon mehr als eineinhalb Stunden Vorsprung auf unserem Zeitplan)  Freudig überrascht, dass uns um diese Uhrzeit jemand zujubelte, freudig begrüßte und fotografierte. Es waren die jungen Wirtsleute. Es stellte sich heraus, dass das Lokal bereit um 2200 Uhr dicht war und sie nur auf uns gewartet haben. 

Herzlichen Dank an die beiden sympathischen Menschen Chritian Trier und Nicole Eckert.

Fotos werden nach Erhalt reingestellt.  

Nun hatten wir nur mehr 111 km bis zum Ziel und ca. 70 km bis zur 07.00 Uhr Kontrolle. Wir hatten also eine Menge Zeit zur Verfügung, da wir ja um die 07.00 Uhr Kontrolle einzuhalten. Ich selbst dachte mir, dass wir hier eigentlich eine Stunde schlafen könnten. Doch Thomas riss mich aus meinen Schlafsträumen und forderte mehrmals von mir meine Konzentration auf die Fortsetzung unserer Weiterfahrt zu richten.

In voller Dankbarkeit an die beiden Wirtsleute, dass sie um diese nicht übliche Zeit noch für uns gekochten, fuhren wir gemütlicher der 07.00 Uhr Kontrolle in Fambach entgegen, wo unser Team auch um 06.45 Uhr eintraf und regelgerecht um 07.00 Uhr wegfuhren. Leider trugen wir in den Streckenkarten unsere Ankunftszeit von 06.45 Uhr ein, da ja sowieso in der Karte vorgegeben 07.00 Uhr stand. So nahmen wir an, dass wir wie bei den anderen Kontrollstellen die Ankunftszeit einzutragen haben. Dies führte später bei der Siegerehrung zu einem Missverständnis, welches es auch offensichtlich bei den zwei anderen Teams, die mit uns um den Sieg wetteiferten, aufgrund der komplizierten Regelauslegung, gab. 

Jedenfalls waren die letzten 40 km unserer 557 km Strecke sehr hart. Insbesondere der letzte Hügel vor Eisenach, der unendlich lang erschien, aber auch hinauf auf die Burg, wo nicht einfach ist fahrend hinauf zu kommen, verlangten von jedem Einzelnen die letzten Kraftreserven.

Oben auf der Burg war eine Menge von Radfahrern angekommen. Es sollten um die 200 gewesen sein. Auch unser zweites österreichische Team konnten wir  auf der Burg antreffen. Auch Ihnen sei zu ihrer Leistung gratuliert in der Hoffnung auch einen Bericht für diese HP zu erhalten.

Siegerehrung im Bürgerhaus in Eisenach:

Bereits vorher konnten wir erahnen, mit unserer bestätigten Strecke von 557 km unter den ersten drei Teams zu sein. Nach der Begrüßung durch den deutschen ARA-Präsidenten Claus Czycholl schritt man zur Siegerehrung die einer der Flechè Allemagne Organisatoren, Rainer Paffrath einleitet. Bei seinen Einführungsworten gab er bekannt, dass es drei Mannschaften gibt, die nahe der 600 km Grenze fuhren. Doch bei jeder dieser 3 Mannschaften gab es Kriterien, die eine momentane Bewertung und Vergabe der Platzierung nicht zulassen kann.

Jedenfalls war bei unserer Mannschaft der Kritikpunkt, dass wir bei der 07.00 Uhr Kontrolle, 06.45 Uhr eingetragen haben und es somit den Anschein hatte, wir fuhren schon um 06.45 Uhr los. Diesen Umstand hätten wir aber schon vor der Siegerehrung aufklären können, da wir in der Annahme waren die Ankunftszeit sei einzutragen, denn die Uhrzeit 07.00 Uhr als Abgangszeit stand ja sowieso schon als vorgegeben dort. 

Wir wurden jedoch nicht gefragt und man hätte sich dieses Missverständnis ersparen können. Was die beiden anderen Teams betrifft kann in Unkenntnis ihrer tatsächlichen Km-Leistung nicht beurteilt werden. Jedenfalls ist das Regelwerk mit der 07.00 Uhr Kontrolle und der im Nachhinein noch bestehender Möglichkeit zu den bereits geleisteten Kilometern noch zusätzliche Km zu machen sehr verwirrend. Für uns war die Regel es müssen mindestens 3 Teammitglieder innerhalb der 24 Stunden, also am 2.5. spätestens 09.00 Uhr auf der Burg ankommen, die restlichen Teammitglieder (max. 2 bei 5) haben dann noch eine Karenzzeit bis um 12.00 Uhr.

Wenn wir gewusst hätten, dass wir auch erst als gesamtes Team um 10.00 Uhr kommen hätten müssen, es wäre leicht möglich gewesen noch 30 km herauszufahren und bei der Endabrechnung statt 557 km 587 km zu haben.

Jedenfalls wir das Team Austria I betrachten uns als eine der Siegermannschaften, würden uns aber wünschen das man das Regelwerk dahingehend verbessert, um sich  solche unangenehme Situationen bei einer Siegerehrung zu ersparen.   

Wie immer das Endergebnis gewertet werden wird - Wir werden keinen Einspruch erheben. Wir sind alle froh ohne unangenehme Zwischenfälle in das Ziel gekommen zu sein und sind stolz auf unsere Leistung.

Herzlichen Dank an Thomas, Hermann und Günther -  ihr seid Supertypen. Aber auch an meine Frau Edith, die großen Anteil nahm an unseren Vorbereitungen und die uns gemeinsam mit Christian Hermanutz mit dem Bus von der Wartburg abholten und wieder gut nach Hause brachten.

 

Team Rand. Austria II:

Michael KREJCA - Gerold LEHMANN - Josef ZUSCHMANN - Andreas SCHRÖDER (Kapitän) - Christian WOLF

 

 

 

Flechè Allemagne 2006


Allgemeine Informationen zur Veranstaltung:  

http://www.ara.randonneure.de/

Artikel Thüringer Landeszeitung

 

 

Das sind die Sieger vom Flechè Allemagne 2006

Ferdinand JUNG - Jörg KURZKE - Manfred SELTMANN

Teamkapitän Karl MEIXENSBERGER - Michael RICHTER

Mit 545 km vom Startort in Koblenz nach Wartburg an der Eisenach

 

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