http://www.londonedinburghlondon.co.uk/
http://www.aukweb.net/el/index.htm

Es haben sich 8 Österreicher, die unter Audax Randonneurs Autriche (Austria), für den 1.400 km Brevet in England angemeldet. Es wird, abgesehen für den für uns ungewohnten "Linksverkehr", mit Sicherheit ein schönes Erlebnis werden. Auch LEL zählt nach PBP zu einem Klassiker, das ebenfalls nur alle 4 Jahre veranstaltet wird.
HERMANUTZ Christian, Attersee, OÖ
KREJCA Michael, Wien
JUNG Ferdinand, Ansfelden, OÖ
LEHMANN Gerold, Wien
REINBACHER Harry Rudi, Graz
SCHRÖDER Andreas, Wien
SPERLING Peter, Wien
STINDL Thomas, Graz
Die Vorbereitung für das Unternehmen hat begonnen. Christian HERMANUTZ und Ferdinand JUNG planen die Anreise nach London bzw Cheshunt dem Auto, die anderen 6 Teilnehmer werden mit dem Flugzeug fliegen.
Es wird zwei Startzeiten am Sonntag, den 26.7.2009 geben. Thomas STINDL und Harry Rudi REINBACHER haben noch einen Startplatz um 08:00 Uhr ergattert, werden die anderen erst um 14:00 starten dürfen. Die Startzeit um 08:00 Uhr war bereits im Oktober 2008 ausgebucht. Auch leider die Quartiere im Startort. Somit sind wir auf der Suche nach einem Quartier für 1 - 2 Nächte nahe des Startortes Cheshunt. Auch für unseren immer Zuletztankommspezialisten, Peter SPERLING konnte im letzten Moment noch eine Startzeit mit 08:00 Uhr ausverhandelt werden.
26.07. - 30.07.2009
Michal Krejca, Gerold Lehmann, Christian.Hermanutz, Peter.Sperling, Thomas Stindl, Harry Rudi Reinbacher
Andreas Schröder, Ferdinand Jung
Alle 8 österreichischen Starter absolvierten diesen schwierigen Bewerb trotz verschiedenster Materialprobleme und unanständigen Wettereinflüssen.
Wussten wir schon im Vorfeld, dass Großbritannien nicht ausdauernd von dem so geliebten Planeten Sonne versorgt wird, war es dennoch sehr enttäuschend, dass sie sich nur wenige Stunden blicken ließ. Auf der gesamten Strecke von 1400 km war vorwiegend Regen dominierend. Aber auch trug zeitweise der starke Wind zu den erschwerten Bedingungen bei.

Seltsamerweise kam der Wind auf dem Rückweg von Edinburgh wieder aus der gleichen Richtung, nämlich von vorne. Also zusammenfassend es waren wahrlich schwierige Bedingungen und die vorgegebenen Höhenmeter von beinahe 11000 Hm waren ob des starken Windes nicht immer leicht zu meistern.

Im Vergleich mit Paris - Brest - Paris, wo das Wetter 2007 ebenfalls "sauschlecht" war, war London - Edinburgh - London 2009 nicht nur aufgrund der 200 km längeren Strecke, sondern wegen der bereits erwähnten Gründe von der Schwierigkeit her eine Steigerungsstufe höchsten Grades.
Genau deshalb war es sensationell, dass alle gestarteten 8 Österreicher, zwar mit unterschiedlichen Zeiten, wieder im Ziel in Chesthunt bei London ankamen.
Die ursprüngliche Zeitvorgabe für die erfolgreiche Absolvierung dieses klassischen Brevets war mit 115 Stunden limitiert. Wegen der schlechten Wetterbedingungen wurden vom Veranstalter im Verlauf des Bewerbes zusätzlich 4 Stunden Bonus eingeräumt. Da wir sowieso alle weit unter diesem Stundenlimit und die meisten von uns auch zu den Top 60 zählten, bestand zeitlich gesehen überhaupt keine Gefahr.
Trotz zahlreicher Materialschäden meinte man mit Aufgaben rechnen zu müssen. Peter, Michael und Gerold hatten einen Speichenriss. Thomas hatte bei km 400 sogar einen Rahmenbruch, der nach fachmännischer Reparatur (Klebeband hält alles) weiterfuhr und bravourös mit seinem Spezi Harry-Rudi als 16. ins Ziel kam. (Keine gute Reklame für SIMPLON). Auch die anderen drei konnten ihre Laufräder so recht und schlecht reparieren. Michael dürfte sogar unter den ersten 10 ins Ziel gekommen sein.

Es waren sehr viele Nationen aus der ganzen Welt vertreten und über 600 Starter dabei. Eine Statistik liegt leider nicht vor. Bereits bei der drittletzten Kontrollstelle wurde uns mitgeteilt, dass 61 Teilnehmer aufgegeben hatten.
Jedenfalls diese Veranstaltung kann man unbedingt weiterempfehlen. Sie wird zwar erst wieder im Jahre 2013 stattfinden und somit ist genug Zeit vorhanden sich darauf vorzubereiten. Schlage viel Regen- und Windtraining vor. Supertop war die Verpflegung an den Kontrollstellen. Sie war gratis bzw durch das Startgeld abgedeckt. Man konnte dort essen soviel man wollte.
Auch die Menschen an den Kontrollstellen empfingen uns mit einer für uns manchmal grantelnden Österreicher ungewohnter Freundlichkeit.

Einziges Manko war die Anmelde- und Startprozedur. Gerold, Michael, Andreas und Peter nahmen die Anmeldezeit um 1400 Uhr des Vortages wahr. Sie waren gerade fertig als wir, Thomas, Harry-Rudi, Christian und ich zur Anmeldezeit um 1700 Uhr ankamen. Sie warteten also mehr als 3 Stunden bis sie zu ihren Startunterlagen kamen. Auch uns schien das gleiche Schicksal zu erwarten, da eine riesengroße Menschenschlange vor der Startausgabe angestellt war. Erst durch meine Intervention bei den Verantwortlichen wurde eine zweite Linie aufgemacht und somit verkürzte sich unsere Anmeldezeit auf lediglich eineinhalb Stunden. Diese Zeit verkürzten wir uns durch 2 Runden Bier gesponsert von Peter und mir. Aber auch war Thomas lästig und machte Werbung für den 1600er in Italien. Darüber lagen die Folder im Startbereich auf.

Zweites Manko war der unkontrollierte Start. Man konnte eigentlich am nächsten Tag trotz zugewiesener persönlicher Startzeiten offensichtlich jeder starten, wie er wollte. Eigentlich hätten wir auch vom Hotel wegfahren können. Christian und ich verschliefen die Startzeit, da wir für 14.30 Uhr vorgesehen waren und somit nicht am Start waren als Gerold, Michael und Andreas wegfuhren. Sie durften schon vor 1400 Uhr starten. Aber was ist schon diese kleine Zeitdifferenz im Vergleich zur Gesamtzeit der 1.400 km. Nachdem dieser Bewerb allerdings auch nicht als Rennen mit Platzierungen gewertet wird, ist es sicherlich egal, ob man nach 70, 80, 90 oder mehr Stunden im Ziel registriert wird. Wichtig war das Durchkommen.

Jedenfalls ist jeder Sieger und auch ein Held, der diesen schwierigen 1.400 km Brevet in der vorgegebenen Zeit beendet hat. Es ist aber auch gut, dass es keine Ergebnisliste mit Platzierungen gibt, den sonst würden die unterschiedlichen Leistungen von manchen Aussenstehenden falsch bewertet oder gar abgewertet.