Volodga-Onega-Ladoga 1212 km


Nachdem 2008 Paris-Brest-Paris nicht stattfindet muss der 1200er in Russland als großes Saisonziel herhalten. Neben mir (Ferdinand Jung) werden auch Peter Sperling und Gerold Lehmann an diesem Bewerb teilnehmen. Ich werde diesmal versuchen alle Freunde und Bekannte über den Liveticker unterhalb am laufenden zu halten. Eines vorweg: Bei einer Streckenbesichtigung im April stellte ich fest, dass die Strassen in Russland doch von schlechter Qualität sind. Meine Reaktion darauf: Ich fahre mit dem MTB, was ein Novum für mich darstellt. Als Test habe ich den 600er Brevet im Mai ebenfalls mit meinem ungebauten Mountainbike absolviert.

Infos zur Strecke auf der Veranstalterhomepage:    

http://www.balticstar.spb.ru/index_en.htm

 

 

Kurzbericht Ferdinand


3 Österreicher, Gerold LEHMANNPeter SPERLING und Ferdinand JUNG gingen am 4.7.2008 in Volodga (Russland)  beim 1.200 km Brevet VOLODGA - ONEG A – LADOGA an den Start. Diesem Bewerb, veranstaltet vom Petersburger Randonneursclub „Baltic Star“, stellten sich mehr 50 Teilnehmer aus verschiedenen Ländern.Waren anfänglich organisatorische Mängel, wie z.B. verspätete Roadbook- und Startnummernausgabe zu kritisieren, entwickelte sich dieser Bewerb, abgesehen von teilweise schlechten Fahrbahn- und Wetterverhältnissen, zu einer schönen Veranstaltung. Die Verpflegung an den Kontroll- bzw. Labestellen ist dabei insbesondere hervorzuheben. Besonders auffällig war die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Russen bei den Kontrollstellen, aber auch jener Menschen die man auf dem langen Trip aufgrund des Verlustes der Orientierung nach dem Weg fragen musste.

Der verspätete Vorstart erfolgte kurz nach 07.30 Uhr vom Hauptplatz in Vologda, wo aus Verkehrssicherheitsgründen in 10er Gruppen etwa 8 km gefahren und nach Zusammenwarten aller Teilnehmer neuerlich gestartet wurde.

Auf dem Weg ins Ziel nach Sortavala am Ladogasee waren 1.214 km zurückzulegen. Wie sich später herausstellte beinhaltete die Tour teilweise sehr schlechten Straßen, 2 – 3 nie finster werdende kalte Nächte, einige Regenschauer, viel Gegenwind, reizvolle aber auch manchmal eintönige Landschaften und mehr als 5000 Hm. Die Begegnungen mit sehr, sehr freundlichen und hilfsbereiten Menschen in Russland machten die Anstrengungen erfreulicher.

Ein Großteil der Teilnehmer absolvierten diesen Bewerb als Rennen, andere wiederum finishten im Sinne des Randonneursgedanken unter Ausnützung der vom Veranstalter gebotenen Verpflegungs- und Schlafstellen, sowie des geforderten 90 Stunden-Limits für einen 1.200 km Brevet. Obwohl einige Ausfälle zu verzeichnen waren, kamen alle 3 Österreicher zeitgerecht in das Ziel und erfüllten eine 100% Quote.

Ich selbst konnte meine Zielsetzung mit unter 65 Stunden und unter den erst fünf Teilnehmern in Sortavala am Ladogasee zu finishen auch tatsächlich umsetzen. 

Herzlichen Dank gebührt dem Ansfeldner Gerhard SÜSS, der uns bereits im Vorfeld bei diesem Unternehmen sehr unterstützte. Gerhard betreibt schon seit 1989 eine Servicetechnikfirma in Moskau. http://www.smservicetechnik.ru.
Durch ihn wurde es mir ermöglicht im Mai die 1.200 km abzufahren. Er stellte hier nicht nur seinen Voyager sondern auch zwei seiner Mitarbeiter als Begleitung zur Verfügung. Auch beim 1.200 km "Rennen" stellte er wieder sein Fahrzeug zum Transport der Räder und das Begleitfahrzeug bei.

 

 

Impressionen


 

   

 

 

 

Das Rennen im Zeitraffer


Liveticker

 

 

Ergebnisse und Statistik zum Brevet


Ergebnisse und Statistik

 

 

1.200 km Randonneurs Brevet „Rennen“ in Russland  


  

 

 

 

VOLODGA  -   ONEGA   -   LADOGA

 

 

Vorgeschichte – „gema auf a Bier“ brockte mir die Anmeldung dazu ein:

 

Es war ein oder zwei Tage vor der Start des legendären „Paris-Brest-Paris“, der Olympiade für Langestreckenfahrer, die alle vier Jahre stattfindet und die Teilnehmerzahl im Jahr 2007 bereits auf über 5.000 Starter schnellen ließ. Übrigens ging ich bereits zum dritten Male an den Start und sehr zuversichtlich nach einer Zeit von 60 Stunden und Minuten im Jahre 1999 und 61 Stunden im Jahre 2003, mein Ziel die Zeit von unter 60 Stunden für die 1.225 km zu schaffen. Doch letztendlich kam es anders. Die sehr schlechten Wetterbedingungen machten es für mich leider unmöglich, diese Zeit zu unterbieten und es wurde wieder eine gute 60iger Zeit. Es war mir aber schlussendlich egal, als ich nach 62 Stunden, den Freudentränen nahe,  wieder das Ziel in Paris erreichte. Waren es immerhin 1.225 km, ca 10.000 Hm, eine Menge Regen und viele körperliche Strapazen und Leiden.

 

Pairs – Brest – Paris 2007 ist Geschichte und ich freue mich schon jetzt auf das Jahr 2011, wo bereits Pläne „in der Schmiede sind“, dass wir mit dem Rad von Österreich anreisen und dann am Rennen teilnehmen werden. Möchte dies bewusst hier dokumentieren, damit jene Person, die großartig verkündete, er fahre PBP nur mehr, wenn jemand mit ihm mit dem Rad nach Paris anreist.

Das hat er nun davon, denn ich bin dabei und kenne noch ein paar andere Interessenten.  

Ich werde den Namen dieses Randonneurs nicht verschweigen bzw wird sich seine Identität in der Folge meines Berichtes ergeben, da er ja Hauptschuldiger ist, dass ich mich dem Abenteuer VOLODGA – ONEGA – LADOGA hingebe.  

Wir hatten unsere Wohnmobile, Christian HERMANUTZ, Fritz HARTNER und ich, am Campingplatz abgestellt und uns es bereits häuslich gemacht. Wir warteten noch auf weitere österreichische Teilnehmer mit ihren Familien. Aus Langeweile sagte ich zu Christian und dessen Betreuer Kurt AHRER: "Gemma auf a Bier!, nach vorne in das Campingplatzbuffett. Ohne unsere anderen Teammitglieder darüber zu informieren schlichen wir uns also von den Wohnmobilen weg, um nicht Gefahr zu laufen von den getreuen Ehefrauen angekettet zu werden. Fritz hätte sowieso ein Problem gehabt, mitzugehen und Kurt war ohne Frau da.

Im Buffett herrschte reger Betrieb. Es waren sehr viele unterschiedliche Nationen an der Sprache, aber auch an den nationalen Teamtrikots, die einige anhatten, zu erkennen. Unter anderem trafen wir auch Mike Thomson, den wir vom 1.200er in Bulgarien her kannten.  

Unser eigenes Thema war in erster Linie die bevorstehende Veranstaltung. Wir hielten uns schon eine Weile dort auf, als Christian, der es nicht gewohnt war mehr als ein Bier zu trinken, von der Toilette zurückkam und ein Prospekt in der Hand hielt. Es war eine Ausschreibung für 1.200 km in Russland, genauer gesagt für Volodga – Onega – Ladoga. Mir waren zu diesem Zeitpunkt diese drei Begriffe  völlig fremd. Nachdem Christian bestimmte, da fahren wir nächstes Jahr mit, war es auch für mich bereits beschlossene Sache und ich versuchte, die in englischer Sprache verfasste Ausschreibung gedanklich auf Deutsch zu übersetzen.

 

Betreuung und Zielsetzung:

Offensichtlich hatte Christian nach ein paar Bier wieder vergessen, dass er der Anzünder dieser Geschichte war, denn bereits nach der Zielankunft PBP, wo wir uns persönlich sehr gut geschlagen hatten,  wusste er nichts mehr davon,  in Russland an den Start gehen zu wollen.

Außerdem verkündete er im Leben nie mehr als 300 km am Stück zu fahren. Ich werde mich bemühen seine Aussagen ernst zu nehmen. Jedenfalls muss er ja 2011 sein Gelübte sowieso brechen.  

Das er nun nicht selber in Russland startete, war auch einen Vorteil für mich, denn ich hatte dadurch einen erfahrenen Betreuer gefunden, den ich gerne nach Russland einlud. Jedoch ging  ich mit Sicherheit mit seiner Zielsetzung dieses „Rennen“ zu gewinnen nicht konform. Meine Zielsetzung war es, so schnell als möglich im Rahmen meiner Leistungsfähigkeit, ohne dabei ans Limit zu gehen, in das Ziel zu kommen.  

Vorläufige Planung:

Bereits im Herbst beschäftigte ich mich mit der Planung meines Vorhabens und nahm deshalb auch mit meinem in Moskau lebenden Bekannten und Freund, Gerhard SÜSS, der noch bis vorigen Jahres der Inhaber meines Stammlokales in Haid war und mit dem ich schon einige Male in früheren Zeiten einige 24 Stunden Rennen ablieferte, Kontakt auf. Allerdings nicht am Rennrad sondern auf, neben, vor, aber nie unter dem Barhocker. Er wollte mir im Zuge eines "solchen 24-Stundenrennens“ im Jahre 2005 als Sponsor für die Kosten des Wohnmobiles für das 1.200 km Rennen in Bulgarien behilflich sein. Aber irgendwie kam es nicht zur Umsetzung.  

Wir trafen uns im Oktober in Haid im Cafe „Guggi“ wobei ich ihm von meinen Plänen für VOL erzählte. Ich hatte bereits eine Landkarte im Maßstab von 1:200000 gekauft und die im Internet  angeführte Strecke samt der vorgegebenen 14 Kontrollstellen eingezeichnet. Mein Zeitplan mit den Ankunftszeiten bei den Kontrollstellen, meine Pausen, meine Schlafzeiten (2 x 2 Stunden) waren bereits geplant. Diese Unterlagen übergab ich ihm mit der Bitte mir ein Wohnmobil für dieses Rennen zu besorgen. Weiters teilte ich ihm auch mit, dass ich die Strecke beeitts im Mai mit dem Rad abfahren werde.  

Sweedy (Gerhard Süss) erzählte mir ein paar Geschichten aus Russland und machte mich aber auch darauf aufmerksam, dass die Uhren in Russland anders laufen würden, als wir es gewohnt sind. Das musste ich auch in der Folgezeit selbst feststellen. Jedenfalls sagte er mir volle Unterstützung bei der Umsetzung meiner Pläne zu und versprach mir dieses mal wirklich die halben Kosten des Wohnmobiles zu übernehmen.

Ich buchte für mich und Christian die Flüge bei Air Berlin, vom 2.7. – 13.7.2008 Vienna – Moskau und Moskau Vienna.  Desweiteren buchte ich vom 4.5. – 11.5.2008 München – Moskau und retour von St. Petersburg nach Berlin und von Berlin nach München.   

Erste Erfahrung mit dem Streckenverlauf in Russland: 

Am 4.5. landete ich in Moskau. Es war überhaupt meine erste Reise nach Russland. Im Vorfeld musste mir ein Visa beim Konsulat in Salzburg besorgen.

Ja es war nicht einfach, nach Moskau zu kommen. Es bedurfte unzählige Kontaktaufnahmen mit meinen Helfern in Moskau.

Ich wurde am Flughafen von 2 Angestellten von Gerhard SÜSS erwartet. Es war Dina, mit der ich im Vorfeld schon Kontakt hatte und der Chauffeur Anatolli. Wir fuhren zu Gerhard's Büro, wo ich einige Sachen für das Rennen deponierte. Um 21.30 fuhren Dina und ich mit dem Schlafwagen von Moskau nach Volodga, wo wir vor 06.00 Uhr ankamen und in einem Hotel auf die Ankunft von Anatolli, der mit dem Voyager und meinem Rad gegen 09.00 Uhr eintraf. Nun warteten wir noch auf den Organisator Mihael aus St. Petersburg und dessen Freund. Gemeinsam wollten wir mit dem Rad die Strecke abfahren. Als die beiden ankamen, stellte sich heraus, das wir uns nicht verständigen konnten. Ihr Englisch entsprach nicht meinen Sprachkenntnissen. Dina musste also als Dolmetscherin fungieren. 

Da sie uns aber nicht auf der Strecke begleitete, war ich mit 3 Russen, mit denen ich mich schwer verständigen konnte, für die nächsten 3 - 4 Tage  unterwegs. 

Mihael hatte in Volodga noch hinsichtlich seiner Organisation zu tun und unsere Abfahrt verzögerte sich um mindestens 4 Stunden. Danach stellte sicher heraus, dass er gesundheitlich nicht völlig in Ordnung war. Ich war etwas verärgert über den großen Zeitverlust. Nach ca 50 km Fahrt mit dem Rad blieb ich stehen und gab zu verstehen, dass ich nicht mehr weiterfahren werde. Der Grund war der schlechte Straßenzustand, für welchen mein Carbonrennrad Simplon Pride nicht geeignet war. Ich verstaute mein Fahrrad im Radkoffer und die Fahrt wurde mit dem Auto fortgesetzt.

Wir übernachteten zweimal bis zu unserer Ankunft in St. Petersburg. Es stellte sich auch heraus, dass Mihael zwar die Orte der Kontrollstellen beretis festgelegt hatte, aber noch nicht die genaue Örtlichkeit. Er nützte unsere Fahrt, um dies umzusetzen. Meist waren es Schulen, wo er vorsprach und auch dann die Kontrollstellen fixierte. Leider wusste auch er  nicht, dass nach etwa 700 km die für den weiteren Routenverlauf geplante Straße eine riesige Baustelle war. Dies war dann auch der Grund, dass das letzte Drittel der Strecke einen neuen Planungsverlauf zu Folge hatte. Wir fuhren dann auf der E 118 bis Vidlitsa, wo wir neuerlich übernachteten. Die Strecke nach Sortavala fuhren wir nur ein kurzes Stück ab. Am nächsten Morgen ging es dann nach St. Petersburg Dankend nahm ich die Einladung bei Mihal zu übernachten an. Wir machten noch am selben Tag eine Ausfahrt, wobei es Mihal tunlichst vermied, mich auf schlecht aspahltierte Straße zur führen. Jedoch der Verkehr in St. Petersburg war sehr enorm. Am nächsten Tag machten wir nochmals eine Ausfahrt. Danach zog ich auf eigenen Wunsch  in ein Hotel.

Am 9.11. wurde der Tag des Sieges in Russland gefeiert. Ich gesellte mich auch zu den Schaulustigen bei der Militärparade in St. Petersburg. Der 11.9. war der Tag des Rückfluges nach Österreich via Berlin - München und mit dem Auto zurück nach Haid/Ansfelden. 

In der Folge gab es noch intensiven mündlichen und schriftlichen Verkehr mit Gerhard und Dina in Moskau. Das gewünschte Wohnmobil hätte für 9 Tage über 2.500,-- Euro Miete gekostet. Aus Kostengründen verzichtete ich darauf. Leider war aber auch kein Kleinbus für die Anmietung aufzutreiben. Gerhard entschloss sich dann seinen Voyager zur Verfügung zu stellen.

Auch gab es Probleme bei der Visa Abholung beim Konsulat in Salzburg. Da zwei Ziffern der mehrstelligen Passnummer am Visaantrag von Gerold mit dem Einladungsschreiben nicht übereinstimmten, wurde ich wieder weggeschickt. Ich mußte um eine neue Einladung vom Veranstalter ersuchen.   

 

 

Die österreichischen Teilnehmer:

Beim Randonneurstreffen in Tauplitz im Jänner 2008, es war übrigens eine sehr nette und gesellige Runde, die meiner Einladung folgten, meldeten sich zwei weitere Interessenten für Russland . Es waren dies Gerold LEHMANN und Peter SPERLING aus Wien.

Ich übernahm die Planung für dieses Unternehmen. Dazu waren sehr viele Kontakte notwendig, um von meiner Seite aus alles best möglichst zu organisieren.  

Anreise nach Moskau: 

Nachdem es mit den Visas endlich klappte, es waren zwei Anläufe notwendig, starteten Gerold LEHMANN, Peter SPERLING, Christian HERMANUTZ und ich am 2.7.2008 gegen die Mittagszeit in Wien Schwechat. Wir hatten weder beim einchecken noch beim auschecken in Moskau Probleme. Am Flughafen Moskau-Domedodevo wurden wir bereits von Anatolli, dem Angestellten von Gerhard SÜSS, erwartet. Wir waren mit drei grossen Canondale-Schachteln, in denen wir unsere Räder hatten und weiteren 5 Gepäckstücken angereist.

Anatolli hatte vorgeplant und einen Gepäcksträger für 3 Räder gekauft.

Wir fuhren zum Büro von Gerhard SÜSS, etwa 50 km vom Flughafen entfernt. Dort bauten wir unsere Fahrräder zusammen und ließen die Schachteln in einem seiner Büroräume zurück. Die Räder montierten wir am Dach des Voyager auf den Radträgern.

 Gegen 21.00 Uhr traten wir unsere Fahrt nach Volodga ,wo bereits 2 Hotelzimmer reserviert waren. Nach einer 8stündigen Autofahrt kamen wir endlich an. Während wir unsere Zimmer bezogen und bis etwa 09.30 schliefen, bewachte Anatolli unsere Fahrräder, die wir auf dem Dach des Voyager, hatten. Zum Frühstück trafen wir auch Gerold und Peter.

In Voldoga wurden wir nicht in den ursprünglich gebuchten Zimmern untergebracht, sondern in einem Hotel etwa 8 km außerhalb der Stadt.  Ich hatte ja 3 Zimmer in einem Hotel direkt in Volodga über Mihal gebucht. Später erfuhren wir, dass soviele "Ausländer" auf einmal  in diesem Hotel in der Stand nicht wohnen durften. Die sogenannten Ausländer kamen um die Mittagszeit gesammelt mit 4 Taxis an.

Von einigen deutschen Freunden wurden wir freudig begrüßt. Andere wiederum negierten uns völlig. Mir ist es unerklärlich warum. 

Wir erfuhren nun auch, dass die Fahrerbesprechung nicht um 1800 Uhr, sondern um 1900 Uhr im Hotel..........sein soll. Statt dessen war sie aber erst um 2000 Uhr, da Mihal mit den Rädern der "Ausländer" aus St. Petersburg verspätet eintraf. Leider gab es bei dieser Fahrerbesprechung noch keine Roadbooks in englischer bzw deutscher Sprache. Bei der Erklärung nach der 6. Kontrollstelle wurde die Fahrerbesprechung unterbrochen und nach Installierung des Druckers am Laptop, schön langsam das Roadbook in englischer Sprache ausgedruckt. Nach dem uns dies zulange dauerte, verließen wir gegen 21.30 Uhr die Versammlung. Ich besprach das kurz vorher nochmals mit einer Katze und  wir fuhren zu unserem Hotel. Auf die weitere Streckenerklärung verzichteten wir.

Schade, dass der Organisator die Roadbooks nicht zeitgerecht lieferte. Es ärgerte mich sehr, daß Mihael nicht wie versprochen das Roadbook vorher nach Österreich mailte. So hätten wir uns viel besser auf die Strecke vorbereiten können.

Gegen 23.00 Uhr gingen Christian und ich zu Bett, da wir ja schon für 04.45 Uhr den Wecker stellten. Beim Frühstück erfuhren wir, dass es am Vorabend nach der Fahrerversammlung noch Polizeibesuch im Hotel gab. Die Tochter von Mihal stieß unabsichtlich eine große Bodenvase um, die dann zerbrach Dies war auch der  Anlass, dass der Hotelbucklmuckl die Polizei anrief. 

Mihal mußte folglich angeblich 5.000,-- Rubel Strafe bezahlen. Der Grund: Verbotene Versammlung mit Ausländern!!!!!!!!!!

So läuft's also ab in Russland. Jedenfalls hat man dort Respekt vor der Polizei, die es manchmal gewohnt ist, auch ein Scheinchen in die eigene Tasche zu stecken. Jetzt weiß ich auch woher der Witz kommt, das sich der Polizist eine Kreuzung gekauft hat. Das ist nämlich kein Witz sondern Realität in Moskau. Jedenfalls  gibt es dort sicher nicht so viele respektlose Jugendliche, die Schäden an öffentlichen Einrichtungen anrichten. Auch leben in Moskau über 4 Millionen gläubige Moslems. Wieso tragen die dort keine Schleier..............

In Österreich darf man alles. Hier wir geduldet und jene, die sich über Unzulänglichkeiten aufregen werden bestraft. 

So zurück wieder zum eigentlichen Thema.

Wir fuhren mit dem Voyager zur Turnhalle, wo schon reger Betrieb war. Die meisten Teilnehmer waren beim vervollständigen ihrer Räder.

 

Nun wurden die Startnummern ausgegeben.. Ich hatte die Nummer 2, die mir Christian an der Hinterradstrebe mit Kabelbindern montierte.

Es gab nun auch ein Roadbook in deutscher Sprache. Allerdings nur für die erste Hälfte. Die zweite Hälfte sollten wir später bekommen. Ich habe aber nie eine erhalten.

Meine persönliche Zielsetzung:

Insgeheim hoffte ich eine Zeit unter 60 Stunden zu erreichen. Aber realistisch betrachtet setzte ich mir das Ziel, den 1.214 km Brevet unter 65 Stunden und unter den ersten fünf Teilnehmern zu beenden. Ich ging in Volodga an den Start um so schnell als möglich zu fahren. Diese Motivation hatte nicht nur ich, sondern sicherlich auch ein Großteil der anderen Teilnehmer.  

Mein Handicap war natürlich mein „Gaul“, ein Mountainbike Scott Scale 35, Carbon. Es stellte sich in der Folge heraus, dass ich nicht unbedingt mit den schnelleren Rennradlern auf Dauer mithalten konnte.

Meine Taktik war aber auch nicht unbedingt auf Biegen und Brechen die ersten 300 km auf Vollgas unterwegs zu sein. Letztendlich wurde dieses dem  einen oder anderen dann auch  zum Verhängnis.

 

Vorstart in Volodga 04.07.2008 um 07.30 Uhr.

Normalerweise werden bei solchen Randonneursrennen die Startzeiten meist zeitgenau eingehalten.

Leider kam es aufgrund der verspäteten Verteilung der Roadbooks, Startkarten und Startnummern (wurden erst am Tag des Starts verteilt) zu einem verspätetem Start. Manche Teilnehmer waren auch noch mit dem Zusammenbau ihrer Fahrräder beschäftigt. So fuhren wir erst kurz vor 0700 Uhr vom Turnsaal, indem wir unsere Räder über Nacht eingestellt hatten, zum schönen Hauptplatz in Volodga.

Erst nachdem alle Teilnehmer dort einlangte und das Fotoshooting beendet war, ging es los. Wer aber glaubte, jetzt richtig los legen zu können, der irrte. Aufgrund einer polizeilichen Anordnung durften wir nur in 10er Gruppen wegfahren. Der offizielle, gemeinsame Start erfolgte erst nach 8 km. Endlich war es soweit und der 1.200er wurde gestartet.

1. Etappe Volodga – Kirillov       128 km  -  total 128 km:

Fahrzeit 4 Stunden 10 Minuten - (netto Fahrzeit 4:05)

Ankunft 4:10:00 - Abfahrt: 4:14:30

Pausen: 9 Min. 30 Sek. (5 Min. nach Vorstart - 4 Min. 30 Sek. 1. Ktr.)

Nach dem "zweiten Start", 7 km nach Volodga, ging es gleich richtig zur Sache. Es wurden Geschwindigkeiten zwischen 30 und 35 km/h gefahren. In den nächsten 10 km verblieben 20 Fahrer in der Spitzengruppe, die vom Österreicher Gerold LEHMANN angeführt wurde. Gerold führt gerne immer wieder Gruppen an, da er dadurch einerseits sein persönliches gleichmäßiges, aber schnelles Tempo fahren kann. Andererseits hatte er aber speziell in Russland dadurch den Vorteil, als Vorderster der Gruppe die Schlaglöcher nicht zu übersehen.  

 

Ich hielt mich ebenfalls meist im vorderen Drittel auf. Schlaglöcher waren mir eher egal, da ich ja mit meinem Scott Mountainbike mit Federgabel unterwegs war. Nach ca. 60 km verlor ich die am Vorbau befestigte Trinkflasche. Ich fiel daher aus der Gruppe. Es dauerte mehrere Kilometer und bedurfte einen hohen Energieaufwand, die Gruppe wieder einzuholen. Kaum war ich wieder in der Spitzengruppe, erschrak ich durch das Sirenengeheul eines Polizeiautos. Nicht nur das unangenehme Folgetonhorn, sondern auch die befehlenden Worte, die einer der Polizisten  in sein Megaphon sprach, schreckten aus meinen Träumen. Ich glaube, sie forderten uns auf hintereinander zu fahren.

Nach etwa 98 km bogen wir von der geradeaus verlaufenden Bundesstraße nach links in Richtung 1. Kontrollstelle nach Kirillov (ca 17 km) ab. Je näher wir zur ersten Kontrollstelle kamen um so schneller wurde das Tempo. Manche meinten offensichtlich bereits dem Ziel entgegen zu fahren.

Leider verlor ich wieder meine „Ensuretrinkflasche“, dieses Mal samt der Halterung. Ich verlor dadurch den Anschluss und war kurz verärgert. Im nachhinein gesehen hatte es aber den Vorteil, dadurch mein eigenes Tempo fortsetzen zu können. Die letzten 10 km fuhr ich alleine bis zur 1. Kontrollstelle. Ich kam 5 Minuten später als die Spitzengruppe, als vierzehnter an. Christian und Anatolli erwarteten mich bereits mit einer Kleinigkeit zum Essen und füllten meine Trinkflaschen wieder auf. Meine Aufenthaltdauer betrug nicht ganz 5 Minuten.

 

2. Etappe Kirillov - turn to Lipin Bor (Tankstelle am Weg)  - 74 km – total 202 km:

Fahrzeit- (netto Fahrzeit 2:47:30)

Ankunft  07:02:00 Abfahrt 07:11.00

Gemeinsam mit Gerold verließ ich die Kontrolle. Drei vor uns fahrende Radler holten wir wieder ein. Es kamen uns auch noch einige Teilnehmer entgegen, die erst zur Kontrollstelle mußte. 17 km nach der Kontrollstelle kamen wir auf die Bundesstraße P5, wo wir darauf links abzweigten. 

Gerolds Tempo war mir folglich um 2 km/h zu schnell, denn mein Puls war über meinen Vorgaben. Ich entschloss mich bei ca 160 km abreissen zu lassen, obwohl Gerald zweimal versuchte mich mitfahren zu lassen. Ich wusste aber auch, dass er längere Schlafpausen vorhatte und dies bereits nach 400 km. Ab diesem Zeitpunkt war ich dann alleine unterwegs und ertappte mich immer wieder dabei, mit einer zu niedrigen Geschwindigkeit unterwegs zu sein. Im letzten Drittel dieses Abschnittes überholte mich ein Russe, den ich schon lange hinter mir fahren sah. Ich ließ ihn ebenfalls ziehen.

Die Temperaturen stiegen immer weiter an. Der Teer am Asphalt klebte auf den Reifen und ich hatte manchmal das Gefühl am Asphalt kleben zu bleiben. Ich blieb einmal kurz stehen und versuchte die Reifen vom Teer zu säubern. Es war aber sinnlos, da ich auf den nächsten Kilometern immer wieder über weiter Teerabschnitte fahren musste. Die Temperaturen lagen um 28 Grad Celsius.

Mir ging es gut, war gut gelaunt und sang sogar mit (MP 3 Player). Es konnte mich ja niemand hören. Der Autoverkehr auf der Bundesstraße war eher mäßig. Leider kam nie ein Traktor vorbei, in dessen Windschatten ich mitfahren hätte können. 

Ich kam dann 25 Minuten nach Gerold  zur zweiten Kontrollstelle, der noch immer dort war und offensichtlich seiner Lieblingsbeschäftigung nachging (Essen). Es war aber eher auch auf diesem Streckenabschnitt mit dem Mountainbike gegenüber dem Rennrad ein Nachteil. Aber egal ich hatte mich dazu entschlossen und war froh, dass es mir sonst sehr gut ging. Auch wenn ich "nur" als vierzehnter dort ankam. Ich bekam ebenfalls ein warmes Nudelgericht verabreicht. Meine Aufenthaltdauer betrug nicht ganz 9 Minuten. In der Wiese sah ich einen Deutschen liegen (Manfred) Ich habe mir vorher schon gedacht, dass er dieses Tempo nicht mithalten wird. Jedenfalls habe ich ihn dann leider nie mehr gesehen. Erst wieder im Ziel und das viele Stunden nach mir. 

 

3. Etappe turn to Lipin Bor – turn to Alexandrovskaya –  104 km – total 306 km:

Fahrzeit - (netto Fahrzeit 4:21:00)

Ankunft  11:32:40 Abfahrt 11:41:00 - Aufenthaltsdauer 8:20 Min.

Ich fuhr gemeinsam mit Gerold weg.  Gerold fuhr wieder sein Tempo. Nach einigen Kilometern teilte ich ihm aber mit, dass er nicht auf mich warten solle, da ich etwas langsamer fahren werde. Wieder alleine unterwegs, aber mit Musik von Tom Fogerty, den CCR und anderen Interpreten versorgt, ging es motiviert weiter.

Bei km 270 wurde es immer kühler. Die Temperatur sank auf den nächsten 10 Kilometern auf 14 Grad und es begann zu regnen. Der Regen wurde immer stärker. Meine Kleidung war schon total durchnässt. Noch dazu erhielt ich von einem knapp an mir vorbeifahrenden Auto eine unfreiwillige Spende in Form einer Dusche. Leider fielen beide Tachos kurzfristig aus. Vor der Kontrollstelle hellte es wieder auf und ich machte mir keine Sorgen um meine nasse Radkleidung.

Wie sagt doch das von  Franz Stelzhammer getextete Hoamatgsang (oberösterr. Landeshyme) ......... und die Sun hat mi trickat, wan mi gnetzt hoat dei Regn....

genauso war es auch bei mir. Dieses Lied hab ich schon oft gesungen auf meinen Langstreckenleben. Ich kam wieder mit Verspätung auf Gerold, aber bereits als 11.er bei der Kontrolle an. Er machte schon wieder gemütlich Pause. Ich langte ebenfalls zu. Christian hatte wieder für mich aufgekocht.

4. Etappe turn to Alexandrovskaya - Saminsky Pogost  -  92 km – total 398 km:

Fahrzeit - (netto 3:46:20)

Ankunft 15:27:20 - Abfahrt 15:37:40

Gerold und ich fuhren wieder gemeinsam weg. Dieses Mal nahm ich mir vor sein Tempo mitzuhalten. Es wurde allmählich wieder wärmer. Landschaftlich blieb es gleich, links und rechts Wald und eine geradeaus verlaufende mit leichten Hügeln versehene Straße.

Nach ca 20 km war plötzlich der Asphalt verschwunden und es war gar nicht leicht auf den nächsten 5 km, auf dieser Schotterpiste voran zu kommen. 

Für Gerold, der dünnere Reifen hatte, war es noch schwieriger. Anfangs dieser Schotterpiste sagte er zu mir, dass ich weiterfahren solle, da er mal müsse. Was er genau damit meinte ließen nur Spekulationen zu. Auszuschließen war jedenfalls eine Einkehr, da keine Konditorei in Sichtweite war. Ich nahm an, dass er aufs Klo musste und sicher auch Fotos von der Straße machen wollte.

Erst nach 30 km, kurz vor dem Ort Vytegra holte er mich wieder ein. In Vytegra blieben wir einer Abzweigung vorerst unschlüssig stehen. Es war im Roadbook für uns nicht gut beschrieben. Ein russischer LKW-Fahrer sagte uns aber dann, dass wir richtig seien.  

Der Asphalt wurde dann immer besser und wir zogen gleichmäßig in einem guten Tempo dahin. Mein Puls blieb zwischen 105 - 120 Schlägen. Diesen Pulsbereich liebe ich sehr. Da kann ich stundenlang so dahinfahren.

Gegen 22.45 Uhr, es war noch taghell, erreichten wir die Abzweigung zu dem Ferienlager in Saminsky Pogost. Wir kamen dort als 9. platzierte an. Es war die erste mögliche Schlafstelle in Form eines Zeltlagers. Gerald hatte vor dort zu übernachten und tat es auch. Ich holte mir meinen Kontrollstempel und versuchte so schnell als möglich zu essen. Es waren unzählige Gelsen in der Luft und sie bedrängte mich aufs Ärgste. Christian hatte sich schon einen Gesichtsschutz angefertigt. Er montierte mir während ich aß mein Superlicht. Die Lupine. Wie ich es geahnt habe, war sie aber ein Luxus.

Die sogenannten weißen Nächte machten es möglich, dass es fast nicht dunkel wurde. Ich leicht auf den fast ein halbes Kilo wiegenden Akku verzichten können. Christian schrieb in seiner Betreuungsmitschrift:"Ferdi isst zu wenig!" Jetzt kann ich es ihm ja sagen warum. Ich wollte einfach das halbe Kilo des Akkus kompensieren.

Ich verabschiedete mich bei Gerold und wünschte ihm noch alles Gute für den weiteren Verlauf. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt vor die gesamten 1.214 km ohne Schlaf durchzufahren. Ich war zu diesem Zeitpunkt super drauf, war bestens gelaunt und glücklich in Russland so weit fahren zu dürfen. Aber meistens kommt es anders als man will. 

5. Etappe Saminsky Pogost - Pudozh 61 km – total 459 km:

Fahrzeit - (netto Fahrzeit 3:03)

Ankunft 18:43:00 - Abfahrt 18:52  - Aufenthalt 9 Minuten

Ich verließ das Gelsenlager guter Dinge. Nach 1 km kam ich wieder auf die P 5 und folgte der vorgegebenen Route. Ich war etwa 45 Minuten hinter den vor mir fahrenden Teilnehmern und hoffte sie während einer Schlafpause überholen oder einholen zu können, um nicht alleine fahren zu müssen. Leider kam es nie dazu. Die Temperatur sank dann auf 13 Grad Celsius und es wurde finsterer als ich dachte. Offensichtlich waren wir noch nicht in dem Breitengrad, wo sich die "weißen Nächte" durchsetzten. Es war aber nicht total finster. Die Kontrollstelle war eine Schule. Es war nicht leicht um diese Uhrzeit (etwa 01.30 Uhr), einen Kontrolleur für den Stempel zu finden. Ich lag zu diesem Zeitpunkt an 9. Stelle. Glaubte aber hier einige zu überholen, da es sich um eine Schlafstelle handelte und wir bereits 459 km zurückgelegt hatten. Ich aß eine Kleinigkeit, steckte mir zwei Enervit Riegel und zwei Enervit Cheerbags ein und fuhr wieder los. 

6. Etappe Pudozh - Peschanoe  59 km – total 518 km

Fahrzeit -(netto Fahrzeit 05:15)

Ankunft 22:12:00 - Abfahrt 23:53:00 - Aufenthalt 1 Stunde 41 Min. Davon ca 1.20 geschlafen.  

Ich war nicht mehr so schnell unterwegs als auf der vorigen Etappe. Nur merkt man es nicht wenn man immer alleine fährt. Es war keiner da, der es mir sagte.

Leider kam ich 20 km vor der nächsten Kontrollstelle in einen Wolkenbruch. Auch fiel die Temperatur weit herunter. Mir wurde ziemlich kalt. Ich war total nass und mir fror.

Jetzt war ich nicht mehr so glücklich in Russland, weit weg von der Zivilisation fahren zu dürfen. Aber es nützte sowieso nichts. Ich musste weiter treten, um die nächste Kontrollstelle zu erreichen, ob ich nun wollte oder ich. Diese Kontrollstelle war von der Straße etwas abgelegen und durch viele Luftballons gekennzeichnet. Ich blieb schon einige Kilometer davor ein paar Mal stehen, da ich mir nicht mehr sicher war, ob ich nicht bereits daran vorbeigefahren war. Doch endlich sah ich den Voyager am Straßenrand stehen und Christian winkte mir. Er wies mich zur Kontrollstelle. Der Kontrolleur schlief und ich musste ihn aufwecken. Ich war grantig, weil ich durchnässt und mir saukalt war. Nach dem Stempel in meiner Kontrollkarte setzte ich mich ins warme Auto. Dort trocknete ich mich ab und zog mich um. Dann beschloss ich am Beifahrersitz sitzend zu schlafen. Dies gelang mir auch wunderbar. Ich lag zu diesem Zeitpunkt bereits an dritter Stelle und sah bevor ich einschlief die "Drillinge", die deutschen Kurzke, Richter und Dietz in unsere Richtung kommend fahren. Anatolli sprang aus dem Fahrzeug und deutete ihnen den Weg zur Kontrolle. Dann ging ich für kurze Zeit in die ewigen Jagdgründe ein. Irgendwie wollte ich dann nicht so richtig weiterfahren.

7. Etappe  Peschanoe - Chelmuzhi 60 km – total 578 km

Fahrzeit brutto: 3 Std 47 Min. - Fahrzeit netto: 3 Std 35 Min. 

Ankunft: 27:50:00 - Abfahrt: 28:28 - Aufenthalt 38:40 Min.

Bevor ich wieder startete verrichtete ich im Straßengraben die große Notdurft und war froh endlich wieder ein halbes Kilo leichter zu sein. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt, es waren immerhin 24 Stunden vergangen, keinerlei Problem mit dem Essen und Trinken. Dies war vergleichbar zu anderen Rennen, nach 24 Stunden,  nicht immer so. Es kam mir offensichtlich doch meine gute Betreuung in der Person von Christian zu gute. Er selbst ist ja ein Perfektionist im Gegensatz zu mir. Ich mache vieles aus dem Bauch heraus und nach dem Gefühl.

Trotz des kurzen Schlafes war ich folglich auf dieser Etappe langsam unterwegs. Es waren wieder Abschnitte mit elend langen Geraden, einer breiten Straße mit links und recht Wald. Leider hielten die vielen Bäume den starken Gegenwind nicht ab. Ich mußte sehr kämpfen. Hier wäre es in einer Gruppe zu fahren von Vorteil gewesen. Ich blickte mich tausendmal um, in der Meinung da müsste ja mal jemand kommen, aber niemand kam. Kopf und Körper war zu diesem Zeitpunkt vermutlich verfeindet. Nach etwa 40 km bemerkte ich am Hinterrad, dass ich sehr wenig Luft hatte. War dies der Grund, warum ich nur langsam weiterkam? Ich blieb stehen und stellte fest, dass ich einen schleichenden Platten hatte. Da es nur mehr etwa 20 km bis zur nächsten Kontrollstelle waren, riskierte ich meine einzige CO2 Patrone, die ich mithatte. Die Luft hielt fast bis zur nächsten Kontrollstelle. Ich verlor durch dieses Malheur 2 x 6 Minuten.  Die Strecke führte die ganze Zeit am Onega-See vorbei. Aber gesehen habe ich ihn fast nie. Er war meist von den Bäumen abgeschirmt. Die Kontrollstelle lag ca 2 km abseits von der P 5 direkt am See. Die Zufahrt dazu war eine Schotterpiste. Die Kontrolle war in einer Schule. Nachdem ich mir im Gebäude den Kontrollstempel holte und neuerlich aufs Klo musste, tischten Christian und Anatolli für mich auf. Ich dinierte fürstlich und genoss den langen Aufenthalt von mehr als 38 Minuten. Aber es war ja Mittagszeit am zweiten Tag. Meine Lebensgeister wurden neuerlich wach gerüttelt. Ich nahm mir vor wieder anständig Gas zu geben. 

Ich bedankte mich bei den beiden Helfern und setze meine Fahrt wieder auf der Schotter- bzw Sandpiste zurück auf die P 5 und dann links weg Richtung Medvezhyegorsk fort. 

  

8. Etappe Chelmuzhi - coast of Lake Onega  104 km – total 682  

Fahrzeit brutto

Bis Medvezhyegorsk, an den oberen Ausläufen des Onegasees, waren es 79 km. Diese Stadt war zwar im Roadbook angeführt aber nicht als Kontrollstelle vorgesehen. Von dort war ein 24 km langer Abschnitt zur Küste des Onegasees und wieder zurück vorgesehen. Da die Strecke geändert werden musste fehlten dem Veranstalter 50 km für die 1.200 km. Dies wurde dort eingebaut. 

Leider hatte ich kein deutsches Roadbook und ich kam mit meiner Landkarte nicht klar. Ich blieb einige Male stehen um nach den Weg zu fragen. Bis es mir zu dumm wurde und Christian anrief. Ich kam zwar nicht richtig klar mit ihm, verstand aber, dass ich noch nicht an der Kreuzung angelangt war, wo die Abzweigung zur Küste des Onegasee mit der Kontrollstelle war. Endlich fand ich die Kreuzung und es ging gleich ein paar Hügeln hinauf. Nach ein paar Kilometern kamen mir die drei deutschen entgegen, die bereits von der Kontrollstelle zurückkamen. Ich grüßte sie freundlich und war froh endlich wieder einmal Teilnehmer zu sehen. Ich wusste, dass ich viel Zeit blödsinnig vertrödelt hatte. Deshalb war ihr Vorsprung auf mich auf mindestens 45 km angewachsen. So ist es jedenfalls, wenn man alleine unterwegs ist und bei einem Tiefpunkt keinen Mitkämpfer hat, der dich zu schnelleren Fahren motiviert. Man bekommt es oft gar nicht mit, dass man lediglich mit 14 km unterwegs ist.

Jedenfalls ging es diese 24 km mehrmals auf und ab. Ich bemühte mich zu kämpfen und hatte auch das Gefühl die Hügeln schneller als sonst zu befahren. Die Kontrollstelle kam jedoch nicht daher. Endlich sah ich den weißen Voyager stehen. Wäre dieser nicht dort gestanden, wäre ich sicher daran vorbeigefahren. Sie war wieder sehr mangelhaft beschildert. Christan, markierte die Stelle mit dem orangen Spray.

 

  

Ich fasste wieder Essen aus  

 

 9. Etappe  Coast of Lake Onega - Girvas (Schule) -    102 km – total 784 km  

Fahrzeit brutto:                           Fahrzeit netto:

Ankunft: 39:56:00   Abfahrt: 40:14:20 -  18 Min. Pause 

 

 

 

und machte mich gleich wieder auf die Strecke. Nach ungefähr 40 km war ich wieder mal nicht sicher, ob es richtig war, die E 105, die nach einer Autostraße ausschaute, zu befahren. Nach wenigen Minuten des Überlegens nahm ich sie doch. Erst als ich nach ca 10 km ein Begleitfahrzeug eines russischen Teilnehmers auf dieser gut asphaltierten breiten Straße fahren sah, war ich mir sicher und ich musste nur aufpassen, nicht die Ausfahrt nach Girvas zu übersehen. Es gelang mir die Ausfahrt Girvas ohne Probleme zu finden. Ich musste dann noch ca 7 km fahren um in das kleine Dorf zu gelangen. Leider fand ich die Schule (Kontrollstelle) nicht. Ich fragte mehrmals, aber offensichtlich wurde mein „Russisch“ nicht verstanden. Ich fuhr im Ort auf und ab. Erst nachdem ich ein drittes Mal nach der „Scola“ fragte, wurde ich verstanden und in die richtige Richtung gewiesen. Ich war sauer, dadurch soviel Zeit verloren zu haben. Als ich dann zur Schule kam war auch Mihael, der Veranstalter dort, der offensichtlich diese Kontrollstelle leitete. Ich wollte nach dem Stempel sofort wieder weiterfahren, aber Christian nötigte mich hier zu bleiben und anständig zu essen. Es wurde dann leider daraus eine Pause von 18 Minuten.

 

10. Etappe Girvas - Novaya Vilga –96,5 km – total 972 km

 Fahrzeit brutto:    5:49:40   Fahrzeit netto: 5:10:00  (39:40 umhergeirrt!!!!!!!!!!!!)

Ankunft:              46:04:00  Abfahrt: 47:58:00    Pause 1:54

Trotz dieser langen Pause und des vermeintlich für mich lebensbedrohenden Zeitverlustes, fuhr ich wieder voll motiviert in Richtung dieser Autostraße, auf die nach der Frage wie es weitergeht geschickt wurde. Nach meiner Landkarte war es auch der richtige Weg, den mir sogar der Veranstalter angesagt und eingezeichnet hat. Aber offensichtlich war ich zwar in der richtigen Richtung aber auf der falschen Straße. Es wurde mir tel. mitgeteilt, dass es eh lediglich 8 km mehr sind, dafür sei ich auf der schöneren Straße. Ich brauche dieser nur folgen und komme dann geradeaus nach Petrozovodsk, wo dann von rechts die originale Strecke einmündet. Ich nahm dies in Kauf zumal es auch nach Rücksprache mit Mihael so bestimmt wurde. Leider waren die erhalten Informationen über den weiteren Verlauf der Route falsch. Sie lauteten, du brauchst nur der Straße immer geradeaus folgen, dann kommst du nach Shuya und vor Petrozavodsk geht’s dann rechts.  Ich verlor sage und schreibe insgesamt 39 Minuten (10 x stehen bleiben und Karte studieren). Einmal blieb sogar ein PKW mit einem Rad am Dach stehen. Es stellte sich dann heraus, dass deren Insassen am Brevet beteiligt waren. Einer davon war jener, der an der 6. Kontrollstelle die Karte abstempelte. Er wohnte in Petrozavodsk und wurde nach Hause gebracht. Anstatt, dass sie mir aber den richtigen Weg weiter sagten, erklärte mir jener Kontrolleur, dass ich komplett falsch sei und zeigte mir einen Punkt auf der Karte der völlig wo anders war als ich meinte. Jedenfalls dürfte er auch nicht unbedingt des Kartenstudiums mächtig gewesen sein. Er verwirrte mich noch mehr. In Wirklichkeit hätte er mir nur deuten müssen, dass ich auf dieser Straße bleiben soll und nach 20 km wäre schon die nächste Kontrollstelle.  Irgendwie und völlig verärgert über den großen Zeitverlust schaffte ich es dann trotzdem bis zur nächsten Kontrollstelle in Novaya Vilga. Diese Kontrollstelle wurde erst kurz vor dem Start amtlich gemacht. Hätte ich wie versprochen die Roadbook schon vorher gehabt, so hätte ich mich entsprechend mit dem richtigen Kartenmaterial vorbereiten können.

 

  

                              SO SCHAUT FERDL AUS WENN ER SAUER IST

 

 An dieser Kontrollstelle legte mich Christian gegen meinen Willen schlafen. Ich ließ es dann geschehen und es tat mir gut. Nach 1 Stunden 54 Minuten Pause, davon schlief ich die meiste Zeit, fuhr ich weiter. Es waren bald 48 Stunden insgesamt vorbei.  

 

 11. Etappe Novaya Vilga - Kotkozero (Schule) - 91,5 km total 875,5 km:  

Fahrzeit brutto:     4:26:00            Fahrzeit netto: 4:23:00

Ankunft:               52:26:00        56:34:00    Pause 8 Minuten

 Ich war innerlich noch immer wütend, weil ich soviel Zeit verloren habe und zweitens eine Schlafpause machte, die ich gar nicht eingeplant hatte.

Es blieb jetzt nichts anderes übrig, als cool zu bleiben. Die Pannen sind einfach passiert. Ich kann sie jetzt nicht mehr ändern. Ich versuchte mich neu zu orientieren und hoffte auf den letzten 340 km solche Pannen zu vermeiden um meine Nerven zu schonen.

In der Folge fand ich wieder Gefallen an meinem Unternehmen. Die Straße war schön asphaltiert und ich gab richtig Gas. Abgesehen von einer 7 km langen Baustelle, die mich nicht sonderlich tangierte und mir mein Montainbike endlich zum Vorteil erschien, ging es wunderbar voran und fuhr teilweise Geschwindigkeiten von über 30 km/h. Für die Kontrollstelle musste ich die schön asphaltierte Bundesstraße und ich passte höllisch auf die Abzweigung die nach dem Roadbook    „keep left by the sign to Kotkozero 4“ lautete, ja nicht zu übersehen. Es war wieder eine Schule. Es dauerte einige Zeit, bis ich den Kontrolleur dort ausfindig machte. Außerdem war ich bereits mit einer Klopapierrolle bewaffnet in das Gebäude gelaufen. Es tat wieder gut mich zu erleichtern. Ich hatte nicht vor hier lange zu verweilen.

12. Etappe Kotkozero - coast of Ladoga nach Vidlitsa 90 km - total  1.062 km  

Fahrzeit brutto    5:05                      Fahrzeit netto 4:49

Ankunft: 57:31              Abfahrt:     57:39

 

Weiterhin super drauf, ging es jedoch vorerst kurz in die falsche Richtung. Nach einem halben Kilometer drehte ich wieder um und war somit am richtigen Weg. Nach ein paar Kilometer kam ich wieder auf die Bundesstraße Richtung Olonets zum Ladogasee.

Die Straße war nach wie vor perfekt, bis ich auf einmal vor mir einen Autostau hatte. Ich sah dann das auf einer Brücke gearbeitet und dieses gesperrt war. Ohne viel Zeit zu verlieren und zu fragen übersetzte ich die Brücke zwischen den Arbeitern, die am flämmen und schweißen waren. Ich erntete teilweise böse Blicke. Es war mir aber so wurscht, ich wollte einfach darüber und nicht schon wieder pausieren.

Bei Olonets machte ich dann doch 10 Minuten Pause. Ich überquerte folglich die Brücke des Megerkaflusses und hielt mich Richtung Sortavala dem Ziel. Obwohl es laut Landkarte dem Ladogasee entlang ging, sah ich den See nicht lange. Wieder waren es die Bäume bzw der Wald, der die Sicht darauf verhinderte. Der sehr starke Gegenwind machte mich sehr mürbe und ich wurde immer langsamer. Irgendwann glaubte ich beim Fahren eingeschlafen zu sein. Nach einem Sekundenschlaf erschrak ich und studierte mein Roadbook. Meine Landkarte sagte mir auch nicht unbedingt aus wo ich war. Telefonisch konnte ich Christian und Anatolli nicht erreichen.  Bin ich etwa schon wieder irgendwo falsch? Ich blieb ein paar Mal stehen, konnte jedoch keine Anhaltpunkte über meinen dzt Standort finden. Ich wusste nicht mehr bin ich jetzt schon in Vidlitsa gewesen oder nicht. Als ich einen markanten Punkt, eine Brücke über einen Fluß überquerte, den ich auf meiner Karte nicht identifizieren konnte, hielt ich ein Auto an. Endlich wusste ich dann, dass ich immer noch 10 km vor Vidlitsa und somit richtig war. Ich war trotzdem weit hinter meiner Durchschnittszeit. Ich hatte wieder getrödelt, gab jedoch dem starken Gegenwind schuld. Kurz nach dieser besagten Brücke war dann der Wind nicht mehr vorhanden und ich versucht wieder Gas zu geben.

Die Kontrollstelle befand sich neben der Strecke am Waldesrand und war vom Straßenrand aus nicht erkennbar. Die Bäume verdeckten den Strand von Ladoga, wo es den begehrten Stempel gab. 

1.062 km waren laut Roadbook zurückgelegt. Die ausstehende Distanz von 152 km sollte kein Problem mehr sein. Die würde ich ja im Vorbeigehen erledigen. Da ich die

13. Etappe - Coast of Ladoga (nach Vidlitsa) - Pitkyaranta 75,5 km - total 1.138 km

Fahrzeit brutto  3 h 45 min  - netto 3 h 40 min. – Pause Ktr. 16 Min.

Ankunft: 61.16      Abfahrt: 61:32  

Topografie der noch bevorstehenden 2 Etappen nicht kannte, wurde ich doch von den vielen kleinen Hügeln überrascht. Es war aber kein Problem für mich, da ich wieder gut drauf war. Auch der Regen auf etwa 20 km machte mir nichts aus und an die wieder schlechten Straßen hatte ich mich schon längst gewöhnt. Ich versuchte wieder so gut es ging bergauf Druck zu machen. Obwohl ich nun schon mehr als 1.000 km in den Beinen hatte fühlte ich mich körperlich wohl. Ich habe mir in den letzten Jahren sowieso abgewohnt in meinen Berichten über die Leiden und Wehwehchen zu klagen bzw zu schreiben. Selbstverständlich gibt es bei einer solchen Distanz über mehr als 60 Stunden körperliche Probleme in welcher Art auch immer. Jedenfalls mir ging es zu diesem Zeitpunkt gut und ich hatte meine übliche mentale Stärke wieder gefunden. Glaublich nach 20.00 Uhr kam ich bei der letzten Kontrollstelle in Pitkyranta an. Es war wieder einmal gar nicht einfach dort die Schule zu finden. Beim Stufensteigen in der Schule hatte ich große Probleme. Nachdem ich den Kontrollstempel erhielt und eine Labung dankend ablehnte, begab ich mich wieder in Richtung Straße, wo ich mich beim Auto verpflegte und das sogenannte letzte Mahl zu mir nahm.

 

14. Etappe - Pitkyaranta - Sortavale (Ziel) am Ladogasee 76,5 km - total 1.214 km

 Ankunft im Ziel 00:10 Uhr = 64 Stunden und 50 Minuten

Letzte Etappe, dass Ziel greifbar nahe. Sortavala ich komme. Nur mehr 76 km. Das sind lediglich eineinhalb Mal um den Attersee. Christian puschte mich noch beim Wegfahren von der Kontrollstelle mit einer Wette. Es ging um ein Bier. Ich sollte vor Mitternacht im Ziel sein. Ich dachte vorerst, dass wäre zu schaffen. Ich rechnete aber nicht mit den weiteren vielen Hügeln und auch mit meinen Leistungsvermögen, dass zu diesem Zeitpunkt, nach 1.130 km sicherlich nicht mehr zu 100 Prozent abrufbar war.

Ich versuchte wieder die Hügel mit einer schnellen Geschwindkeit zu bewältigen. Irgendwann gab es einen Wegweiser mit Sortavala 50 oder 52 km. Dies war auch das einzige Schild, welches zumindest ich bis zum Ziel feststellte. Der Ladogasee war dann einige Zeit von der Straße einsehbar und ich wähnte mich gleich am Ziel. Denkste es ging wieder vom See weg, bergauf und in einem großen Bogen wieder retour in Richtung des anderen Seeufers. Ich zweifelte wieder mal daran richtig zu sein und rief mir gedanklich die Landkarte auf. Ich dachte mir werde schon richtig sein. Es kamen 2 oder 3 Orte wo ich glaubte schon im Ziel zu sein. Es war leider schon gerade Mitternacht, als ich das Ortsschild Sortavala passierte. Auf meinem Roadbook stand der Name eines Hotels. Ob ich das überhaupt finden würde? Der Ort zog sich und ich kam zu einer Brücke. Ich dachte irgendwo wird doch ein Zielbanner sein und mich ein paar Leute empfangen. Aber es war nicht so. Nach der Brücke standen Christian und Anatolli, die mir den Weg zu einem Turnsaal (Ruine) wiesen. Sie freuten sich, dass ich endlich um 00.10 Uhr angekommen war. Von den Organisatoren war kein gebührender Empfang wie zB bei den 1.200 km in Sliven (Bulgarien), vorbereitet. Ich empfand dies als etwas unverständlich. Es hätte sich sicher jeder Teilnehmer darüber gefreut, wenn ein entsprechendes Empfangskommite da gewesen wäre. Insgeheim dachte ich an Bulgarien und beschloss nächstes Jahr wieder Bulgarien zu fahren, jedoch mit weniger Hektik, aber trotzdem so schnell als möglich.

 

 

Das Organisationsteam der Russen im Ziel war trotzdem ausgesprochen freundlich und zuvorkommend. Ich bekam kostenlos Essen und Trinken verabreicht, nachdem ich meine Kontrollkarte (Gott sei Dank mit allen Stempeln) abgab.

 Wir gingen nach dem Essen ins Hotel wo ich endlich duschen konnte. Dann gingen Christian und ich auf ein paar Bier und vollzogen die erste Nachbetrachtung.  

Ich habe es endlich geschafft. Die offiziellen 1.214 km, bei mir wurden es wie immer ein paar Kilometer mehr,  waren Geschichte.

Am nächsten Tag warteten wir das Ankommen von Gerold, der kurz nach 17.00 Uhr ins Ziel kam und das Ankommen von Peter, der bei mir Nervenflattern verursachte, nachdem er es wieder mal schaffte, wenige Minuten vor Ende der 90 Stunden in Ziel zu kommen. Er nützte das Zeitlimit total aus.

Den beiden österreichischen Kollegen herzliche Gratulation für ihre Leistung.

Insgesamt gesehen, war es eigentlich eine Bereicherung für mich auf dieses Abenteuer in Russland einzugehen.

 

 

Links zum Thema


Veranstalter Homepage

Mitschrift von Betreuer Christian Hermannutz

Bericht Gerold Lehmann

 

 

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