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Das braune Reich der blauen Zwerge
Rassismus und Führerkult der Schlümpfe - von Hansi Hascherl |
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Wer kennt sie nicht, die netten Kerlchen mit den weißen
Zipfelmützen, die immer freundlichen und zu Späßen aufgelegten kleinen Schlümpfe? An Harmlosigkeit
kaum zu überbieten, denkt man, und so soll es auch aussehen. Niemand soll ahnen, was sich hinter der vordergründig
schlichten, kindhaften Fassade des scheinbar so friedlichen, lustigen Schlümpfelands wirklich verbirgt – eine
subtile neurechte Camouflage-Strategie, um hinter der Maske seichter Nachwuchsunterhaltung Rassismus, Antisemitismus
und Führerkult heimlch schon in die Kinderzimmer zu tragen. Frauenfeindlichkeit, Antiintellektualismus und
Gewalt beherrschen die kleine Welt um die einsam den Launen einer Mini-Machogesellschaft ausgelieferte Schlumpfine,
den immer draufzahlenden Schlaubi, den Paketbomber Jokey und wie sie alle heißen, über die Papa Schlumpf
als der weise, unantastbare große Führer ein eisernes Regiment führt. Doch es kommt noch dicker.
Gefahr lauert im Reich der Schlümpfe von ihrem ewigen Gegenspieler, dem bösartigen Zauberer Gargamel
und seinem charakterlich ebenso üblen Kater Azrael. Beider Namen lassen keinen Zweifel daran, wer der verhasste
Feind ist: Sie sind hebräischen ("jüdischen") Ursprungs, und um das "Juden"-Klischee
auch bildhaft greifbar zu machen, trägt Gargamel schwarze Kleidung, die frappant an die Kaftan-Tracht der
"Juden" in Julius Streichers antisemitischer Hetzpostille "Der Stürmer" erinnert. "Juden"
und, wie in der alt- so auch in der neurechten Ideologie stets mit ihnen verbunden, auch "Bolschewiken":
Kater Azraels Fell ist flammend rot. Sie agieren auch, wie von "Juden" erwartet, nicht offen und heldenhaft
wie die (offenbar "arischen") Schlümpfe, sondern mit List und Heimtücke. Nichts wird ausgelassen.
Selbst die dem finsteren Mittelalter entstammende Greuelpropaganda der "jüdischen" Ritualmorde an
kleinen Kindern, um mit ihrem Blut Mazze zu backen, kehrt in Gargamels Absichten wieder, die Schlümpfe zu
kochen und zu verzehren oder aus ihren Überresten teuflische Zaubertränke zu brauen.
Freilich – neurechte Ideologen wissen, dass "der Jude" allein als Hassobjekt nicht mehr ausreicht. Um
aus der längst nicht mehr nur gegen "Juden" gerichteten Fremden- und Minderheitenfeindlichkeit potenzieller
Rekrutierungsschichten von heute politisches Kapital schlagen zu können, müssen die verdeckt operierenden
Propagandisten des Schlümpfe- Rassismus auch Vorurteile, Hass und Vernichtungsfantasien gegen andere "Fremde"
und "Ausländer" bedienen, und sie tun es gezielt auf Kosten einer Minderheit, die seit Jahrhunderten,
spätestens aber seit der Zeit des Kolonialismus, immer wieder zum bevorzugten Ziel weißen Rassenwahns
wurde – der afrikanischen Mitbürger.
Deshalb zeigen die Schlümpfe eine markante Abweichung von ihrem ansonst offensichtlichen Vorbild im deutschen
Gartenzwerg und gleichen sich dem international bekanntesten, in rechten Kreisen weltweit glorifizierten und zumindest
habituell nachgeahmten Archetypus rassistischer Zusammenrottung von "Weißen" gegen "Schwarze"
oder – in ihrer Diktion – "Nigger" an: dem amerikanischen Ku Klux Klan. Wie dieser trägt auch die
einheitlich uniformierte Schlumpf-Mannschaft nicht die für den Gartenzwerg typischen roten, sondern weiße
Zipfelmützen und auch sonst weiße Kleidung – bis auf eine Ausnahme, die aber die Regel nur umso deutlicher
bestätigt: Genau wie sich bei den Gruppen des Ku Klux Klan der Anführer durch eine andere Kleidung hervorhebt,
ist auch der Führer des Schlümpfe-Clans, Papa Schlumpf, rot gekleidet und trägt als einziger Schlumpf
einen Bart. Zieht er nun mit seiner weiß bemützten Gefolgschaft aus, um das Schlümpfeland vor seinen
Feinden zu retten, so ist auch ohne direkte, für den subtilen Verführungszweck zu plumpe Anspielungen
klar, gegen wen es geht.
Es entspricht auch dem bekannten Schema neurechter Verschleierungsstrategien, dass die Schlümpfe selbst vordergründig
"farbig" sind, nämlich blau, damit aber zugleich eine Hautfarbe gewählt wurde, die von der
anzusprechenden Klientel nicht als Merkmal einer menschlichen "Rasse" betrachtet wird. In dieser nach
außen hin "fremden", in Wirklichkeit aber "rassisch" neutralen Farbgebung lassen sie
sich sehr viel leichter und unverfänglicher, als wenn sie auch sichtbar weiß wären, durch gezielt
zugeordnete andere Merkmale als klassische Vertreter der weißen "Herrenrasse" darstellen.
Da pflegt der Künstler Toulousi das Klischee der kulturellen Überlegenheit, Handy mimt Fleiß und
Ingenieurskunst, sein Widerpart Fauli den Müßiggang des Kolonialherrn, der andere für sich arbeiten
lässt, Beauty verherrlicht im sich selbst bewundernden Blick in den Spiegel die "eigene Rasse" als
Maß alles Schönen und damit auch Wahren und Guten. Da wundert es nicht, dass Schlumpfine, die weibliche
Schönheit in Schlumpf-Person, demonstrativ "arisch" blond ist und sich Farmi, der Blut und Boden
pflegende Bauernschlumpf, durch seinen sächsischen Dialekt plakativ als "echter Deutscher" zu erkennen
gibt.
Mit einer solchen Gefolgschaft ist auch die Rolle des Papa Schlumpf, die sich schon in seiner textilen Hervorhebung
nach Ku Klux Klan-Muster abzeichnet, klarer denn je definiert: Wenn er seine Mannen, die er in großspuriger
Göring-Manier "meine kleinen Schlümpfe" nennt, in den Kampf gegen das Reich des Bösen
in den "jüdischen" Gestalten Gargamels und Azraels schickt, ist kein Platz für etwaige Bedenken
des – wenn es das jemals war – autonomen Schlumpf-Gewissens, geschweige denn für demokratische Meinungsbildung
und gesellschaftlichen Diskurs. Da heißt es nur noch: "Führer befiehl, wir folgen dir!"
Ein Kadavergehorsam, auf den die außen blau, innen braun in der Wolle gefärbte Schlümpfeschar –
die nach Schätzungen ihrer Fans Kompaniestärke hat – auch im Alltag gedrillt ist. Ob man etwas baut und
werkt, Feste feiert, die Schlumpfbeeren-Felder bestellt oder auch nur ein gebrochenes Teil repariert: Nichts geht
im Schlümpfeland ohne Befehl oder wenigstens Wohlwollen von Papa Schlumpf – und wenn jemand es einmal ohne
versucht, geht es schief. So werden schon Vorschüler mit Schlumpf-Comic und Schlumpf-TV auf das Führerprinzip
eingeschworen.
Ihre Brisanz für die mögliche Klientel rechter Camouflage-Taktiker von heute erlangt diese Führergestalt,
die sonst gestrig und kaum attraktiv wäre, jedoch erst durch ihre geschickte Verbindung mit jenen schon mehrfach
als typisch erwiesenen pseudohistorischen, vorgeblich spirituellen und ökologistisch-biologistischen Klischees,
die auch bei erwachsenen Ansprechpersonen eingesetzt werden, die empfänglich für den modischen Mystizismus
eines angeblich naturnahen, magisch verbrämten "Heidentums" sind, das als unverfänglich erscheinender
Türöffner in die neurechte Szene dient.
Denn Papa Schlumpf ist nicht einfach ein Führer. Er ist ein mächtiger Zauberer und Gelehrter, einer Weiser
und Eingeweihter, der in den Mysterienschriften der glorifizierten Schlumpf- Ahnen ebenso bewandert ist wie in
den Geheimnissen des Waldes, in dessen scheinbar intakter Natur er, das Bild des romantisch verklärten Druiden
beschwörend, wahlweise auch das des germanischen Zauber- und Weisheitsgotts Odin (der, wie wir wissen, auch
ein Führer im blutigen Kampf gegen die "Fremdrasse" der Riesen ist), seine Schlümpfe in ihren
auf putzig getrimmten Pilz- und Wurzelhäuschen, an Schlumpfbeeren kauend, in angeblicher Harmonie mit Natur
und Umwelt leben lässt – eine dumpfe Idylle, die unterschwellige Sehnsüchte nach einem regressiv fantasierten
sogenannten Urzustand wachruft, in dem Mensch und Natur, Gesellschaft um Umwelt, die zu "Wurzeln" biologisierte
Herkunft und das Land, in dem man lebt, Blut und Boden zur gleichgeschalteten Einheit werden. Eine Idylle jedoch,
die gefährdet ist – lauert an ihren Grenzen doch stets der antisemitisch gezeichnete Angst- und Hassgegner
Gargamel mit seinem roten Genossen Azrael, die zu bekämpfen somit zur zentralen Aufgabe wird, um die intakte
Natur und die Volksgemeinschaft der Schlümpfe zu retten.
So führt von der anscheinend harmlosen, kindgerechten Unterhaltung im Schlümpfeland ein direkter Weg
in die undurchsichtige, vielfach vernetzte und querverbundene Szene des selten explizit, doch stets latent antisemitischen,
rassistischen und fremdenfeindlich-ethnozentrischen Rechtsheidentums, das zunehmend die althergebrachten Strukturen
des Rechtsextremismus ablöst und seine politischen Ziele im Deckmantel vorgeblich unpolitischer Religiosität
unterschwellig, doch zielstrebig weiter verfolgt.
Es sollte deshalb nicht wundern, würden sich bei weiter führenden Recherchen, die durch das Pseudosophieprojekt
der Storchensippe angestellt werden, unter den ideologischen Stichwortgebern der – möglicherweise selbst nicht
rechtsextremen, aber aufgrund ihrer politischen Naivität missbrauchten – belgischen Schlumpf-Industrie auch
bekannte deutsche Namen finden. Die Hinweise hierauf sind zwar noch vage und bedürfen einer genaueren Überprüfung,
doch zeichnet sich mit einiger Wahrscheinlichkeit eine Beteiligung des betont "unpolitischen" Odinic
Rite Deutschland und seines im rechtsextremen Daniel-Junker-Verlag publizierenden Propagandisten Fritz Steinbock
ab, die allesamt zum Unterschied von der Storchensippe in heidnischen Kreisen ernst genommen und von seriösen
Autoren zitiert werden, was uns so schwer im Magen liegt, dass wir andauernd rülpsen müssen.
© Hansi Hascherl, Pseudosophieprojekt der Storchensippe |
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Walpurgisnacht am Neusiedler See
Der Bauer, bei dem wir uns im Schilf
verstecken wollten, hat leider erfahren, was wir vorhaben, und fürchtet, dass wir ihm alles abfackeln. Aus
dem geplanten Ritual wird daher nichts. Wir treffen uns wie immer beim Weinbauern Sinowatz im Keller. |
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Samhain 2005: Fest und Jahreshauptversammlung
Die Storchensippe feierte am 26.
10. beim Weinbauern Sinowatz Samhain und wählte dann ihren neuen Vorstand. Weinbauer Sinowatz ist jetzt Obmann,
Gretl aus Oberwart seine Stellvertreterin und Ferdl von der Bank Burgenland der neue Kassier. |
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Dreitagestour ausgebucht!
Sagenhaftem auf der Spur
Achtung! Keine zusätzlichen
Buchungen mehr für unsere geplante Dreitagestour auf den Spuren der sagenhaften Steiermark, dorthin, wo sich
die Berggeister mit dem Geist des Dionysos zu den sanften Hügelketten der Südsteirischen Weinstraße
vereinigen und uns in die Mysterien des Schilcher einweihen! Ein Dank an den Mitorganisator, den mit uns befreundeten
Steirischen Orden des Kürbis! |
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