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Hexenkräuter

Alraune
(Mandragorum officinarum)

Eine der wohl bekanntesten Hexenpflanzen ist die Alraune, die meist im südlichen Europa zu finden ist. Dieses Nachtschattengewächs gedeiht am besten auf steinigen Plätzen und auf Feldern. Es gibt viele Mythen über diese menschenähnlich geformte Pflanze, welche die Ernte betreffen. So sollte ein Hund die Wurzel aus dem Boden ziehen, indem er an ihr festgebunden wird, um nicht selbst durch furchtbares Geschrei in den Tod getrieben zu werden und es sollte einem nicht der Wind ins Gesicht wehen wenn die Alraune geschnitten wird.

Die Wurzel wird für Aufgüsse und Salben gebraucht. Sie Wirkt halluzinogen und verursacht Trancezustände und Schlaf, außerdem kann sie auch sexuelle Enthemmungen hervorrufen. Die Nebenwirkungen, die bei dem Gebrauch auftreten können sind Übelkeit, Sehstörungen, Erbrechen, Durchfall und bei zu hoher Dosierung kann es auch zum Herzinfarkt kommen.

Die Alraune wird aber auch zum Schutz von Häusern und Bewohnern gebraucht. Hierzu wird sie mit Wein gewaschen und sorgfältig verpackt aufbewahrt.


Tollkirsche
(Atropa belladonna)

Die Tollkirsche erhielt ihren Namen durch ihre Giftigkeit (Tobsucht) und die Ähnlichkeit mit Kirschen. "Atropa" war einer der 3 Parzen aus der griechischen Sage, der es vermag den Lebensfaden durchzuschneiden, welches auch die Tollkirsche kann und "belladonna" steht für "schöne Frau", da der Saft der Beeren auch für die Kosmetik verwendet wurde. Die Tollkirsche wird manchmal auch Tollkraut, Judenkirsche, Teufelskirsche Wolfsbeere oder Dollwurz genannt.

Zu finden ist die Pflanze in Mittel- und Südeuropa, in Teilen Afrikas und Asiens, wo sie an Waldlichtungen und in hügeligen Gebieten wächst.

Die getrockneten Blätter werden geschluckt oder geraucht, wobei sie dann eine halluzinierende Wirkung hervorruft und eine starke Erregung. In den Träumen des anschließenden Schlafes an den Rausch wird von farbenprächtigen Erscheinungen berichtet und sexuellen Vorstellungen. Von dem Gebrauch der Pflanze ist aber abzuraten, da sie während des Rausches einen beschleunigten Herzschlag auslöst und dieser zum Herzanfall führen kann.

Die Tollkirsche gehört mit zu den klassischen Hexendrogen. Sie wurde zu Giftmorden gebraucht, war aber auch in Liebestränken und Hexensalben enthalten. In Hexenprozessen wurde die Tollkirsche dem Angeklagten verabreicht, da diese im Wahn näher an die Wahrheit herantraten und sich meist selbst beschuldigten.


Stechapfel
(Datura stramonium)

Der Stechapfel erhielt seinen Namen aufgrund der stacheligen Frucht und wächst auf trockenen Plätzen. Sie wurde sofort den Hexenkräutern zugeordnet, als sie zum ende des Mittelalters nach Europa gebracht wurde.

Die Samen und Blätter der Pflanze wurden als Rauschmittel verwendet in Kombination mit Hanf oder Alkohol oder sie wurden geraucht. Die Konsumierung löste einen hypnotischen Zustand aus in dem die Betroffenen leicht beeinflußbar waren und anschließend in einen tiefen narkotischen Schlaf vielen. In den Träumen wurde von Verwandlungen in Tiere und sexuellen Vorstellungen berichtet. Durch den Gebrauch treten oft Mundtrockenheit, Sehstörungen und Herzrasen auf und es kann zum Tode führen.


Bilsenkraut
(Hyoscamus niger)

Das Bilsenkraut ist besonders in Südeuropa zu finden und wächst auf sandigen Gebieten und auf Schutt.

Die Samen und Blätter können geraucht oder zu einer Salbe verarbeitet werden. Die Wirkung der Pflanze ist narkotisch und verursacht einen Erregungszustand. Im anschließenden tiefen Schlaf kommt es zu halluzinogenen und sexuellen Träumen.

Eine Überdosis des Bilsenkrautes kann zum Tode führen und auch von der wiederholten Einnahme ist abzuraten.

Schwarzer Nachtschatten Der Schwarze Nachtschatten ist in Mitteleuropa aufzufinden und wächst an Äckern, Schuttplätzen und Mauern.

Die Pflanze ist giftig und den größten Teil des Giftes wird in den unreifen Samen gefunden. Die reifen Früchte sind nur gering giftig. Es können Brechdurchfall, Kopfschmerzen, Pupillenerweiterung und erhöhter Pulsschlag ausgelöst werden.

 

Angelika / Engelwurz
(Angelica archangelica)

Die mannsho Angelika ist eine alte Heilpflanze aus dem Norden. Früher stand sie in jedem Garten, inzwischen findet man sie jedoch häufiger verwildert als in Hausgärten. Sie gehört zur großen Familie der Doldenblütler und ist eine von den großen Vertretern dieser Familie. Trotz der Größe besteht Verwechslungsgefahr mit dem tödlich giftigen Wasserschierling. Man sollte die Pflanze also sehr gut kennen, bevor man sie sammelt.

Die Pflanze wirkt antiseptisch, abwehrsteigernd, kraftspendend, Appetitlosigkeit, Blähungen, Erkältungskrankheiten, Erschöpfungszustände, Rheuma

 

Beifuss
(Artemisia vulgaris )

Der Beifuss wächst an vielen Wegrändern und Geröllplätzen und wird meistens gar nicht als wertvolle Heilpflanze wahrgenommen, obwohl er sich bis zu 2 m emporreckt. Seine dunkle Blattfarbe und unauffälligen Blüten führen zu dieser allgmeinen Ignoranz. Wenn man diese wärmeverbreitende Heilpflanze jedoch erstmal kennengelernt hat, möchte man sie nicht mehr missen.


Eisenhut
(Aconitum)

Auch Teufelswurtz oder Wolfswurtz genannt. Es stand für Schutz vor dunklen Mächten und soll beim Kampf gegen Wehrwölfe benutzt worden sein, daher auch ihr Name. Auch in Flugsalben wurde sie verwendet, da sie das Gefühl vermittelt zu schweben. Ihre Gifte können zu Lähmungen und zum Tod führen.

 

Eisenkraut
(Verbena officinalis)

Das Kraut wurde besonders für Reinigungsrituale, aber auch in den Bereiche des Schutzes verwendet. So sprenkelte man Eisenkrautsaft auf den Hausboden, um böse Geister fernzuhalten. Auch in Liebestränken wurde dieses Aphrodisiakum hinzugegeben. Selbst die Griechen legten es Opfergaben bei.

 

Mistel
(Viscum album)

Die Misteln waren im Mittelalter sehr beliebt. Sie galten als Glücksbringer, auch in der Liebe. In einigen Regionen war und ist es Brauch, vor der Jahreswende Mistelzweige über die Tür zu hängen. Selbst für Miraculix war sein Zaubertrank ohne Mistel undenkbar, was durchaus historischen Hintergrund hat. Die keltischen Druiden sahen diese Pflanze, besonders, wenn sie auf Eichen wuchs, was sehr selten ist, als heilig an. Sie verehrten die Bäume. Wenn sich die Mistel auf der starken Eiche als Parasit einnisten konnte, mußte das bedeuten, daß sie eine große Kraft besaß. In der Sprache der Druiden bedeutete ihr Name "Allesheiler".

 

Wacholder
(Juniperus communis)

Dieser Strauch wurde bereits von den Germanen hoch geachtet. Druiden athmeten den Rauch ein, um Visionen zu bekommen. Die Beeren wurden als Aphrodisiakum angewandt. Die Wacholderbeeren sollen Wohlstand, Liebe und Stärke erzeugen.

 

 

 


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