| ....Formen der Astrologie.....
Die chinesische Astrologie ist eine auf babylonisch-hellenistische und ägyptische
Traditionen zurückgehende, mit Symbolik und Vorstellungen taoistischer Herkunft angereicherte
Astrologie, deren wesentlicher Unterschied zur westlichen Astrologie darin liegt,
dass ihre zwölf Tierkreiszeichen einem Mondjahr gehorchen, dessen Monate Tierbezeichnungen tragen.
Durch den Unterschied zwischen Mond- und Sonnenjahr steht in der chinesischen Astrologie
je ein Jahr (Zyklusjahr) unter der Herrschaft eines der zwölf Zeichen; außer dem Zyklusjahr
spielen die fünf Elemente und das Prinzip Yin und Yang eine wesentliche Rolle, was Symbolik und
Interpretation betreffen.
Dieses Frühstadium astrologischer Lehren geht auf die
Astrallehren der Sumerer und Babylonier
zurück (fünftes und sechstes Jahrhundert v. Chr.). Die chaldäische Astrologie war eine einfache
Tierkreisastrologie, die zeitlich noch vor der Horoskopastrologie liegt. Obschon sie selbst im Laufe der Zeit
zu oberflächlicher Wahrsagerei verkam, bildete die chaldäische Astrologie den
Boden für die hellenistische: Es heißt, der griechische Mathematiker Pythagoras war ein Schüler der in der
Kunst der Magie bewanderten Chaldäer und er habe seinem Volk die Kunde von der Astrallehre gebracht.
Esoterische Astrologie ist das Gegenteil von praktischer bzw. prognostischer Astrologie;
diffuser Begriff für verschiedene Techniken intuitiver, instinktiver und meditativer Astrologie als Innenschau,
als Verstehen von Zusammenhängen.
Die indische Astrologie ist eine der hellenistischen Astrologie nahestehende Form, die
auf der Vorstellung von Offenbarungen der Götter basiert und mittels Vorhersagemethoden,
die das Kastensystem, aber auch die Lehre von der Seelenwanderung sowie die Lehre von den Elementen
gleichermaßen mitreflektieren, die Zukunft aus der Gegenwart und der Vergangenheit prognostiziert.
Mit Hilfe von 27 Stationen des Mondes und einem komplexen dreiteiligen Planetenkombinationssystem
sowie imaginären Planeten werden allgemeine, stundenastrologische und iatromathematische
Prognosen für die (teilweise noch nach dem Dekansystem unterteilten) Tierkreise formuliert.
Bedeutende Positionen nehmen die Heiratsastrologie, also die Errechnung der günstigsten Stunde
für beide Partner, die Karmabefragung und das Todesstundenhoroskop ein.
Die indische Astrologie ist keineswegs Jahrtausende alt, wie vermutet werden könnte,
sondern wurde relativ spät von den Griechen übernommen und im Laufe der Zeit vielfach
und tiefgehend von der arabischen Astrologie beeinflusst.
Individuelle Astrologie - dieses astrologische Teilgebiet teilt sich in Geburts- und Stundenastrologie
auf und bezieht neuerdings zunehmend psychoanalytische Erkenntnisse mit ein.
Die islamische Astrologie entwickelte sich ab etwa dem neunten Jahrhundert n. Chr. und
war/ist im wesentlichen eine islamisch mythisierte Kompilation dreier verschiedener astrologischer
Strömungen, nämlich der hellenistischen und indischen einerseits und der altpersischen bzw.
sassanidischen andererseits. Die Rolle der Astrologie in der islamischen Welt war herausragend, groß
ist auch entsprechend die Zahl islamischer Astronomen und Astrologen. Insbesondere wurde die
Stundenastrologie betrieben und in diesem Zusammenhang die Lehre von den Aspekten erweitert.
Allerdings stand die islamische Astrologie kaum hundert Jahre in Blüte - sehr bald schon
rutschte sie in vulgäre Formen der Geomantie ab, in den Verkauf aller möglichen Steine als
Talismane und unkontrolliertes Hypothetisieren über die Zukunft und den Lauf der Welt.
Zunächst mit der chaldäischen nahezu ident war die
jüdische Astrologie.
Später - im ersten und zweiten Jahrhundert n. Chr. und mit der Zerstreuung der Juden über
die unterschiedlichsten Gegenden der Welt - teilte sie sich in zwei Strömungen auf:
Die eine, in der arabischen Welt angesiedelte, war eine verfeinerte Form der arabischen Astrologie,
die andere entwickelte sich im damals von Arabern beherrschten spanischen Raum und trug stark
kabbalistische Züge. Wichtig zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang auch,
dass verschiedene
Geschichtswissenschaftler einen eventuellen Zusammenhang zwischen den zwölf Tierkreiszeichen
und den zwölf Stämmen Israels diskutiert haben, der nicht unwahrscheinlich ist, da beispielsweise
die Tierkreiszeichen in der Kunst und der Mythologie der Juden einen seit jeher festen und respektierten Platz innehaben.
Im engeren Sinn bezeichnet
dieser Begriff die Anreicherung der astrologischen Erkenntnisse durch
kabbalistische Methoden durch jene Juden, die sich ab dem zweiten
Jahrhundert nach Christi Geburt im spanischen Raum aufhielten. Die
Techniken der kabbalistischen Astrologie
, ein Horoskop zu erstellen, basieren auf einem System von Entsprechungen zwischen den zehn Namen
Gottes und den zehn Himmelssphären, den drei Elementen und den sieben Planeten.
Besonders in Sachen Buchstabenmagie und Numerologie begibt sich die kabbalistische Astrologie immer
wieder auf magische Pfade.
Das astrologisches Teilgebiet der magischen Astrologie
beschäftigt sich mit der Anrufung/Beschwörung der Astralgeister
(inkl. der Herstellung von Talismanen und Zaubertränken).
Die mundane (wörtlich: weltbezogene) Astrologie
ist ein astrologisches Teilgebiet, in dem Prognosen über politische und soziale Entwicklungen
von Ländern und Gegenden erstellt werden.
Operative Astrologie - dies ist ein Oberbegriff für magische und
medizinische Astrologie im Rahmen der Mikro-Makro-Kosmos-Theorie.
In der
Zeit vor Chr. Kolumbus pflegten die Maya-Indianer Mittelamerikas ihre
eigene, sehr ausgetüftelte Variante der Astrologie: die Präkolumbianische Astrologie
- 20 Monate zu je 13 Tagen ergaben ein Jahr von 260 Tagen, ein Rahmen für die Tierkreiszeichen,
die zu Zwecken sowohl der Geburts- als auch der Fragenastrologie benutzt wurden.
Praktische
Astrologie: Dies ist der Einsatz astrologischer Mittel zum
Zwecke der Lebenshilfe.
Psychoanalytische Astrologie: Die Lehre von Sigmund Freud wird
hierbei in die Horoskopdeutung mit einbezogen, indem die Gesamtheit der psychischen Kräfte auf den
Mond und auf Neptun zurückgeführt wird, wobei das Ich als von dem Aszendenten und vom Merkur,
das Über-Ich als von der Sonne und vom Saturn und das Es als von Saturn, Pluto und Mars beherrscht
betrachtet werden.
Revidierte Astrologie: Dies ist ein junger, auf
Thomas Ring zurückzuführender, astrologischer Zweig, der versucht, die Essenz
der traditionellen Astrologie mit psycho-wissenschaftlichen Erkenntnissen zu vereinen.
Sassanidische
Astrologie: auch altpersische
Astrologie ; Begriff für die
spezifische Weiterentwicklung, welche die persische Astrologie ihrer Zeit unter der Herrschaft der Sassaniden
(225-642 n. Chr.) erfuhr: Sie verschmolz hellenistische und indische Traditionen mit den Erkenntnissen der
Babylonier und sah ihre wichtigste Aufgabe in der astrologischen Geschichtsschreibung, nämlich dem Erstellen von Chroniken sowohl vergangener als auch noch kommender Zeiten auf der Grundlage von sehr
weitentwickelten Geburtshoroskopinterpretationen und Techniken der Fragenastrologie.
Die sassanidische Astrologie war zu Zeiten des großen Propheten Zarathustra führend,
rutschte aber mit der zunehmenden Islamisierung des persischen Reiches ab ins marktschreierische
Verkünden spektakulärer Hypothesen über die Zukunft. Später bildete die sassanidische
Astrologie die Grundlage der islamischen Astrologie.
Symbolistische
Astrologie : Dieser moderne Zweig der Astrologie beschäftigt
sich in Anlehnung an die Lehre Carl Gustav Jungs mit dem synchronistischen
Prinzip wie auch mit Symbolen und Archetypen, also mit Inhalten der
kollektiven Psyche (siehe auch Astrologie, psychoanalytische). Die
klassische - oder besser: die alte - Astrologie birgt vielerlei
Anschauungen, Vorstellungen und Thesen, die unserem heutigen Weltbild
nicht mehr ganz entsprechen; wohl aber bewährten und bewähren sich einige
auf Erfahrung beruhende Regeln und Erkenntnisse.
Und doch: So wie sich die vielen
unterschiedlichen Weltbilder der Menschheit gewandelt haben, so wandeln
sich auch hier die Blickpunkte und Auslegungen alter astrologischer
Regeln. Zudem sind in den vergangenen Jahrzehnten einige Planeten neu
entdeckt worden, was auch einige Änderungen mit sich bringt. Heute ist
Astrologie weit davon entfernt, Sternendeuterei zu sein. Vielmehr geht sie
von der Verbundenheit allen irdischen Lebens mit dem gesamten Universum
aus - und bewegt sich entsprechend zwischen Individualastrologie und
Kosmobiologie und Kosmopsychologie. Nicht mehr das spekulative Moment der
Schicksalsdeutung ist das Leitmotiv; vielmehr geht es um empirische, also
auf Erfahrungswerte gestützte Erforschung dessen, was insgesamt auf eine
Lehre von Konstitutionstypen hinausläuft, und zwar unter Berücksichtigung
möglichst aller denkbaren Aspekte und Einflüsse. In gewisser Weise ist die
Astrologie heute weniger die versponnene Schwester der Astronomie, sondern
eher die phantasievoll-intuitive Schwester der Psychologie: Wie teilweise
bei der modernen Psychologie geht es auch hier um das Erfassen von
Menschentypen auf einem Boden aus kosmischer Biopsychologie.
So ist wohl auch der vielzitierte Ausspruch von C. G. Jung zu verstehen:
"Die heutige Astrologie klopft vernehmlich an die Tore der Universitäten".
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