Mühlkreisbahn
13. Februar 2005
Nach der Vorstellung des Desiro wurde es wieder eher still um diese Errungenschaft. Angeblich wurde ein Exemplar am Sonntag, dem 30.1.2005 gesichtet, aber mir ist er, obwohl ich direkt neben der Strecke wohne, noch nicht begegnet. Bin neugierig, ob die Erneuerung des Nahverkehrs eine bloße Luftblase war oder nach eventuellen (technischen?) Schwierigkeiten doch noch der "ersehnte" Zug zu Diensten stehen wird.
10. Dezember 2004
Der neue Triebwagen Desiro ÖBB 5022 wurde dem Publikum unter Anwesenheit von DI Robert Struger (Leiter ÖBB Personenverkehr) und LAbg. Georg Ecker als zukünftiger Hauptträger des Personenverkehrs auf der Mühlkreisbahn präsentiert. Er wird angeblich ab Jänner 2005 in 4 Exemplaren eingesetzt.
26. April 2004
Dem Vernehmen nach soll der Güterverkehr auf der Mühlkreisbahn zwischen Rottenegg und Aigen/Schlägl mit Mai 2004 eingestellt werden.
12. Oktober 2002
Erfreuliches ist den OÖN heutigen Datums zu entnehmen: Der Betrieb zwischen Rottenegg und Neufelden soll am 1. November und auf dem Rest der Strecke am 18. November wieder aufgenommen werden. Man kann also wieder aufatmen und auf einen längeren Bestand der Gesamtstrecke hoffen.
15. September 2002
Der Regelbetrieb zwischen Linz und Rottenegg läuft mittlerweile wieder ungestört, nachdem längere Zeit im Bereich der Überschwemmung bei den Urfahrwänd eine Langsamfahrstelle mit 20 km/h und nach den Aufräumungsarbeiten mit 60 km/h bestand. Leider hört man, daß die Bauarbeiten westlich von Rottenegg derzeit ruhen, was hoffentlich kein böses Omen für eine eventuell drohende Einstellung der Reststrecke bis Aigen-Schlägl ist. Wie ebenfalls zu vernehmen ist, verweigert das Land Oberösterreich eine Kostenbeteiligung, wodurch das weitere Schicksal der Mühlkreisbahn durchaus ungewiß bleibt.
Hochwasserschäden vom 12.-14.08.2002
Durch das katastrophale Hochwasser an diesen Tagen wurde auch die MKB schwerst getroffen. An 2 Tagen war der Verkehr gänzlich eingestellt, da schon kurz nach der Ausfahrt aus Urfahr die Strecke unter dem Wasser der Donau lag. Am 14.08. wurde um 11h30 eine erste Probefahrt nach Walding unternommen undsofort danach der Zugbetrieb von Urfahr bis Walding wieder aufgenommen.
Auf dieser ersten Probefahrt bei den Urfahrwänd.
Nach Abfließen der Wassermassen in Rottenegg, die Ausfahrt Richtung Rohrbach.
Das Wasser bahnte sich einen Weg neben dem Durchlass.
5047 063 mußte in den Fluten zurückgelassen werden und stand bis zur Fußbodenkante unter Wasser.
Schwerst getroffen ist der Bahnhof Rottenegg durch die Überflutungen der Rodel, weitgehend zerstört ist der Bahnhof Neufelden durch die Große Mühl, und die Strecke zwischen Haslach und Rohrbach ist durch mehrere Murenabgänge verschüttet. Es wird sicher Monate dauern, bis der Regelbetrieb wieder aufgenommen werden kann, wenn nicht die ÖBB-Führung diese Katastrophe zum Anlass nimmt, einen Teile der Strecke endgültig stillzulegen (eine in der Vergangenheit leider schon öfter geübte Praxis). Dann ginge der Wunsch der Wirtschaft nach Strassenausbau für vermehrten LKW-Verkehr in Erfüllung, und es würde wieder ein Quentchen mehr dazu beigetragen, daß solche Unwetterkatastrophen eintreten können.
Veränderungen bis 25.07.2002:
In Ottensheim wurde das Gleis 1 entfernt und an seiner Stelle ein Inselbahnsteig errichtet. Außerdem wurden die Ausfahrsignale Richtung Westen den neuen Verhältnissen angepaßt und an Zahl reduziert.
Im Frühjahr 2002 wurde das Stationsgebäude Walding (angeblich wegen andauernden Vandalismus und extremer Verschmutzung durch Warteraumbenutzer, die keine Toilette finden konnten) abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, der im Erscheinungsbild den Neubaustationen in Achleitnersiedlung und Puchenau West entspricht. Durch viel Glas hofft man der Defäzierer Herr zu werden. Aus dem gleichen Grund ist übrigens der Warteraum in Rottenegg abgesperrt.
Im Juli 2002 wurden die Ladestellen in Oepping und Schlägl aufgelassen und die Gleise und Bettungen entfernt. Die Ladestelle in Schlägl wurde ohnehin kaum mehr benutzt, Oepping diente allerdings öfter mal als Abstellgleis für Waggons und auch zur Holzverladung.
In und um Rohrbach-Berg wurden die Gleiskörper gänzlich erneuert.
Gerüchten zufolge sollen mit Winterfahrplan 2002/03 weitere Abendzüge ein Betrieb gesetzt werden, etwa bis 10.30 in der Verbindung Linz-Urfahr Neuhaus/Niederwaldkirchen. Weiteren Gerüchten zufolge soll der Streckenteil westlich von Neuhaus überhaupt aufgelassen oder privatisiert werden.
1. Streckenverlauf: (nach "Bahnen im Mühlviertel". Verlag Pospischil. Wien 1984)
Die Mühlkreisbahn beginnt im 264 m hoch gelegenen Bahnhof Linz-Urfahr, führt dann durch dicht verbautes Gebiet an der Rudolfstrasse entlang zur Donau. Nun ist die Strecke in weiten Abschnitten gemeinsam mit der Straße trassiert, daher war die zulässige Höchstgeschwindigkeit mit 25 km/h festgelegt. Wegen des Strassenausbaus ist die Bahn heute auf einem Damm neben der Donau neu trassiert und kann in weiten Bereichen mit 80 km/h, ja dem Vernehmen nach bald abschnittsweise mit 100 km/h befahren werden. Zwischen Urfahr und Ottensheim (km 9,4) befand sich bei km 2,4 die Haltestelle Schiffmühle, heute aufgelassen. Die Haltestelle Puchenau bei km 3,6 neben der berühmten Gartenstadt von Roland Rainer, ist etwas nach Osten verlegt worden, Puchenau-West wurde als Zugkreuzungspunkt und zweite Einstiegstelle für die erweiterte Gartenstadt neu errichtet. Ebenso neu ist die Haltestelle Achleitnersiedlung, die dem örtlichen Bedarf entsprechend, unter sehr gedrängten Verhältnissen zwischen Bahn und Rohrbacher Bundesstrasse eingerichtet wurde. Dürnberg bei km 8,3 ist aufgrund des geringen Passagieraufkommens nur noch Bedarfshaltestelle. Nach Ottensheim verlässt die Bahn das Donautal und erreicht über die Haltestelle Walding (km 11,5) den Bahnhof Rottenegg, der heute Endpunkt für den größeren Anteil der im dichten Takt fahrenden Regionalzüge ist.
Nach Rottenegg quert die Bahn in einem weiten Bogen das Tal der Großen Rodl, wird unter der Rohrbacher Bundesstrasse durchgeführt (früher gab es an dieser Stelle einen Schranken, und beginnt den gefürchteten Steilanstieg des Saurüssels mit engen Bogen und Steigungen bis 46 Promille (km 15). Auch hier sind Strasse und Bahn gemeinsam trassiert, der Strassenbau war der Bahnbaugesellschaft vorgeschrieben worden. Knapp hinter der Haltestelle Lacken in km 18,2 ist die größte Steigung vorbei, dennoch verlaufen Strasse und Bahn noch gemeinsam bis kurz vor der von einem Bahnhof zu einer Haltestelle rückgebauten Station Gerling (km 20). Die Strecke steigt nun nur mehr sanft bis zur romantisch im Wald gelegenen Haltestelle Herzogsdorf (km 22,6) (soll wegen geringer Frequenz demnächst aufgelassen werden), dann folgt noch ein Streckenstück mit bis zu 33 Promille Steigung und in km 26,4 der Bahnhof Neuhaus-Niederwaldkirchen in 556 m Seehöhe.
Durch das hier sehr waldreiche Gebiet führt die Bahn in leichtem Gefälle bis zur Haltestelle Kleinzell (km 28,8), dann nach einer kurzen Gegensteigung mit 32 Promille führt die Bahn endgültig ins Tal der Großen Mühl hinab, das beim Bahnhof Neufelden (km 33) erreicht wird. Nach Passieren des Neufeldener Tunnels folgt die Strecke der Großen Mühl aufwärts, wobei die Steigungen nur wenige Promille betragen. Die Haltestelle Pürnstein (35,6 km) liegt unmittelbar vor dem 73 m langen Pürnstein-Tunnel, eingezwängt zwischen Fluß und Felsen und überragt von der Burg und Burgruine Pürnstein. Hinter dem Tunnel folgt bei km 39,2 die Haltestelle Iglmühle. Beim Bahnhof Haslach (km 43,6) verläßt die Strecke das Mühltal und steigt neuerlich mit bis zu 30 Promille an, um den Bahnhof Rohrbach-Berg in km 48,7 und 622 m Seehöhe zu erreichen. Rohrbach ist der Hauptort des westlichen Mühlviertels mit Bezirkshauptmannschaft und demnächst einem Eisenbahnmuseum zur Mühlkreisbahn. Dort steht auch als (mäßig gepflegte) Denkmallok die "Aigen", eine der ursprünglichen Streckenlokomotiven der Bahn.
Nun fällt die Strecke wieder zuerst rascher, dann langsamer ab. Die Haltestelle Oepping wird in km 51,8 erreicht. Weiter abwärts gelangt die Bahn wieder ins Tal der Großen Mühl, die bei km 56 erreicht wird. Nach neuerlichem leichten Anstieg folgen die Haltestelle Schlägl in km 56,8 und kurz danach in km 57,6 der in 564 m Seehöhe gelegene Bahnhof Aigen-Schlägl, der Endpunkt der Strecke.
31.05.01