Die Entstehung einer wunderschönen Freundschaft

Ich war im Jahr 2001 sehr schlecht drauf da ich viel allein war und nichts unternehmen konnte, ich kam mir echt überflüssig vor in meinem Rollstuhl, im Jänner beschloss ich mir das Internet einleiten zu lassen.
Meine Nichte war viel  unterwegs in einem Chat und lernte viele Leute kennen, das wollte ich auch mal versuchen, ich meldete mich bei dem Chat an und fing auch an zu Chatten.
Am Anfang las ich nur mit was die anderen schrieben, ich wurde dann in einen anderen Raum eingeladen, nach einem Hallo kamen die üblichen Fragen wo her, wie alt usw.... kaum gab ich mein Alter bekannt,  wurde ich beschimpft bis zum kröbsten.
Ich brach die Unterhaltung ab und wurde irgendwie unsicher, ich war nur mehr anwesend und las mit, Plötzlich fiel mir ein nick auf, es war ein Mädchen im Alter von 13 Jahren, sie hatte was vertrauenswürdiges an sich und doch schien sie traurig zu sein, ich redete sie an und sie gab sofort antwort, so kam es,  das wir in einen eigenen Raum uns unterhielten.
Auch sie fragte mich wie alt ich sei, vor angst es könnte wieder das selbe passieren wie beim vorigem Chat gab ich ein Falsches Alter an, ich gab mich für 20 Jahren aus.
Stunden lang Chatteten wir über alle möglichen Themen, die Zeit verging im Flug.
Ich war froh wen gefunden zu haben der mit mir redet und mit mir die Zeit verbrachte.
So ging das Monate lang jeden Tag, es baute sich mit der Zeit ein großes vertrauen auf, wir konnten schon fast unsere Gedanken lesen.  Unser Vertrauen wurde immer größer und stärker. Eines Tages schaffte ich es das sie auf den Msn Messenger umstieg und wir ruhiger und Persönlicher Chatten konnten, wir tauschten unsere sorgen und Freuden aus jeder wusste vom anderen sein halbes leben nur mit dem unterschied das mein leben auf 20 Jahren verkürzt war.  Immer mehr kam ich in die missliche Lage lügen zu müssen und die lüge wuchs und wuchs. Eines Tages war mein Sohn daneben und fragte mich wann ich vor habe ihr die volle Wahrheit zu sagen?
Wir tauschten unsere Telefonnummer aus und Telefonierten hin und wieder mit einander.
Eines Tages passierte es sie schickte mir ein Foto und wollte auch ein Foto von mir, "so was mach ich jetzt nur?" überlegte ich wenn ich ihr ein Foto schicke dann sieht sie das ich nicht 20 Jahre sein kann. Ich wollte die Freundschaft nicht mehr verlieren, ich suchte ein altes Foto wo ich ca. 20 war und schickte ihr das, ich glaubte wieder mehr Luft zu haben aber nein als ich später mit ihr Telefonierte stand mein Sohn plötzlich da und fragte mich mit wem ich telefoniere ich sagte ihm das ich mit Melanie Telefoniere. Als er wieder weg war atmete ich auf und plötzlich fragte Melanie wer das war, ich steckte wieder voll in der klemme was soll ich jetzt drauf sagen?
Natürlich Kamm die nächste lüge, ich hatte ihr gegenüber schon ein total schlechtes gewissen. Nach einigen tagen ruhe hatte ich alles bisschen vergessen gehabt, rief mich Melanie an und redete mit mir und plötzlich gibt sie mir ihre Mama ich war von ihrer Freundlichkeit überwältigt, da beschloss ich einfach alles zu sagen was wirklich ist.
Ich sagte Melanie,  das ich ihr was sehr wichtiges sagen muss und sie wahrscheinlich danach keinen Kontakt mehr haben will.
Ich schrieb ihr ein Sehr langes E - Mail in dem ich ihr die ganze Geschichte erzählte.
Nach einiger Zeit rief sie mich weinend an und sagte mir das sich an unserer Freundschaft nichts ändern wird und sie freut sich das ich eine Familie habe und nicht allein bin, auch ihre Mama meldete sich noch mal und war wahnsinnig freundlich zu mir.
Mir fiel ein Riesen Stein vom Herzen, ich hatte nicht nur eine neue Freundin sondern auch neue Freunde in meinem alter gefunden.

Ich beschloss mit meiner Familie,  Melanie und ihre Familie zu besuchen, ich wollte die Menschen sehn die mir die Chance gegeben haben weiter ihr Freund zu sein egal wie alt ich bin und was ich bin.
Im August 2002 war es so weit wir fuhren nach Niederösterreich und besuchten sie, Sie saß am Fenster und schaute ob wir schon kommen, sie wusste was für Auto wir haben als sie uns sah winkte sie und Kamm sofort zum Parkplatz. Mit Blumen wurde meine Frau und meine Tochter begrüßt und wir verbrachten einen schönen Nachmittag.

Nach diesem treffen veränderte sich alles, zwischen unseren Familien wuchs eine Freundschaft die findet man nicht so schnell wieder.
Melanie bezeichnet mich schon als ihren Ehren-Daddy und unser vertrauen gegenüber ist nicht weniger geworden sondern stärker mittlerweile Liebe ich sie wie meine eigene Tochter.

Na ja vielleicht wird sie ja mal meine Schwiegertochter *grinzZ* sie hat sich nämlich in meinen Sohn total verliebt und er nicht weniger in sie.
 

Eine Freundschaft fragt nicht nach dem Alter oder aussehen, die wahre Freundschaft kommt vom Herzen und ist gegen jeden böswilligen angriff immun.
Wahre Freundschaft ist gegenseitig zu helfen und für einander da zu sein.
 

 

Eine Geschichte von Catrine

Eine wunderschöne Freundschaft
Eine wichtige Person

 

Montag Abend, ich komme nach Hause, esse ein Jogurt und stelle den Computer an.
Ich öffne gleich den Windows - Messenger und nach kurzer Zeit schreibt Stefan:" servus meine klane!"
Wir haben immer etwas zu reden oder besser gesagt zu schreiben, wenn ich mit Stefan chate, vergeht die Zeit viel zu schnell, den das chaten ist die einzige Möglichkeit, uns zu unterhalten.
Stefan ist ein sehr guter Freund von mir und seit einigen Wochen mein Ehren - Götti.

Vor nun etwa schon einem Jahr haben wir uns kennen gelernt, auf eine Art und weise, wie sich nicht viele Leute kennen lernen, ich habe mal einen Gästebucheintrag auf seiner Homepage gemacht und er hat mir eine E-Mail zurück geschrieben.
Zuerst konnte ich mich nicht erinnern, wer er ist und woher er meine E-Mail Adresse Kannte.
Doch dann erinnerte ich mich an seine Homepage, wo ich vor ein paar Tagen einen Eintrag hinterlassen habe. Von dort an Schrieben wir uns Mails und ich besuchte hie und da auch seine Homepage.

Am Anfang war das sehr lustig, ich wusste nichts von ihm und Stefan auch nicht sehr viel von mir. So entdeckte ich immer wieder neue Dinge über ihn.
Ich hätte nie gedacht, dass Stefan schon so alt wie meine Eltern ist und was ich mir nie hätte träumen können dass Stefan im Rollstuhl sitzt.
Ich hätte nie gedacht, dass ein Gehbehinderter Mensch so viel Kraft, Mut und Lebenswillen hat, dass er über jeden Witz lachen kann. Doch Stefan kann das, er ist ein sehr fröhlicher Mensch, welcher mich mit seinem Österreichischen Akzent oft zum verzweifeln bringt.

Als wir später mehr voneinander wussten, wurde unsere Freundschaft immer stärker, ich ging jeden Tag an den Computer und Stefan war da.
Wir erfuhren immer mehr von einander, dass er eine Familie mit zwei Kindern hat, das er als junger Mann Bienenvölker gehabt hat, dass er mal einige Zeit in der Schweiz gelebt hat und dass er früher ein normales Leben geführt hat, dass er bis zu einem Unfall laufen konnte.

In dieser Zeit wurden wir sehr gute Freunde, ich chatete jeden Tag mit ihm, erzählte ihm was ich erlebt habe und was ich in den nächsten Tagen machen werde.
Hie und da telefonierten wir miteinander und es verging kein Tag an welchem wir nicht über was lachen konnten. Manchmal schrieben wir so verrückte und lustige Geschichten wie zum Beispiel, dass man mit einer Wäscheleine mit Kleidern dran in den Zug steigen könnte und jedem Fahrgast ein Kleidungsstück geben würde, damit er oder sie es aus dem Fenster halten kann und so schneller trocknet.   Ja, man bekam regelrecht Bauchweh vom lachen und ich war sehr glücklich, einen so guten Freund gefunden zu haben.

Inzwischen haben wir uns auch schon einmal getroffen und ich hoffe, das es nicht das letzte mal war.
Lieder können wir uns nur sehr selten treffen, denn Stefan wohnt in Linz das ist in der nähe von Salzburg.
In den letzten Ferien, in en Herbstferien fuhren meine Familie und ich für eine Woche nach Österreich, genauer
gesagt nach Wien.
Obwohl Linz eine rechte Strecke von Wien entfernt ist, kamen Stefan und Inge (seine Frau) an einem Dienstag nach Wien.  Wir wollten uns beim Schloss - Schönbrunn beim Haupteingang treffen, doch irgendwie haben wir zwei verschiedene Haupteingänge gemeint, so wartete Stefan um zwei Uhr beim Haupteingang zum Schloss, meine Familie und ich beim Haupteingang zum Tierpark des Schlosses. Zum Glück fanden wir uns aber doch noch und mir schlug das Herz bis zum Hals, als ich Stefan sah. Ich freute mich unendlich meinen großen Freund endlich mal in Wirklichkeit zu sehen.

Leider ging auch an diesem Nachmittag die Zeit viel zu schnell vorbei und nach dem gemütlichen zusammen sitzen im Restaurante fuhren Stefan und seine Frau schon bald wieder zurück.
Seit diesem treffen weiß ich noch viel mehr über Stefan, ich habe dort erst wirklich gemerkt, wie sensibel mein Österreichischer Freund ist. Bei unserem Abschied hat er fast geweint und er sichtlich gerührt, als ich ihm eine Riesen große Toblerone aus der Schweiz mit gab. Wir versprachen uns das wir uns nächstes Jahr wieder sehen werden, dass ich ihn nach dem Musiklager in Zell an der Pram für einige Tage besuchen komme, dass wir an den Fuschlsee gehen, an den Wolfgangsee und an viele andere schöne Orte.

Nach unserem treffen telefonierten wir viel miteinander, in Wien hatte ich keinen Computer.
Ich wusste dort schon sehr gut, dass Stefan mich mochte, doch es hat mich sehr überrascht, als an meinem Geburtstag ein Geschenk aus Österreich ankam, ich hätte wirklich nie erwartet dass Stefan mir etwas zum Geburtstag schicken würde.
Doch es war so und ich freute mich so sehr darüber, dass ich Stefan fragte ob er nicht mein "Ehren - Götti" werden will.  Doch das was geschah hätte ich mir nicht gedacht.
Ich war sehr traurig, da Stefan gesagt hat, dass es nicht möglich sei, mein Götti zu werden.
Bis ich dann begriffen habe, dass Stefan wahrscheinlich unter "Götti" etwas anderes verstand.  Ich war sehr froh dass es wirklich so war,  denn er verstand unter diesem Wort "Firmpate" und es wäre ihm durch seine Behinderung und der Entfernung nicht möglich gewesen, an meiner Firmung in die Schweiz zu kommen.

Als ich ihm dann  erklärt habe, was das Wort "Götti" bedeutet begann sich Stefan sehr zu freuen und lachte über sein Missverständnis.
Er sagte sofort ja und erzählte es danach gleich seiner Familie, wie Martin (sein Sohn) mir später einmal gesagt hat.

Seit dem ist Stefan mein Götti und ein sehr guter Freund von mir.  Meine Familie findet Stefan und seine Frau sehr nett und sympathisch und wir haben sie herzlich für ein paar Tage in die Schweiz eingeladen.
Ich hoffe dass dies einmal möglich werden kann und ich das "sevus meine klane" noch einmal aus seinem Munde gesprochen hören kann.

 

Auch Martin, sein Sohn und Freund einer sehr guten Freundin aus Österreich, welche ich durch Stefan kennen gelernt habe, ist ein sehr guter Freund geworden.

 

Eine Freundschaft fragt nicht nach dem Alter, keine Entfernung kann sie zerstören, keine Behinderung steht im Wege,  wenn die Freundschaft aus dem Herzen kommt.

Schulaufsatz über unsere Freundschaft von Catrine